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Nachricht vom 14.09.2021    

Die Erzwege in Oberhonnefeld: drei spannende Runden durch herrliche Natur

Von Katharina Kugelmeier

Die Erzwege in Oberhonnefeld sind drei Rundtouren unterschiedlicher Länge. Mit etwas über einem, knappen dreieinhalb und knappen neun Kilometern bieten sie die perfekte Auswahl für jedes Fitness-Level. Alle drei Strecken haben den gleichen Start- und Zielort und verlaufen auf Teilstücken gemeinsam.

Impressionen der Erzwege (Fotos: Katharina Kugelmeier)

Oberhonnefeld. Eine tolle Wandermöglichkeit für jeden, egal ob fit oder nicht, bieten die Erzwege in Oberhonnefeld. Drei unterschiedlich lange Strecken mit gleichem Start- und Zielort sind eine wirklich gelungene Idee, den verschiedenen Ansprüchen der Wandernden gerecht zu werden. Da die Wege über einen Teil der Strecke gemeinsam verlaufen, kann sich auch erst während der Wanderung entscheiden, welchem Weg man weiter folgt, ob man den kürzeren zurück zum Ausgangsort geht, oder doch noch weiterlaufen möchte und die längere Strecke wählt. Da die Runden hervorragend ausgeschildert sind, braucht man sich um eine GPS-Navigation keine Gedanken zu machen. Wer sich die Option der Entscheidung, welchen Weg er letztlich wandert, bis zu den Gabelungen offenhalten möchte, sollte unbedingt den Schildern folgen, da die GPS-Führung auf die entgegengesetzte Richtung ausgelegt ist.

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Alle drei Erzwege beginnen gemeinsam hinter der großen Übersichtstafel am Parkplatz des Westerwaldparks in Oberhonnefeld. Hier geht man links über einen etwas abgegrenzten Weg parallel am Westerwaldpark entlang und kurze Zeit später in den Wald. Vor dem Wald verlässt der Erzweg 3 (weiß markiert) die beiden anderen Erzwege und geht auf insgesamt einem guten Kilometer zurück zum Parkplatz. Die Erzwege 1 (grün markiert) und 2 (gelb markiert) verlaufen weiter in Wald und an Pingen-Feldern entlang ins Gierender Tal. Pingen-Felder sind Bereiche, in denen die Bodenschätze zunächst in sogenannten Pingen gefördert wurden. Dazu grub man an der Oberfläche entlang der Erzadern oder Kohleflötzen, bis man durch Grundwasser am Weitergraben gehindert wurde. Die einstigen Felder sind heute oft bewaldet und man erkennt nur an muldenförmigen Vertiefungen die früheren Grabungen.

Nach kurzer Zeit sieht man links einen kleinen Abstecher zum Pulverhäuschen, welches man vom aus Weg bereits sieht. Das Pulverhäuschen, welches früher als Sprengstoff-Depot diente, konnte im Jahr 2020 durch Fördergelder und der Initiative der Ortsgemeinde wieder aufgebaut werden. Mit einer Sitzgruppe im Freien und einer Bank im Häuschen bietet es einen schönen Rastplatz. Nur wenige Schritte nach dem Pulverhäuschen sieht man ebenfalls auf der linken Seite ein Schild zum “Doktor Wald“. Hier sollten sich selbst diejenigen, die sonst Info-Schildern wenig Aufmerksamkeit schenken, einen kleinen Augenblick nehmen, um den Text zu lesen und wirken zu lassen.

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Auf der rechten Seite wandert man nun am Eingang des Kohlseifenstollens vorbei. Der Eisenerz-Stollen gehörte zum Grubenfeld der Zeche Girmscheid und ist einer von insgesamt drei Stollen der Zeche. Nach einer Linkskurve teilt sich der Weg, und beide Erzwege (grün und gelb) folgen dem linken Weg weiter ins Tal. Auf diesem Teilstück sieht man links ein Hinweisschild, dass die Fläche im Wald ein ehemaliger Holzkohlenmeiler ist. Bevor man die Energiegewinnung aus Steinkohle entdeckte, wurde die Energie zum Herausschmelzen des Metalls aus den Erzen aus Holzkohle gewonnen. Daher findet man in der Nähe der Abbaugebiete häufig Holzkohlenmeiler, wo Köhler aus Holz die benötigte Kohle gewannen.



