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Nachricht vom 25.11.2021    

VG Altenkirchen-Flammersfeld: 100 Grundschulräume erhalten dezentrale Luftraumtechnik

Das wird ein Rundumschlag: Die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld will so gut wie alle Räume ihrer sechs Grundschulen mit dezentraler Luftraumtechnik ausstatten, um in erster Linie und vordringlich Corona-Viren die Rote Karte zu zeigen.

In den kommenden Monaten werden in den Grundschulen (auch alle Klassenräume) der VG Altenkirchen-Flammersfeld dezentrale Luftfilteranlagen eingebaut. (Foto: Pixabay)

Altenkirchen. Nach (monate)„langem Ritt“, wie es Bürgermeister Fred Jüngerich formulierte, haben die Überlegungen ihr Ziel erreicht: Die Verbandsgemeinde (VG) Altenkirchen-Flammersfeld wird 66 Klassen- und 34 weitere Räume ihrer sechs Grundschulen mit dezentralen raumlufttechnischen Anlagen ausstatten, um zuallererst Corona-Viren (und später womöglich anderen Bedrohungen, die die Atemluft verpesten) den Garaus zu machen. Das einstimmige Votum des Haupt-, Finanz und Wirtschaftsförderungsausschusses in der Sitzung am späten Mittwochnachmittag (24. November) bedarf nur noch der Zustimmung des VG-Rates, der sich in seiner Jahresabschlusssitzung am 16. Dezember gewiss nicht quer legen wird.

Zuschuss in Höhe von 80 Prozent
Nach ersten Berechnungen fallen Kosten in Höhe von circa 2,7 Millionen Euro an, die zu 80 Prozent bezuschusst werden, so dass die Verbandsgemeinde mit circa 540.000 Euro nach Hause gehen dürfte. Wichtig ist, dass noch in diesem Jahr ein Förderantrag gestellt wird. Da sich in den Räumen der 15 Kindertagesstätten der VG jeweils eine völlig andere Situation vom Verhalten der Kinder und deswegen als Folge auch der Erzieher/innen her ergebe, sollen diese zunächst keine Geräte zur Luftsäuberung erhalten. Die 16. VG-eigene Kita in Güllesheim, bald im Bau, erhält automatisch eine Luftreinigungsanlage. „Der Mehrwert in Kitas ist nicht vergleichbar mit dem in den Grundschulen“, erklärte Jüngerich und schränkte grundsätzlich ein: „Der Gedankengang ist nachhaltig, wird aber nur umgesetzt, wenn die Förderung läuft.“ Für die Finanzierung muss die Verbandsgemeinde einen Nachtragsaushalt aufstellen und verabschieden oder die Ausgabe als überplanmäßig definieren.

Noch ohne Klimatisierung
Ulrich Konter vom Fachbereich Infrastruktur, Bauen und Umwelt der VG-Verwaltung machte auf zu erwartende hohe Stromkosten für den Betrieb der Anlagen aufmerksam. Solle der Aspekt der Klimatisierung mit bedacht werden, müssten pro Einheit noch einmal 3000 Euro hinzugerechnet werden. Die Verbandsgemeindeverwaltung hatte sich gleichfalls vom Kauf mobiler (und billigerer) Varianten verabschiedet, weil sie allenfalls in Räumen mit eingeschränkten Lüftungsmöglichkeiten (Fenster nur kippbar und Lüftungsklappen mit minimalem Querschnitt) zur Reduzierung der Virenlast beitragen würden. Alle 100 Räume, die die VG-Verwaltung für ein Upgrade ins Auge gefasst hat, verfügen ausnahmslos über gute Lüftungsmöglichkeiten. Um die Verwirklichung transparenter zu machen, soll eine Konzeptstudie in Auftrag gegeben werden, die rund 10.000 Euro kosten könnte. Liegt der Bewilligungsbescheid für den Zuschuss vor, verbleiben 12 Monate, in denen die Maßnahme umgesetzt werden muss.

