Werbung

Nachricht vom 27.09.2021    

Rüddel (CDU) zu seinem knappen Sieg im Wahlkreis Neuwied: „War spannend ohne Ende“

Von Daniel-David Pirker

Es war ein bis zum Ende ein spannendes Rennen um das Direktmandat im Wahlkreis Neuwied. Letztlich konnte sich Erwin Rüddel (CDU) mit starken Verlusten wieder durchsetzen. Wie empfindet der langjährige Abgeordnete das knappe Ergebnis? Das und mehr verriet er uns im Gespräch, nachdem die letzten Bezirke ausgezählt waren.

Erwin Rüddel (mit ausgestrecktem Arm) im Kreise von Familie und Freunden, als das Wahlergebnis feststeht. (Foto: privat)

Region/Windhagen. Am Ende machten 3.109 Stimmen den Ausschlag. Erwin Rüddel (CDU) konnte bei der Bundestagswahl wieder das Direktmandat verteidigen. Er brachte es auf 31,9 Prozent, sein SPD-Kontrahent Martin Diedenhofen auf 30,2 Prozent. Als die Kuriere mit Rüddel telefonieren, als sein Sieg endlich klare Sache ist, gibt er sich hörbar gelöst. „Die ganze Spannung fällt jetzt ab“, so der 65-Jährige, der nun zum vierten Mal in den Bundestag einziehen wird.

Den Wahlabend hat er mit Freunden und Familie im Windhagener Hotel „4 Winden“ verbracht, immer die neusten Ergebnisse aus den Wahlbezirken im Blick. Dabei habe er sich ausnahmsweise nur auf die Entwicklungen im Wahlkreis konzentriert, sagt Rüddel, der in seiner Funktion als Vorsitzender des Gesundheitsausschusses während der Pandemie bundesweit gefragter Interview-Gast war. Die Wahlberichterstattung zur Bundestagswahl lief lediglich ohne Ton im Hintergrund.

Zu Beginn des Wahlabends lag Rüddel sogar noch hinter seinem SPD-Herausforderer. Der spätere Vorsprung war stets knapp. Es sei „spannend ohne Ende“ gewesen. Zu dem Verlust von fast 11,3 Prozentpunkten gegenüber der letzten Bundestagswahl sagt er: „Ist so – muss man mit leben. Ich habe gewonnen. Ich bin oben.“ Für das vergleichsweise schlechte Abschneiden macht er vier Faktoren verantwortlich:

Erstens: Den bundespolitischen Trend.

Zweitens: Eine gezielte Erststimmenkampagne der FDP. Es hätte letztlich an Hilfestellung aus dem bürgerlichen Lager gefehlt.



Drittens: Viele Grünen-Anhänger hätten taktisch gewählt und dem SPD-Kandidaten ihre Stimme gegeben.

Viertens: Eine Hetzkampagne gegen ihn aus dem Querdenker-Lager. Es hätte gar eine Mail aus der Szene gegeben, in der Personen aufgelistet gewesen seien, die der „Gesellschaft entnommen“ werden sollen. Er sei darunter gewesen.

Ob er wieder Vorsitzender des Gesundheitsausschusses wird? Das hänge von einem komplexen Verfahren ab. Er habe seiner Fraktion auf jeden Fall sein Interesse bekundet. Doch hier spielten viele Faktoren eine Rolle, die man nicht planen könne. Sollte die CDU wieder den Zuschlag für das Amt erhalten, „bin ich mir sicher, ich werde es“, gibt sich Rüddel selbstbewusst. Klar sei so oder so: Er will der Gesundheitspolitik erhalten bleiben. Denn: „So Experten wie mich braucht man.“

Er selbst bezeichnet sich als fitten 65-Jährigen. Bis zum Ende der Wahlperiode wolle er definitiv durchhalten. Doch bei der nächsten Bundestagswahl werde er nicht mehr antreten. Mit einer Einschränkung: Sollte nämlich Olaf Scholz (SPD) Bundeskanzler werden, geht Rüddel davon aus, dass seine Regierung nicht die ganzen vier Jahre durchhalten werde. Wenn eine SPD-geführte Regierung tatsächlich scheitert und es vorzeitige Neuwahlen gibt, will Rüddel erneut in den Ring steigen, wie er klarstellt.

Doch aus seiner Sicht ist Scholz als Merkel-Nachfolger eh ausgeschlossen: „Laschet wird Bundeskanzler einer Jamaika-Koalition“, ist Rüddel überzeugt. (ddp)


Mehr dazu:   Erwin Rüddel   CDU   Bundestagswahl 2021  
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Politik


Gordon Schnieder auf dem Wochenmarkt in Betzdorf

Am kommenden Freitag, 6. März 2026, wird Gordon Schnieder, Spitzenkandidat der CDU, den Wochenmarkt in ...

Alexander Schweitzer in Kirchen: Bürokratieabbau und Digitalisierung im Fokus

Alexander Schweitzer, Spitzenkandidat der SPD Rheinland-Pfalz, besuchte den Wahlkreis Betzdorf/Kirchen. ...

Überraschende Einblicke bei der Podiumsdiskussion zur Landtagswahl

Gut vier Wochen vor der rheinland-pfälzischen Landtagswahl 2026 fand am Donnerstagmorgen in der Aula ...

Rheinland-Pfalz: Landkreise pochen auf bessere Gesundheitsversorgung

Die Landrätinnen und Landräte in Rheinland-Pfalz haben ein Positionspapier an die künftige Landesregierung ...

Alexander Schweitzer besucht Kirchen: Austausch über die Zukunft von Rheinland-Pfalz

Am 26. Februar wird Alexander Schweitzer, der Spitzenkandidat der SPD Rheinland-Pfalz zur Landtagswahl, ...

SPD im ländlichen Raum: Alexander Schweitzer und Philip Schimkat in Breitscheidt

In Breitscheidt trafen sich rund 100 Gäste, um mit dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Alexander ...

Weitere Artikel


Wissen: Polizei und VG kooperieren für mehr Sicherheit

Die kürzlich stattgefundene Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung "Sicherheit in der Region Wisserland" ...

Straßen beschäftigen die Selbacher - Infrastruktur für die Zukunft

Der Straßenbau in Selbach beschäftigte in der Sitzung des Ortsgemeinderates einmal mehr. Dabei ging es ...

Kontrastreiches Konzertwochenende am Kloster Marienthal war ein Erfolg

Am vergangenen Wochenende, 25. und 26. September, hätte der Kontrast der beiden Konzerte kaum größer ...

Schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person in Niederdreisbach

Am Sonntag, den 26. September wurde, wurde der Polizeiinspektion Betzdorf gegen 19.30 Uhr ein schwerer ...

Live-Ticker zum Bundestagswahl-Krimi im Wahlkreis Neuwied

Erwin Rüddel (CDU) hat wieder das Direktmandat im Wahlkreis Neuwied gewonnen. Er siegt mit 31,9 Prozent ...

Naturschutzinitiative gegen Umgehungen Kircheib, Weyerbusch und Helmenzen

Derzeit untersucht der Landesbetrieb Mobilität Realisierungsmöglichkeiten von drei Umgehungsstraßen bei ...

Werbung