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Nachricht vom 09.11.2021    

„Auf Kosten der Kinder“: Offener Brief an Bildungsministerin wegen Corona-Politik

LESERMEINUNG | Sie weiß ganz genau, was die Pandemie und die damit verbundene Politik Schülern und Eltern abverlangte. Anna Stephan ist Mitglied im Schulelternbeitrat der Grundschule in Betzdorf-Bruche. Nun hat sie einen offenen Brief an die rheinland-pfälzische Bildungsministerin geschrieben. Darin kritisiert sie die Folgen der Politik auf das Wohl der Kinder.

In einem offenen Brief kritisiert eine Mutter die Folgen der Corona-Politik auf das Wohl der Kinder. (Symbolfoto: Pixabay)

Region. Sie gehören zu den größten Opfern der Pandemie: die Kinder. Anna Stephan, Mutter und Vertreterin des Schulelternbeirat der Christophorus Grundschule Betzdorf, hat genug von einer Politik, die es den Schutzbedürftigsten unserer Gesellschaft so schwer macht und sie Risiken aussetzt. Nun hat sie einen offenen Brief an die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig geschrieben. Die Überschrift gibt einen Vorgeschmack auf den Inhalt: „Auf Kosten der Kinder“. Wir veröffentlichen den kompletten Text, der die Politik infrage stellt, bewegt und aufrüttelt.

„Sehr geehrte Frau Ministerin Dr. Hubig,

eine Mutter möchte erneut das Verhalten der Politik im Hinblick auf das Wohl der Kinder während der Pandemie in Frage stellen! Im Frühjahr war es die vollkommen sinnfreie Entscheidung der Politik, die Grundschulkinder eine Woche vor den Osterferien nach wochenlangem Verharren im Homeschooling für zwei Tage (Wechselunterricht!) in die Schule zu schicken, um Ihnen die sozialen Kontakte zu Ihren Schulfreunden endlich wieder zu ermöglichen. Das zu einem Zeitpunkt als die Inzidenz weitaus höher war als im Dezember 2020, weshalb die Kinder vorzeitig vor den Ferien ins Homeschooling geschickt wurden mit Hinblick auf das hohe Infektionsgeschehen.

Bereits im Frühjahr haben sich die Eltern gefragt, ob man die Kinder nun „durchseuchen“ lassen möchte, oder welchen Grund es für diese Entscheidung gibt. Ihr guter Wille stieß nicht nur bei Eltern, sondern auch bei Lehrkräften auf absolutes Unverständnis.
Nach den Osterferien gab es die Möglichkeiten zur freiwilligen Testung an den Schulen, welche später zweimal pro Woche zur Pflicht wurden. Ja, es gab Eltern die Unverständnis zeigten, aber die meisten Eltern haben es dem Land sehr gedankt, denn endlich gab es ein kleines Instrument um den Kindern, oder aber auch den „Verlierern der Pandemie“, ein kleines Stück Sicherheit und Alltag zurückgeben zu können.

Die Testungen montags und mittwochs machten Sinn und so konnten große Infektionsketten, Quarantänemaßnahmen und Homeschooling weitestgehend vermieden werden.

Seit 8. November 2021 werden die Testungen nur noch einmal wöchentlich (montags) durchgeführt. Achtung! Zu einem Zeitpunkt an dem wir die höchsten Inzidenzen unter den Kindern während der gesamten Pandemie zu verzeichnen haben!
Das heißt im Umkehrschluss, dass es vermutlich viele Klassen geben wird, in denen sich Schülerinnen und Schüler (SuS) gegenseitig unwissentlich infizieren, da sie symptomfrei sind. Mit einer zweiten Testung mittwochs wurden bereits SuS positiv getestet, die montags noch negativ getestet wurden. Diese SuS werden ab sofort dann eine Woche lang mit den KlassenkammeradenInnen zusammen in der Klasse ohne Maskenpflicht sitzen. Der gesunde Menschenverstand reicht aus um zu wissen, was passieren wird.

