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Nachricht vom 22.09.2021    

Was Sie zur Bundestagswahl 2021 wissen müssen

Deutschland wählt am Sonntag, den 26. September, einen neuen Bundestag. Wen kann man im heimischen Wahlkreis seine Stimme geben? Wie waren die Ergebnisse vor vier Jahren? Wieso gibt es weniger Wahlberechtigte als noch 2017? Antworten zu diesen und weiteren Fragen lesen Sie hier.

Der Bundestag in Berlin. (Archivfoto: ddp)

Region. Im heimischen Wahlkreis Neuwied, zu dem die Landkreise Altenkirchen und Neuwied gehören, gibt es 100.005 Wahlberechtigte. Deutschlandweit werden etwa 60,4 Millionen Menschen werden ihre Kreuzchen machen können, davon 31,2 Millionen Frauen und 29,2 Millionen Männer. 2017 waren laut Bundeswahlleiter noch 61,7 Millionen Personen wahlberechtigt. Diese Differenz ist auf die demografische Entwicklung zurückzuführen. So werden bei dieser Bundestagswahl weniger Menschen unter 30 sowie zwischen 40 und 49 Jahren wahlberechtigt sein. Gleichzeitig gibt es mehr Wahlberechtigte zwischen 60 und 69 Jahren sowie zwischen 30 und 39 Jahren.

Die heimischen Bundestagskandidaten und die letzte Bundestagwahl im Wahlkreis

Seit vielen Jahren ist der Wahlkreis Neuwied, der die Landkreise Altenkirchen und Neuwied umfasst, klar von der CDU dominiert. 2017 holte Erwin Rüddel zum dritten Mal das Direktmandat mit 43,2 Prozent der Erststimmen. Martin Diedenhofen kam auf 28,6 Prozent. Die Bewerber der kleineren Parteien waren weit abgeschlagen bei den Erststimmen. Die Zweitstimmenergebnissen sahen wie folgt aus: CDU: 38,2 Prozent, SPD: 25,4 Prozent; Grüne: 6 Prozent; FDP: 10,1; Linkspartei: 6,3 Prozent; AfD: 10,8; Sonstige: 3,2 Prozent.

Das sind die Direktkandidaten:

Erwin Rüddel (CDU):
Der 66-jährige Diplom-Betriebswirt aus Windhagen tritt bereits zum vierten Mal zur Bundestagswahl an. Bei den vergangenen Wahlen konnte er sich jeweils gegen seine Mitbewerber durchsetzen. Zur kompletten Vorstellung von Erwin Rüddel hier…

Martin Diedenhofen (SPD):
Der angehende Lehrer will es zum zweiten Mal wissen. Mehr zu dem 26-Jährigen aus Erpel und seinen politischen Ansichten findet man in unserem Steckbrief hier…

Kevin Lenz (Grüne):
Der Gesamtschullehrer aus Altenkirchen tritt zum ersten Mal als Direktkandidat an. Zu Kandidaten-Steckbrief hier

Sandra Weeser (FDP):
Die Liberale Betzdorferin sitzt bereits seit der letzten Wahl im Bundestag. Mehr zu ihrer Person und ihrer politischen Agenda erfährt man im Kandidaten-Steckbrief hier

Marianne Altgeld (Freie Wähler):
Bei der Bundestagswahl ist zumindest nicht ausgeschlossen, dass die Freien Wähler in den Bundestag einziehen – und mit ihnen die 33-Jährige aus Döttesfeld. Wer ist die Kandidatin, was will sie - und wieso nennt sie Michelle Obama als ihr Vorbild? Das kann man in unserem Kandidaten-Steckbrief hier nachlesen.

Andreas Bleck (AfD):
Der 33-Jährige vertritt den Wahlkreis seit der letzten Wahl im Bundestag. Zum Steckbrief hier…

Außerdem treten an: Die Linke: Jochen Bülow; Die Partei: Christian Link (Steckbrief hier…); dieBasis: Klaus D. Asbach; Klimaliste: Markus Erdmann (Steckbrief hier…); Unabhängiger Bewerber: Norbert Schmitt

Die Kanzlerkandidaten und Umfragen

Zumindest zu Beginn des Wahlkampfs sah es noch danach aus, dass die Grünen erstmalig realistische Chancen auf das Kanzleramt haben könnten. Die beiden Co-Vorsitzenden hatten sich darauf geeinigt, dass die 40-jährige Annalena Baerbock die ins Rennen geschickt werden soll statt Robert Habeck. Nach ihrer Nominierung konnten die Grünen in Umfragen sogar die Union (CDU/CSU) überholen. Doch mittlerweile ist eine von der Ökopartei angeführte Regierung sehr unwahrscheinlich geworden nach mehreren Fehlern von Baerbock wie einem Plagiatsskandal rund um ein von ihr im Sommer veröffentlichtes Buch.



