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Nachricht vom 05.09.2021    

Bundestagskandidat Erdmann (Klimaliste) vorgestellt

Der parteilose Markus Erdmann tritt für die Klimaliste zur Bundestagswahl an. Und der Name ist hier wenig überraschend Programm. Das wird auch in vielen Antworten des Linkenbachers in unserem Kandidatensteckbrief deutlich. Nach Episoden bei der SPD und Grünen scheint der gebürtige Rheinländer nun politisch angekommen zu sein.

Markus Erdmann (Foto: privat)

Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Sehr viel für die Umwelt aber auch immer für Menschen, die unsere Hilfe benötigen. Generell habe ich mich für die Demokratie stark gemacht und versucht, auf lokaler Ebene viele kleine Dinge zu verbessern, die nicht gut laufen.

Was muss sich in Deutschland dringend verändern?
Ganz klar: Die Klimapolitik. Wir dürfen nicht mehr warten, sondern müssen handeln. Alle Ausflüchte, Entschuldigungen und Ausreden dürfen nicht mehr gelten. Das „Weiter so“ von CDU, SPD, FDP und anderen kann es nicht mehr geben. Diese Parteien schüren die Angst vor Veränderungen und wollen als Konsequenz daraus alles beim Alten belassen. Dabei können wir Veränderungen nicht aufhalten, aber wir können die Übergänge gestalten. Dass wir etwas gegen den Klimawandel tun müssen, das ist unbestritten. Was genau das ist, weitestgehend ebenfalls. Aber scheinbar niemand bedenkt dabei die besonderen Bedürfnisse von Menschen auf dem Land und genauso wenig höre ich, wie wir gemeinsam diese Umbrüche schaffen. Das kann nicht so bleiben. Wir müssen das angehen und das wird Geld kosten. Dieses Geld ist da, wir müssen es nur sinnvoll einsetzen. Und dafür sorgen, dass z.B. die großen Internetkonzerne auch bei uns endlich Steuern in einem Umfang zahlen, wie es die vielen kleine Betriebe auch tun müssen. Das ist machbar und dann bietet der Kampf gegen den Klimawandel viele Chancen. Genau wie deutsche Firmen am Anfang des 20. Jahrhunderts, als das Auto das Pferd nach und nach ablöste, zu Weltmarktführenden aufgestiegen sind, so können wir diese Erfolgsgeschichte auch jetzt wiederholen – nur mit anderen Technologien.

Was wollen Sie konkret im Wahlkreis verändern? Wie wollen Sie vorgehen?
Als erstes müssen wir klarstellen, dass der Kampf gegen den Klimawandel hier bei uns vor auf dem Land ganz andere Auswirkungen zeigt, als in der Stadt. Hier gibt es kaum Radwege oder gar ein umfangreiches Busnetz. Von den vielen Anstiegen, dem Wind und dem Wetter im Westerwald mal ganz zu schweigen. In den meisten Fällen brauchen die Menschen ein Auto, um ihr tägliches Leben zu gestalten. Würde man nun weiter einfach die Preise für Sprit erhöhen, können finanzschwache Menschen schon bald keine Einkäufe mehr tätigen, kommen nicht mehr zur Arbeit oder können nicht mehr ihre Kinder in die Kita oder die Schule bringen.

Insofern müssen alle Klimaschutzmaßnahmen hier vor Ort anders aussehen. Wir müssen Verkehr neu denken UND Geld in die Hand nehmen und die Menschen unterstützen – insbesondere die, die weniger Geld haben. Wer 5.000 Euro im Monat verdient, für den mögen 30 oder 40 Cent mehr beim Sprit vielleicht nicht so auffallen, aber alle, bei denen weniger Geld auf dem Konto landet, da wird es schnell existenziell. Nicht jeder kann sich ein E-Auto kaufen und deswegen müssen wir schauen, dass wir den Menschen hier helfen. Zum Beispiel durch konkrete Finanzierungen, durch gemeinsam genutzte und öffentlich bezahlte Autos.

Auch beim Thema Heizen gilt es, Lösungen zu finden und zu finanzieren. Klar sind Ölheizungen schlecht für´s Klima, aber eine neue Heizung kostet nun mal viel Geld. Warum gibt es keine zentralen, umweltfreundlichen Heizungen, nicht nur für jedes Neubaugebiet, sondern auch für Bestandsbauten?

Doch auch das Thema Geschäftesterben muss auf die Tagesordnung. Überall verschwinden die kleinen Geschäfte und Läden. Aber sind es nicht genau die, warum wir gerne in die Orte und Innenstädte fahren. Da helfen aus meiner Sicht auch keine – gut gemeinten – Leuchtturmprojekte für gemeinsame Online-Plattformen. Wir müssen anerkennen, dass der Online-Handel in vielerlei Hinsicht bevorzugt wird. Online kann ich rund um die Uhr einkaufen, alles ist einfach, alles erscheint greifbar und lagernd. Der Laden vor Ort ist in vielen Dingen benachteiligt und hat nur wenige Möglichkeiten, sich gegen die Übermacht der großen Shops zu stemmen. Hier kommt eine Online-Steuer ins Spiel und eine tatsächliche Berechnung aller Kosten, vor allem bei der Lieferung. Derzeit zahlen wir das alle als Gesellschaft über Straßenbaukosten und die Umweltverschmutzung. Doch das muss sich ändern und dafür werde ich mich einsetzen. Wenn der Online-Handel gleiche Bedingungen bekommt, hat der stationäre Handel wieder eine Chance.

