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Nachricht vom 09.09.2021    

Der Druidensteig: Etappe 5 vom Elkenrother Weiher nach Betzdorf

Von Katharina Kugelmeier

Auf der fünften Etappe begleitet er Wandernde vom stillen Elkenrother Weiher hinab in das Siegtal zur Eisenbahnstadt Betzdorf – vorbei an der sagenumwobenen Hexeneiche, entlang von Bächen und an früheren Gruben vorbei. Mit rund 13 Kilometern Länge und überwiegend bergab ist sie eine genussreiche, aber dennoch abwechslungsreiche Tagesetappe.

Das Hüttenschulzehaus in Alsdorf. (Foto: Christoph Eul)

Elkenrother Weiher. Der Druidensteig, der auf sieben Etappen von Freusburg nach Hachenburg verläuft und mit etwa 94 Kilometern Länge als längste zertifizierte GeoRoute Deutschlands gilt, verbindet auf einzigartige Weise Geologie, Bergbau, Kultur und Naturerlebnis. Am Elkenrother Weiher wird dieser Charakter besonders spürbar: Der See liegt eingebettet in Wiesen und Wälder und gilt als einer der schönsten Naturorte entlang des Weges. Im Sommer lädt er zum Baden und Verweilen ein; zu jeder Jahreszeit ist er ein idealer Start- oder Rastpunkt auf dem Druidensteig.

Die fünfte Etappe startet direkt am Ufer des Elkenrother Weihers, wo Sitzbänke und Picknickplätze einen letzten Blick über das Wasser erlauben, bevor es wieder in den Wald geht. Zunächst führt der Weg auf Waldpfaden und Naturwegen leicht ansteigend in Richtung Hasselichskopf - dem einzigen nennenswerten Anstieg dieser ansonsten meist abwärts führenden Etappe. Nach kurzer Zeit ist der höchste Punkt erreicht und damit auch eine der mystischsten Stellen des gesamten Weges: die Hexeneiche.

Foto: Christoph Eul

Die Hexeneiche ist der sagenumwobene Ort der vierten Etappe. Der knorrige und alte Baum beheimatet Erzählungen zu Folge den Dämon einer Hexe, welche vor langer Zeit in Elkenroth im Haus “Fluchs“ lebte. Die eigentlich in diesem Haus lebende Frau konnte allerdings wegen des Dämons einer Hexe keine Ruhe finden, da dieser lautstark sein Unwesen trieb. Um endlich Ruhe zu finden, unternahm die Frau eine Wallfahrt zum Kloster Marienstatt, um dem dortigen Pater von ihrem Leid zu erzählen und ihn zu bitten, den bösen Geist zu vertreiben. Einige Zeit später stand der Pater dann auch vor dem Haus der Frau und besprengte es mit Weihwasser, während er den Dämon der Hexe aus dem Haus und auf die “Hoh“ trieb. Dort angekommen verbannte er den Dämon der Hexe in die Eiche, welche heute als Hexeneiche bekannt ist. Zeter und Mordio schreiend versuchte der Dämon noch zu verhandeln, aber allen Bitten zum Trotz verbannte der Pater ihn für alle Zeiten in die Eiche. Wer die Geschichte im Detail nachlesen möchte, findet an der Hexeneiche eine Infotafel.

Rund um die knorrige Eiche, die als Naturdenkmal und Sagenort gilt, ranken sich zahlreiche Geschichten. Auf Infotafeln wird berichtet, dass hier in früheren Zeiten angeblich Hexentänze stattgefunden haben sollen - ob man daran glaubt oder nicht, die Atmosphäre an diesem Platz ist besonders. Die alte Eiche steht zwischen Waldwegen und Lichtungen und bietet sich als stimmungsvoller Rastplatz an, bevor der eigentliche Abstieg ins Hellertal beginnt.

Foto: Christoph Eul

Vom Hasselichskopf führt der Druidensteig nun stetig bergab, zunächst durch Waldpassagen, dann entlang des Steinebachs. Das Wasser plätschert mal leise, mal etwas kräftiger neben dem Weg, während sich auf den Hängen gegenüber immer wieder Spuren des früheren Bergbaus zeigen: alte Stollenmundlöcher, Halden und überwachsene Einschnitte erinnern an die Erzgruben, die hier einst betrieben wurden. Der Steinebach mündet schließlich in die Heller - ab hier begleitet man diesen Fluss, der dem Hellertal seinen Namen gegeben hat.

Zwischen Alsdorf und Betzdorf wechselt die Szenerie: Der Weg verläuft mal unmittelbar am Bach, mal an den Hängen darüber, und gibt immer wieder Blicke in das Tal und auf kleine Ortschaften frei. Informationstafeln weisen auf frühere Hütten- und Hammerwerke hin, die hier die Erze aus den Gruben des Westerwaldes weiterverarbeitet haben. Wer genau hinsieht, entdeckt an manchen Stellen alte Mauerreste und Geländekanten, die von dieser industriellen Vergangenheit zeugen.