Zudem fallen laut der 27. CoBeLVO* nun auch die Tests für bereits vollständig geimpfte SuS komplett weg. Aber jeder informierte Erwachsene weiß, dass er auch als Geimpfter das Virus in sich und weitertragen kann. Wer verantwortungsvoll gegenüber der Gesellschaft handelt, testet sich zusätzlich freiwillig. Unsere Kinder haben eine Schulpflicht, sie müssen und vor allem WOLLEN in die Schule, sie haben keine Möglichkeit freiwillig Homeschooling zu machen, und auch wir arbeitenden Eltern können dies nicht abbilden.




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Warum machen Sie es den Kindern so schwer? Warum können die kostenlosen und vor allem sinnvollen Tests nicht weiter für die Personengruppen vom Land bezahlt werden, in der es mehr als Sinn macht? Weil eine Infektion das Land kein Geld mehr kostet, da die Krankenkassen einspringen müssen?

Für kein Geld der Welt können wir uns Gesundheit kaufen. Aber mit Prävention kann man die Gesundheit schützen. Das kostet aber Geld, korrekt.
Vielleicht sollten auch die Erwachsenen und die Politik hier endlich verstehen, dass die Kinder von heute die Zukunft eines ganzen Landes sind. Liebe Frau Ministerin, vergessen Sie das bitte nicht.

Ohne vernünftige Bildung wird es in fünf, zehn, 15 und 20 Jahren keine ausreichende Anzahl an fähigen und qualifizierten Fachkräften geben. Spätestens dann fängt die Wirtschaft an, erneut zu klagen. Aber vermutlich wird dann in Milliardenhöhe die Wirtschaft durch Bund und Länder unterstützt. Denn die Wirtschaft konnte ja nichts dafür, dass die Kinder während der Corona-Pandemie 2020 bis 2022 (oder gar bis 2023) nicht vernünftig unterrichtet werden konnten. Und die Wirtschaft konnte auch nichts dafür, dass die vielen Erwachsenen im Jahr 2041 an Longcovid leiden und weder motorisch noch kognitiv dazu in der Lage sind, die Leistung zu bringen, welche von Ihnen benötigt wird.

Nehmen Sie das Geld in die Hand und geben es bitte für die Gesundheit und den Schutz der Zukunft, unserer Kinder aus, anstatt nun an der falschen Stelle zu sparen!

Im Übrigen habe ich hier nur die Tests für die Schulen aufgeführt. Was mit der digitalen Ausstattung, Lüftungsgeräten etc. ist, hinterfrage ich schon gar nicht. Auch führe ich nicht an, dass die Kindergartenkinder unter sechs Jahren noch nicht mal einen Anspruch während der gesamten Pandemie auf einen einzigen kostenlosen Test hatten! Stattdessen lassen wir die Kinder mit der kleinsten Schnupfnase (ich rede nicht von tatsächlich kranken Kindern, die schon immer zu Hause hätten bleiben sollen und müssen) zum Schutze aller zu Hause. Ein Immunsystem kann sich so überhaupt nicht mehr aufbauen. Aber ja, die Kinder schützen alle, nur schützt niemand die Kinder. Aber wer braucht schon eine Zukunft?

Schaffen Sie die Bürokratie ein kleines bisschen ab, damit schmälern sie nicht nur die Überlastung Ihrer MitarbeiterInnen im Landesministerium und -amt, von Schulträgern, Schulleitungen und das Nervenkostüm der Lehrkräfte, sondern beweisen uns Eltern, dass man hinter dem Wohle der Kinder steht.

Und glauben Sie bitte nicht, sie hätten alleine einen wahnsinnig anstrengenden Job. Den spricht Ihnen niemand ab. Aber vielleicht sollten auch Sie sehen, dass wir in den letzten eineinhalb Jahren nicht nur Eltern, sondern auch Lehrkräfte, Hausfrauen- und Männer, Angestellte oder Selbstständige und SeelsorgerInnen für unsere Kinder waren. Und das haben wir mit einer vehementen Selbstverständlichkeit getan, teils am Rande jeglicher Belastungsgrenzen, für das Wohl unserer Kinder, und mit keinem Geld der Welt bezahlbar!“

Anna Stephan, Vertreterin des Schulelternbeirat der Christophorus Grundschule Betzdorf


*Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz


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