Im Tal angekommen steht man an einer T-Kreuzung, an der sich nun auch die beiden verbleibenden Erzwege (grün und gelb) trennen. Der gelbe Erzweg verläuft nach links weiter und führt auf insgesamt knappen dreieinhalb Kilometern zurück zum Ausgangsort. Hier muss man nun die Entscheidung fällen, ob man zurück zum Parkplatz geht, oder sich auf den Weg der insgesamt knappen neun Kilometer des grünen Erzweges begeben möchte, welcher nach rechts weiter verläuft.

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Der gelbe Erzweg geht langsam bergauf am Gierender Bach entlang in Richtung Gierend. Auf der linken Seite entspringt nach einiger Zeit unterhalb der Burschenhütte eine Quelle. Im Dialekt wird diese als “Hellebierchen“ bezeichnet, was so viel bedeutet wie Heilbrünnchen. Nun erreicht man auch wieder den Ort Gierend. Auf der rechten Seite findet man einen schönen Spielplatz, welcher für eine letzte Rast vor allem mit Kindern wie geschaffen ist. Bevor man die letzten Meter, welche wieder mit dem grünen Erzweg gemeinsam verlaufen, zurücklegt, können sich hier die Kinder noch einmal so richtig austoben.

Der grüne Erzweg verläuft ebenfalls am Gierender Bach entlang nach rechts. Erreicht man schließlich die Hümmericher Mühle, hat man den tiefsten Punkt der Strecke erreicht, was bedeutet, dass es von nun an bergauf geht. Die Hümmericher Mühle ist eine ehemalige Ölmühle und seit vielen Jahren in Privatbesitz. Mit einem kleinen Abstecher kommt man kurze Zeit später zum Eingang des Alexanderstollens, bevor man am Dürrenbach entlang durch die Wiesen des Tals nach Oberhonnefeld wandert. In Oberhonnefeld läuft man an der Kirche vorbei und umrundet schließlich das Feuchtbiotop. Noch einmal durchwandert man Teile von Oberhonnefeld, bevor man ein letztes Mal ein Stück bergab nach und schließlich durch Gierend läuft. Hier trifft man wieder auf den gelben Erzweg und beide Wege verlaufen gemeinsam zurück zum Westerwaldpark.

Die Erzwege sind wirklich schöne Rundtouren, die mit vielen Infoschildern am Wegesrand unglaublich viel über die Zeit des Erzabbaus erzählen. So hat man nicht nur eine Wanderung durch herrliche Natur, sondern kann auch noch viel lernen. Durch den teilweise gemeinsamen Verlauf muss man sich nicht von vornherein entscheiden, welche Distanz man zurücklegen möchte. Eine wirklich schöne und gut umgesetzte Idee. Die Wege sind auch größtenteils gut befestigt, allerdings sollte man dennoch festes Schuhwerk tragen.


Tour-Informationen:

Art: Rundwege: EW1 grün, EW2 gelb, EW3 weiß
Schwierigkeit: mittel (EW1), leicht (EW2 + EW3)
Strecke: 8,8 km (EW1), 3,3 km (EW2), 1,2 km (EW3)
Dauer: 2,5 Stunden (EW1), 1 Stunde (EW2), 0,5 Stunden (EW3)
Steigung: circa 180 Höhenmeter (EW1), 75 Höhenmeter (EW2), 11 Höhenmeter (EW3)
Familiengeeignet: Ja
Beschildert: Ja
Beschaffenheit: überwiegend Waldwege
Besonderheit: Themenwege
Startpunkt: Parkplatz am Westerwaldpark (Westerwaldpark, 56587 Oberhonnefeld-Gierend)
Zielpunkt: wie Startpunkt

Download GPX-Datei & weitere Infos Erzweg 1

Download GPX-Datei & weitere Infos Erzweg 2

Download GPX-Datei & weitere Infos Erzweg 3


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