„Kein ungenauer Schnellschuss“
„Wir alle haben ernsthaft diskutiert. Ich bin mit der Lösung zufrieden. Die Geräte werden einen ordentlichen Luftwechsel zustande bringen“, sagte Jürgen Salowsky (Bündnisgrüne), bedauerlich sei, dass „die Anlagen etwas ,später‘ kommen“. Dieser Weg sei der sinnvollste, merkte Andrea Ackermann (FWG) an. „Die gute Nachhaltigkeit“ stellte Frank Bettgenhäuser (SPD) heraus, auf lange Sicht werde sich etwas verändern, es sei „kein ungenauer Schnellschuss“ gewesen. Durch die zusätzliche Luftzufuhr werde die CO2-Konzentration sinken, wodurch die Lernfähigkeit der Schüler steige, sah Torsten Löhr (CDU) noch einen zusätzlichen Aspekt der Investition. Dr. Johannes Noll (FDP) erinnerte an die „nicht unerheblichen Energie- und Wartungskosten“. Zudem stellte auch er die Nachhaltigkeit heraus, weil die Geräte „vielfältig wirken“.



Weitere Entscheidungen
Mehrheitlich (fünf Ja-, drei Neinstimmen und fünf Enthaltungen) lehnte das Gremium die Förderung einer „Personalstelle zur Umsetzung entwicklungspolitischen Engagements in Kommunen“ ab. Die Anschubfinanzierung wäre auf zwei Jahre begrenzt gewesen. Das Ansinnen war von der Stadt Altenkirchen an die VG herangetragen worden. Jüngerich sah „eine solche Stelle bei uns als VG nicht. Für uns allein erachte ich das nicht als Spielfeld“. Die Firma Paul Mertgen aus Straßenhaus übernimmt für rund 291.523 Euro die Erd-, Beton- und Mauerarbeiten am Neubau der Kita in Güllesheim (einstimmige Vergabe). Die Kostenschätzung hatte bei 271.489 Euro gelegen. Rund 451.918 Euro kostet der Neubau eines Kunstrasenkleinspielfeldes im Sportzentrum Weyerbusch, dort, wo die alte Sporthalle stand. Die Firma Strabag Sportstättenbau (Lünen) verwirklicht dieses Projekt (einstimmig).

Preisexplosion bei Umrüstung
Zunächst sollte die Umrüstung auf LED-Beleuchtung in der Raiffeisenhalle Güllesheim 101.500 Euro kosten. Dank allgemeiner Preisexplosion pendelten sich die Kosten nunmehr bei 150.210 Euro ein. Jüngerich wurde einstimmig ermächtigt, den Auftrag zu vergeben, falls diese 150.210 Euro um nicht mehr als zehn Prozent überschritten werden. Pro Jahr werden rund 67.800 Kilowattstunden Strom eingespart. Nach 5,4 Jahren hat sich der Austausch amortisiert. Nach einer Eilentscheidung Jüngerichs, die einstimmig genehmigt wurde, war fix ein MAN-Truck für Winterdienst und Transporte in den Fuhrpark des Bauhofes eingegliedert worden. Er ersetzte den defekten Unimog aus dem Jahr 2011, dessen Reparatur rund 25.000 Euro gekostet hätte und inzwischen für 37.000 Euro verkauft wurde. Eine überplanmäßige Ausgabe (20.000 Euro) findet buchhalterisch und nicht rechnerisch Eingang in den Haushalt. Die VG bleibt weiterhin Mitglied im Förderverein des Kunstvereins Hasselbach (Skulpturenpark „Im Tal“) und zahlt jährlich 2500 Euro. Dagegen wird - in beiderseitigem Einvernehmen - von einer weiteren Mitgliedschaft im Blasorchester Mehrbachtal abgesehen. Die frei werdenden 2500 Euro sollen im Topf der Kulturförderung verbleiben (einstimmig).

Neuer Caterer gesucht
Per Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb wird die Verbandsgemeinde, so die einhellige Meinung des Gremiums, die Neuvergabe der Verpflegung in Grundschulen und Kitas zum Schul- und Kindergartenjahr 2022/2023 (Beginn am 1. August) auf den Weg bringen. Maßgeblich beteiligt an der Ausarbeitung des Konzeptes (Bio-, Fleischanteil etc.) war das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westerwald-Osteifel. Die VG-Verwaltung wird nun ein Leistungsverzeichnis für die europaweite Ausschreibung erstellen. Rund 91.000 leicht subventionierte Essen werden pro Jahr ausgegeben. Zeit für die Umstellung, warme Mittagsverpflegung anzubieten vor dem Hintergrund des neues Kita-Gesetzes (garantierte siebenstündige Betreuung) und der Ganztagsbetreuung ab 2026 in allen Grundschulen, wäre bis zum Jahr 2028. Die Submission soll am 3. Mai des kommenden Jahres sein. (vh)


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