Auch für die Union lief der Wahlkampf alles andere als glatt. Bereits die Entscheidung, ob Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) oder NRW-Ministerpräsident Armin Laschet als Kanzlerkandidat aufgestellt werden soll, artete zum teilweise öffentlich ausgetragenen Machtkampf aus. Letztlich wurde es – auch auf Einwirken von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble – Laschet, der auch CDU-Vorsitzender ist. Seitdem hat es der 60-Jährige allerdings schwer im Wahlkampf, ebenfalls durch eigene Patzer – aber unter anderem auch, weil viele Unionsmitglieder Söder als Kanzlerkandidaten bevorzugten. Die Junge Union im Kreis Altenkirchen hatte sich zu Beispiel Anfang April öffentlich zu Söder als ihren Favoriten bekannt.

Der lachende Dritte: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz. Der Bundesfinanzminister war bereits im August 2020 vom Parteivorstand nominiert worden. Lange hatte seine Aufstellung für die Partei allerdings keinen positiven Auswirkungen in den Umfragen. Doch den Sozialdemokraten gelang hier eine deutliche Aufholjagd. Mittlerweile liegt die Partei seit geraumer Zeit in der Wahlpräferenz der Deutschen sogar vorn. Die drei Rede-Trielle zwischen den Kanzlerkandidaten konnte er Erhebungen zufolge für sich entscheiden. Eine Razzia im Finanz- und im Justizministerium am 9. September hatte offenbar bislang kaum negative Auswirkungen auf die Beliebtheit von Scholz.

Je nach aktuellen Umfragen kommt seine Partei auf zwischen 25 und 26 Prozent. Bei der letzten Bundestagswahl hatten die Sozialdemokraten nur 20,5 Prozent der Wähler überzeugen können. Die Union würde den Umfragen zufolge ordentlich Federn lassen im Vergleich zur letzten Bundestagswahl 2017, wo sie noch auf 32,9 Prozent der Wählerstimmen gekommen war. Den aktuellsten Erhebungen von Forsa oder INSA nach käme sie nur noch auf 22 Prozent. Die Grünen können derweil zwar mit dem besten Bundestagswahlergebnis ihrer Geschichte rechnen, landen in den aktuellen Umfrageergebnissen aber deutlich auf den dritten Platz mit 15 (INSA) beziehungsweise 17 Prozent (Forsa).

Die FDP könnte ungefähr ihr Wahlergebnis aus 2017 von 10,7 Prozent halten. Bei Forsa liegt sie bei 11 Prozent und bei Insa bei 12 Prozent. Die Linkspartei hatte bei der letzten Bundestagswahl noch 9,2 Prozent geholt. In den Umfragen von Forsa und Insa kommt sie derzeit auf nur noch 6 beziehungsweise 6,5 Prozent. Die AfD, die bei der letzten Wahl erstmalig, in den Bundestag gewählt worden ist, kann sich wieder realistische Chancen auf einen erneuten Einzug ausrechnen. 2017 wählten sie 12,6 Prozent der Wähler. Sowohl bei Forsa wie auch bei INSA kommt sie aktuell auf jeweils 11 Prozent. Spannend ist der Blick auf die Freien Wähler, die mittlerweile bereits in den Landtagen von Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Bayern sitzen. Im Bayern sind sie sogar an der Landesregierung beteiligt. Normalerweise laufen die Freien Wähler in Umfragen lediglich unter „Sonstige“. Doch die aktuellen Umfragen von Forsa und INSA sehen sie bei 3 Prozent.

Koalitionen

Nach derzeitigen Umfragen käme nur eine der bereits in Deutschland erprobten Koalitionen auf eine Mehrheit im Bundestag, nämlich die Große Koalition. Erstmalig würde nach derzeitigem Stand allerdings ein SPD-Kanzler diese Konstellation anführen. Allerdings gilt es als wahrscheinlicher, dass es zu einem Dreier-Bündnis nach der Wahl kommt. Letztlich wird es auf das tatsächliche Wahlergebnis am Sonntag ankommen, welche Regierungskonstellationen möglich sein werden. Ausgeschlossen sind derzeit folgende Bündnisse nicht: Rot-Schwarz-Grün (SPD, Union, Grüne), Rot-Schwarz-Gelb (SPD, Union, FDP), Ampelkoalition (SPD, Grüne; FDP) Jamaika-Koalition (Union, Grüne FDP), Rot-Rot-Grün (SPD, Linkspartei, Grüne).

Briefwahl-Anteil sehr hoch

Der Anteil der Wähler, die nicht im Wahllokal ihre Kreuzchen bei der Bundestagswahl am 26. September machen werden, ist schon jetzt sehr hoch – auch im Kreis Altenkirchen. Mit Stand 17. September haben bereits 43,68 Prozent der 100.005 Wahlberechtigten die entsprechenden Unterlagen beantragt. Wie viele Wähler in Ihrer Verbandsgemeinde ihre Wahlscheine für die Briefwahl beantragt haben, erfahren Sie hier.

Der „Wahl-O-Mat“ gilt vielen Bürgern im Vorfeld der Wahl als Entscheidungshilfe. Zu finden ist er beispielsweise hier. (ddp)


Mehr zum Thema:    Bundestagswahl 2021   
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