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Nachricht vom 24.10.2021    

Altenkirchen: Tanzfestival "Neue Welle" feiert abgespeckte Wiedergeburt

Es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur altbekannten Normalität gewesen. Das Tanzfestival "Neue Welle", eigentlich in der Stadthalle Duisburg-Walsum immer an den Pfingstfeiertagen zu Hause, wurde nach zwei coronabedingten Absagen in abgespeckter Form und in Altenkirchen wieder zum Leben erweckt.

Ganz in seinem Element: Viktor Scherf nahm auch die Ehrungen für ganz besondere Leistungen der Solistinnen vor. (Foto: vh)

Altenkirchen. Eigentlich wird die Stadthalle in Duisburg-Walsum in jedem Jahr rund um Pfingsten an drei Tagen von über 1000 Akteuren vieler Altersklassen belagert, die in den verschiedensten Kategorien Sieger und Platzierte beim Tanzfestival „Neue Welle“ küren. Eigentlich. Aber auch dieses Mammutevent, in erster Linie von Viktor Scherf, dem Inhaber der Altenkirchener Tanzschule Let’s Dance organisiert, fiel im vorigen als auch in diesem Jahr dem Rotstift zum Opfer. Die Pandemie machte der Riesenkonkurrenz jeweils einen Strich durch die Rechnung. Dieser Umstand konnte und kann Scherf indes in seinem unendlichen Tatendrang nicht bremsen. Mit einer Miniauflage in den eigenen Unterrichtsräumen, die fast unter dem Turm mit den Richtfunkantennen in der Nähe der Kölner Straße stehen, setzte er unter Beachtung der AHA-Vorgaben am letzten Wochenende der rheinland-pfälzischen Herbstferien die Tradition des Wettbewerbs fort - auch in der Hoffnung, ihn im kommenden Jahr wieder in gewohntem Rahmen über die Bühne gehen zu lassen.

Nur eine kleine „Neue Welle“

Anstatt der für die große „Neue Welle“ so prägnanten Zahl von über 1000 Mitmachenden, traten von Freitag bis Sonntag (22. bis 24. Oktober) 275 Sportler auf, die 183 Tänze der vierköpfigen Jury vorstellten. „Im Gegensatz zu Duisburg war die Gruppengröße auf acht beschränkt“, ging Scherf näher auf die Modalitäten ein, „dazu durften Solisten, Duos, Trios und Quartette antreten.“ Die jüngste Teilnehmern sei dreieinhalb, die älteste 75 Jahre alt gewesen.

Für Scherf war die Resonanz überwältigend. Es hatten sich Tanzschulen und Vereine aus dem gesamten Bundesgebiet angemeldet, mehreren Anfragen zur Aufnahme in die Meldeliste aus Italien oder Portugal konnte Scherf kein Okay geben. Dennoch: „Es hat sich gezeigt, dass alle wieder anfangen wollen“, resümierte er zufriedenstellend. Für die Übernachtungen hatten die weitangereisten Starter wie aus Hamburg oder München selbst sorgen müssen. Privatunterkünfte waren tabu.

Dank für aktive Jugendarbeit
Das Engagement Scherfs, das nicht nur einen sportlichen, sondern auch einen integrativen Aspekt darstellt, lobte Rolf Schmidt-Markoski als erster Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld. „Alle haben eine tolle Leistung vollbracht. Ich spreche der Tanzschule meinen Dank für die aktive Jugendarbeit aus. Sie ist ein Aushängeschild für unsere Verbandsgemeinde, die davon angetan ist, wie Jugendliche durch den Tanz gefördert werden“, erklärte er. Ella Kühl vom Verein „Freundeskreis der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion“ erinnerte an die Geburt der „Neuen Welle“ im Jahr 2011 mit der Teilnahme von lediglich 20 Tanzschulen und spannte den Bogen zu 2019 mit 53 Schulen und rund 1200 Akteuren, die in 18 Kategorien gewetteifert hätten. „Es ist eine Freude, den Kindern bei diesem prächtigen und bunten Fest zuzusehen. Es ist eine Freude zu sehen, was die Kinder uns an diesen drei Tagen beschert haben“, meinte sie bei einer der sechs Siegerehrungen.



Sonderpreise aus Sotschi
Und wie für Scherfsche Veranstaltungen üblich, wurden zunächst einmal alle Mitmachenden beschenkt. Rucksäcke, voll gepackt mit Naschereien und gestiftet vom Mix Markt in Waldbröl, traten die Heimreisen in viele Winkel der Republik an. Zusätzlich zu den „normalen“ Auszeichnungen für die Topplatzierten, freuten sich drei Solistinnen noch zusätzlich jeweils über ein von der russischen Designerin Irma Winer aus Sotschi am Schwarzen Meer entworfenes Tanzkleid. Auch ein von Chill Moden aus Hachenburg gestiftetes Stück durfte eine Einzelstarterin in Empfang nehmen. Darüber hinaus hatte Scherf Zertifikate organisiert, die jugendlichen Tänzern helfen sollen, die Leistungen von geschulten Augen auf höherer Ebene bewerten zu lassen, die Karriere also voranbringen können.

Umzug nach Witten
Nach der kleinen „Neuen Welle“ ist vor der nächsten großen: Nicht mehr in Duisburg-Walsum, sondern im Theatersaal in Witten feiert das Festival an Pfingsten des kommenden Jahres seine Premiere an einem neuen Standort. Sie wird gleichfalls ein Schaufester für gute Nachwuchsakteure, denn die Vertreter von Ballettakademien und Hochschulen können sich ein Bild vom Leistungsstand der Eleven machen, um sie möglicherweise noch intensiver fördern zu können.

Im Oktober 2022 wird erneut ein Mini-Ableger in den Räumen von Let’s Dance organisiert, um, wie es Scherf formulierte, „junge Menschen auch nach Altenkirchen zu holen“. Nicht nur die sehr gute Resonanz an den drei Tagen machte ihn zufrieden, auch die Arbeit in der Tanzschule ist nach anderthalbjährigem „Lockdown“ fast wieder bei 100 Prozent der Vor-Corona-Zeit angekommen. Der Verlust an Mitgliedern, den Scherf aufgrund der Schließung zu beklagen hatte, wiegt immer noch schwer. Aber der Trend habe sich umgekehrt, die Zahl steige wieder. Auch dieser Fakt ließ und lässt Scherf nach Monaten des intensiven Zweifelns wieder optimistischer nach vorne schauen. (vh)


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