Werbung

Nachricht vom 26.10.2021    

Missbrauch von Kindern: Prozess vor dem Amtsgericht Altenkirchen erneut "geplatzt"

Von Wolfgang Rabsch

Es scheint ein langer Prozess zu werden: Einem 19-Jährigen wird vorgeworfen, ein 13-jähriges Mädchen unter Druck gesetzt zu haben, um an intime Fotos von ihr zu kommen. Bereits zum zweiten Mal trafen sich die Prozessbeteiligten vor Einzelrichter Volker Kindler im Amtsgericht Altenkirchen. Aber zu einer Urteilsfindung kam es auch diesmal nicht.

Ein Prozess wegen Missbrauchs von Kindern vor dem Amtsgericht Altenkirchen ist erneut "geplatzt". (Foto: Wolfgang Rabsch)

Altenkirchen. Im ersten Termin hatte Rechtsanwältin Swetlana Rosenzweig aus Koblenz, die den Angeklagten vertritt, versucht, die Beiordnung eines Rechtsbeistandes für die 13- jährige, strafunmündige Hauptzeugin zu verhindern, weshalb die Hauptverhandlung ausgesetzt wurde. Nachdem die Beiordnung rechtens war, konnte nun der zweite Temin aufgerufen werden.

Die konkreten Tatvorwürfe
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 19-Jährigen Angeklagten folgendes vor: Sexueller Missbrauch von Kindern, Verbreitung, Erwerb und Besitz von Fotos mit kinderpornographischem Inhalt sowie versuchte Nötigung.

Der Angeklagte soll 2020 in der VG Altenkirchen-Flammersfeld über einen Internetdienst mit einem damals 13 Jahre alten Mädchen Kontakt aufgenommen haben, um Nacktfotos des Mädchens zu erhalten. Das Mädchen hatte den Angeklagten nach Zigaretten gefragt, daraufhin habe er Nacktbilder von dem Mädchen als „Bezahlung“ verlangt. Die Zeugin schickte ihm daraufhin Bilder zu, auf denen sie lediglich mit einem BH bekleidet gewesen war. Wenige Tage danach habe er weitere Nacktbilder von der Zeugin verlangt und im Weigerungsfall gedroht, die ihm bereits vorliegenden Bilder deren Eltern und Freunden zukommen zu lassen. Spätestens in diesem Moment offenbarte sich die Zeugin ihren Eltern, die den Fall zur Anzeige brachten.

Zur Sache wollte der Angeklagte sich zunächst nicht äußern. Richter Kindler erklärte vor Eintritt in die Hauptverhandlung, dass keine Erörterungen zur Herbeiführung einer tatsächlichen Verständigung (sogenannter „Deal“) stattgefunden haben. Somit begann die Beweisaufnahme mit der Vernehmung der inzwischen 14-jährigen Hauptzeugin.

Nacktbilder als "Bezahlung" gefordert
Sie sagte aus, dass sie den Angeklagten über eine Freundin über den Internetdienst Snapchat kennenlernte, dadurch entstand ein Kontakt. Im Laufe der Chats stellte der Angeklagte alsbald intime Fragen. Der Angeklagte bot ihr auch Drogen und Zigaretten an, falls sie etwas bräuchte, könnte er ihr das besorgen. Als sie ihn tatsächlich nach Zigaretten fragte, wollte sie diese mit Geld bezahlen. Doch der Angeklagte lehnte ab, und forderte stattdessen Nacktfotos als „Bezahlung“. Die Zeugin schickte daraufhin Oberkörperfotos von sich, auf denen sie nur einen BH trug. Einen Tag später rief der Angeklagte die Zeugin an und forderte weitere Nachtfotos von ihr.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Steuerfachangestellte/r (m/w/d)

Ropertz & Gerigk Steuerberater Rechtsanwalt
57537 Wissen

Erzieher/in im Anerkennungsjahr (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57518 Alsdorf

Leiter/-in Personal (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57537 Mittelhof

Umwelttechnologe für Wasserversorgung (m/w/d)

Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen-Flammersfeld
57610 Altenkirchen