Wir müssen das gemeinsam schaffen und wenn nicht bei uns, wo dann sollte das klappen? Raiffeisen hat uns gezeigt, wie man mit Genossenschaften auch große Dinge stemmen kann. Gemeinsam können wir Wäller etwas bewegen. Die Starken helfen den Schwachen und die Schnellen nehmen die Langsamen mit. Das geht und dafür will und werde ich mich einsetzen.



Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Die Klimaliste RLP, die mich als parteilosen Kandidaten unterstützt, ist ja keine Partei, sondern (noch) ein Verein. Nichtsdestotrotz bin ich dort Mitglied geworden, weil ich die Ziele sehr gut finde. Gegen den Klimawandel zu kämpfen und endlich auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu setzen, das braucht jegliche Unterstützung. Wir können mit dem Klima keine Kompromisse eingehen und deswegen müssen wir uns den Fakten stellen und entsprechend handeln. Diese Konsequenz habe ich zum Beispiel bei den Grünen nicht angetroffen und deswegen bin ich bei der Klimaliste aktiv.

Worüber können Sie lachen?
Die rheinische Grundhaltung, alles nicht so ernst zu nehmen. Hans Süper & Thommy Engel, guten und gerne schwarzen Humor und auch über mich selber.

Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Generell machen mit Ignoranz und Egoismus sehr wütend, aber auch Ungerechtigkeit, Rassismus und Politiker*innen, die Tatsachen ignorieren und nichts gegen die dringenden Probleme tun. Auch Menschen, denen Macht und eigene Interessen wichtiger erscheinen, als sonst etwas, mag ich nicht. Egal auf welcher Ebene.
Und wütend machen mich auch Menschen, die – oft auf Basis von Fake News – unsere Demokratie schlecht reden, an allem zweifeln, sich selber – nach dem Schauen von drei Youtube-Videos – für die größten Expert*innen halten und sich selber sonst nicht einbringen. Demokratie ist anstrengend und lebt von den Menschen, die etwas daraus machen, die sich beteiligen, die sich schlau machen und die Demokratie lebendig werden lassen.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
Kampf gegen den Klimawandel ist ein voller Erfolg – Klima gerettet und jede Menge neue Arbeitsplätze geschaffen

Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Das wir noch Zeit haben, den Klimawandel zu bekämpfen und dass alles mit der Sorge um Arbeitsplätze entschuldigt wird.
Man kann den Klimawandel bekämpfen und sogar noch neue Arbeitsplätze schaffen. An den Stellen, wo bisherige Berufe, Arbeitsplätze und/oder Geschäftsmodelle nicht mehr funktionieren, müssen wir einfach dafür sorgen, dass diese Übergangsprozesse geglättet werden. Damit meine ich nicht die hundertste Alibi-Transfergesellschaft, die viele Menschen am Ende doch nur in die Arbeitslosigkeit entlässt, sondern echte Hilfe. Mit Geld, mit Rat und Tat.

Deshalb sollten die Wähler mir Ihre Stimme geben:
Ich werde dafür sorgen, dass der Kampf gegen den Klimawandel dem Westerwald viele Vorteile bringt und damit eine gute und sichere Zukunft ermöglicht – versprochen!

Markus Erdmann im Profil:

Wohnort: Linkenbach
Geburtsdatum: 1970
Familienstand: verheiratet

Beruflicher Lebenslauf/ Ausbildung:
Geboren wurde ich 1970 in Leverkusen, ich bin also geografisch und vom Naturell ein Rheinländer. In den Westerwald hat mich die Liebe geführt und nun ist dieser wundervolle Landstrich schon seit fast 15 Jahren meine Heimat geworden.

Nach meinem Abitur 1990 habe ich ein Studium begonnen, jedoch schnell erkannt, dass mir das Praktische mehr liegt. So fing ich an, für verschiedene Tages- und Fachzeitungen zu schreiben und gründete Anfang der 2000er-Jahre eine PR-Agentur. 2013 kam ein Pferdehof im Nebenerwerb hinzu und 2020 ein Weiterbildungsinstitut für Menschen in Kommunalverwaltungen.

Politischer Werdegang:
Politisch bin ich schon länger aktiv. Zuerst bei der SPD und dann eine Zeitlang bei den Grünen, aber irgendwie hat mich dort oft gestört, dass so viel geredet und so wenig getan wurde. Reden, zuhören und diskutieren, das ist natürlich sehr wichtig, aber mich stört es, wenn am Ende kein Ergebnis steht, wenn nur geredet wird, um sich selber zu hören.
Ich will Dinge lieber vorantreiben, gemeinsam mit anderen Ideen weiterentwickeln und dann etwas tun, das die Menschen, die Natur, die Wirtschaft und die Region nach vorne bringt. Deswegen hat mich mein Weg zur Klimaliste geführt, denn hier habe ich den wissenschaftlichen Background gefunden, der auf Basis von Fakten zu konkretem Handeln führt.

Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten:
Erste ehrenamtliche Schritte im kirchlichen Umfeld. Schon als Jugendlicher Einsatz für den Umweltschutz. Aktiv im Tierschutz und für die Verbesserung der Haltungsbedingungen von Tieren
Vorstandsarbeit im SGV Linkenbach.

Hobbys:
Kochen, Lesen, Pferde, Joggen

Drei Lieblingsorte im Wahlkreis:
Grenzbachtal, Döttesfeld an der Wied, Linz

Vorbilder:
Meine Eltern und meine Oma, Willy Brandt, Greta Thunberg, junge Menschen bei Fridays for Future


Mehr zum Thema:    Bundestagswahl 2021   
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