Am Ende dieses Pfades findet man die Grube Wilhelmsglück. Hier wurde hauptsächlich Kobald-Erz gesucht und abgebaut. Kobald-Erz ist ein im Westerwald und Siegerland selten vorkommender Stoff, welcher hauptsächlich zum Färben von Glas und Porzellan verwendet wird. Er ist unter anderem auch der Farbstoff der berühmten Westerwälder Blau-Grau-Keramik. Der Name Kobalt stammt übrigens aus dem Mittelalter. Wegen seines silbrigen Aussehens wurden viele kobalthaltige Minerale oft mit Silbererz verwechselt. Bei der weiteren Verarbeitung ließen sie sich allerdings nicht wie gewohnt behandeln und rochen beim Erhitzen nach Knoblauch. Die Bergleute glaubten daher, die Erze seien verhext und Kobolde haben das Silber aufgefressen. So leitet sich der Name Kobalt von Kobold ab.

Foto: Christoph Eul

Mit den letzten Kilometern nähert sich der Druidensteig der Stadt Betzdorf, die bis heute ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt ist. Früher war Betzdorf ein Zentrum des Erz‑ und Kohletransports: Die Gruben des Westerwaldes wurden über ein dichtes Gleisnetz mit den Hütten im Siegerland und an Rhein und Ruhr verbunden, und die Bergverwaltung der Kruppschen Bergwerke hatte hier ihren Sitz. Heute erzählen Stellwerke, Viadukte und das Bahnhofsensemble davon, wie eng der Bergbau mit der Entwicklung der Stadt verknüpft war. Der Druidensteig erreicht Betzdorf über einen Zuweg, der vom Hellertal hinauf in die Stadt führt und schließlich am Busbahnhof/Bahnhof endet.

Die fünfte Etappe des Druidensteigs ist damit geschafft. Rund 13,2 Kilometer, ein kurzer, aber knackiger Anstieg zum Hasselichskopf und ein langer Abstieg ins Hellertal machen sie zu einer vergleichsweise entspannten, aber eindrucksvollen Tagesetappe. Mit dem gut erreichbaren Etappenstart am Elkenrother Weiher (Zuweg ab Bushaltestelle Elkenroth Marienberger Straße/Kirchstraße) und dem Ziel in Betzdorf mit Bahn‑ und Busanschlüssen lässt sie sich hervorragend mit anderen Etappen kombinieren oder als eigenständige Tagestour planen. Wie immer auf dem Druidensteig gehören neben der üblichen Wanderausrüstung genügend Wasser, ein kleiner Snack und wetterangepasste Kleidung ins Gepäck - besonders auf den offenen Passagen rund um den Hasselichskopf kann sich das Wetter rasch ändern.

In Betzdorf selbst finden Fernwandernde neben Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten auch eine Anbindung zu anderen Orten der Region. Gerade zur klassischen Wandersaison sollte man unbedingt vorher mögliche Quartiere anfragen, um sicherzugehen, dass es freie Kapazitäten gibt. Generell gilt besonders auf dem Druidensteig festes Schuhwerk für ausreichende Trittsicherheit. Auch das Mitnehmen von Verpflegung ist sehr ratsam, da man unterwegs nicht immer Einkehrmöglichkeiten vorfindet. Die vierte Etappe hat mit einem überwiegenden Anteil bergab die Kondition weniger stark gefordert als die anderen Etappen, allerdings ist ein dauerhaftes Bergablaufen nicht zu unterschätzen. Dessen sollte man sich vor allem mit möglichen Knieproblemen bewusst sein.

Der Druidensteig ist als Deutschlands schönster Wanderweg 2026 nominiert und freut sich über jede Stimme aus der Wandercommunity. Unter https://www.westerwald.info/druidensteig-waehlen-2026 kann noch bis zum 30.06.2026 abgestimmt werden.

Tour-Informationen:

Art: Fernwanderweg‑Etappe
Schwierigkeit: mittel
Strecke: rund 13,2 km
Dauer: rund 4 Stunden
Steigung: rund 160-170 Höhenmeter auf, rund 410-420 Höhenmeter ab
Beschildert: Ja, durchgehend markiert
Beschaffenheit: überwiegend Naturwege und Pfade, dazu etwas Asphalt und Schotterwege
Besonderheit: Elkenrother Weiher, Aufstieg zum Hasselichskopf, Hexeneiche (Sagenort/Naturdenkmal), Steinebach‑ und Hellertal mit Bergbaugeschichte, Eisenbahnknoten Betzdorf
Startpunkt: Elkenrother Weiher; rund 1,5 km Zuweg (gelb‑schwarz markiert) von der Bushaltestelle Elkenroth, Marienberger Straße/Kirchstraße
Zielpunkt: Betzdorf Busbahnhof/Bahnhof; rund 1 km Zuweg (gelb‑schwarz markiert) vom Hauptweg

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