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Nachricht vom 17.10.2021    

Nicole nörgelt... über zu viel Sprachverdrehung im Geschlechterkampf

Von Nicole

GLOSSE | Hallo liebe Leser*innen, ich hoffe, Sie hatten eine schöne Woche mit ihren Lieblingsmenschen (m/w/d), mit netten Kollegen und Kolleginnen, ohne Krach mit den nebenan Wohnenden. Und wenn Sie nun beim Lesen dieser Zeilen wenigstens einmal kurz gezuckt haben, dann wissen Sie schon, worüber die Nörgeltante (ohne Onkel) heute schwadronieren will.

Muss der Sprachkrieg der Geschlechter wirklich sein? Nicole ist genervt. (Symbolfoto)

Ja, wir sind schon längst mittendrin im „Krieg der Stern*innen“, wie eine große Tageszeitung neulich wetterte. Und ich bin genervt. Darf ich das überhaupt sagen? Als Frau? Oder trete ich damit meinen Geschlechtsgenoss*innen gegen das Schienbein. Bei mir geht jedenfalls immer so ein leicht unangenehmes Kribbeln durch die Nackenhaare, wenn der Lieblingsshowmaster seine „Zuschauer – hörbare Pause – innen“ begrüßt. Wenn wir dauernd betonen, dass Frauen eben nicht völlig selbstverständlich immer und überall dazugehören, zementieren wir dann nicht grade noch die Kluft der Doch-nicht-Gleichberechtigung?

Aber gut, ich bin vielleicht ein spezieller Fall, was diese Dinge angeht. Für jemanden, der sich beruflich dem Verfassen von Texten „verschrieben“ hat – jaja, fünf Euro in die Schlechtes-Wortspiel-Kasse, schon klar – fehlt mir anscheinend die geistige Beweglichkeit für Sprachverrenkungen. Es fühlt sich für mich immer noch seltsam an, eine meiner liebsten Süßigkeiten nur noch „Schaumkuss“ nennen zu dürfen und im Restaurant schräg angeschaut zu werden, wenn ich mein Schnitzel mit Paprikasoße so bestelle, wie ich das seit Kindertagen gewohnt war. Gut, das ist wieder ein anderes Thema, aber wie soll ich dann bitte erst begreifen, dass jemand sich diskriminiert fühlen sein kann, wenn ein Begriff eben keine „Begriffin“ ist?



Natürlich will man niemanden beleidigen und durch gedankenlos Dahingesagtes für ein schlechtes Gefühl beim Gegenüber sorgen. Aber manchmal beschleicht mich schon der Verdacht, dass wir alle viel zu überempfindlich geworden sind und jeden Mist persönlich nehmen.

Wahrscheinlich fühlt sich jetzt auch durch diese kleine Glosse jemand unangenehm berührt, und dafür entschuldige ich mich. Nehmen Sie’s bitte nicht persönlich. So war es nämlich nicht gemeint. Aber vielleicht sind Sie ja auch meiner Meinung? Welche Beispiele fürs Gendern und andere Sprachverrenkungen fallen Ihnen ein, bei denen Sie den Kopf schütteln? Ich bin gespannt auf Ihre Idee*innen.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund!
Ihre Nicole


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