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Die Zeugin weiter: „Ich habe ihm auch Video geschickt, aber nur von meinem Oberkörper, zudem trug ich einen BH. Als ich mich aber weigerte, ihm weitere Fotos von mir zuzusenden, sagte er, dass er meine Fotos an meine Eltern und meine Freundin schicken würde. Dadurch bekam ich Stress und offenbarte mich meinen Eltern.“

Rechtsanwältin Rosenzweig legte den Chatverlauf zwischen dem Angeklagten und der Zeugin dem Gericht vor, der nicht vollständig war, teils sogar unleserlich, trotzdem wurden Fragen zur Aussage der Zeugin aufgeworfen. So war unter anderem die Zeugin nicht alleine bei den Chats mit dem Angeklagten, ihre Freundin war auch dabei und schickte ebenfalls Fotos von sich, nur mit einem BH bekleidet.

Es wurde festgestellt, dass ohne einen technischen Sachverständigen, der die Chatverläufe gerichtsverwertbar nachvollzieht, nicht weiterverhandelt werden kann. Zudem sollen zum neuen Termin weitere Zeugen geladen werden. Da ja bekanntlich aller guten Dinge drei sind, bleibt zu hoffen, dass im nächsten Termin eine Entscheidung über die Vorwürfe fallen wird. (Wolfgang Rabsch)


Lokales: Altenkirchen & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Vortrag "Das sichere Haus" des Haus- und Grundeigentümerverein im Kreis Altenkirchen und Westerwaldkreis e.V.

In der Stadthalle Betzdorf fand jüngst die Mitgliederversammlung des Haus- und Grundeigentümervereins ...

MGV "Glück Auf" Steckenstein zog positives Resümee des Sängerjahrs 2025

Über einen guten Besuch der Jahreshauptversammlung des MGV "Glück Auf" Steckenstein im Vereinslokal "Landgasthof ...

Harmonische Generalversammlung im Sinne Adolph Kolpings in Wissen

Seit 1889 gibt es die Kolpingsfamilie in Wissen. Einer der Höhepunkte im Vereinsjahr ist jedes Mal die ...

Kleidertauschparty belebte die Altenkirchener Innenstadt

Der Grüne Ortsverband Altenkirchen kann auf eine rundum gelungene Kleidertauschparty zurückblicken. Die ...

Zwei HipHop-Talente glänzen: Emma und Theo siegen bei der Ostdeutschen UDO-Meisterschaft

Bei der Ostdeutschen Meisterschaft der United Dance Organisation (UDO) 2026 in Berlin haben die beiden ...

Zehn Jahre Fairtrade-Stadt Altenkirchen: Jubiläumsveranstaltung mit Multivisionsshow

Altenkirchen feiert ein Jahrzehnt als Fairtrade-Stadt und lädt zu einem besonderen Event ein. Eine Multivisionsshow ...

Weitere Artikel


Flucht war zwecklos

Ein junger Mann sprintete beim Anblick der Polizei in Dierdorf los. Er hatte nicht mit der Schnelligkeit ...

Ausbau B62 und K106 in Wallmenroth: Arbeiten liegen deutlich vor der Zeit

Der Ausbau der Einmündung der K106 auf die B62 in Wallmenroth sieht seiner Fertigstellung entgegen: Nachdem ...

Für Hilfsprojekt von Titus Dittmann: Spendenübergabe an seinem Geburtshaus in Kirchen

Titus Dittman gehört zu den prominenten Söhnen Kirchens, die es zu großem Erfolg gebracht haben – und ...

Kraniche – Die „Vögel des Glücks“ ziehen über den Westerwald

Der Kranichzug hat begonnen. Tausende von Kranichen, auch „Vögel des Glücks“ genannt, ziehen zurzeit ...

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: KV erklärt im Kreisausschuss Hintergründe der Reform

Enorme Kritik hat sie hervorgerufen, die Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes, die nur zu Lasten ...

B 414 zwischen Müschenbach und Bahnhof Ingelbach nach Unfall zeitweilig gesperrt

Am Dienstagmorgen, dem 26. Oktober, kam es zu einem Unfall im Berufsverkehr auf der B 414 zwischen Müschenbach ...

Werbung