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Nachricht vom 26.12.2021    

Die Kleine Pechlibelle ist Libelle des Jahres 2022

Die Kleine Pechlibelle wechselt während ihres Lebens genau wie ihre Schwesterart, die Große Pechlibelle, mehrfach ihr Aussehen. Vor allem die Weibchen durchlaufen während ihrer Reifung nach dem Schlupf deutliche Farbwechsel. Junge Weibchen sind durch eine lebhaft orangene Färbung unverkennbar. Dies ist unter anderem wichtig, weil dadurch die Männchen sofort erkennen können, mit wem sie sich paaren können.

Die Kleinen Pechlibellen bei der Paarung. Fotos: Michael Post / GdO

Region. Libellen als Augentiere haben ein viel differenzierteres Farbensehen als wir Menschen. Sie haben viel mehr Farbrezeptoren und können so Farben, die für uns einheitlich aussehen, noch nuanciert unterscheiden und auf diese Weise auch miteinander "kommunizieren".

Naturnahe Auen sind ein klassischer Lebensraum der Kleinen Pechlibelle. Dort lassen Flüsse und Gewässer in Hochwasserzeiten regelmäßig geeignete Strukturen entstehen. Renaturierungen von größeren Bächen und Flüssen fördern diese Art.

Weitere typische Lebensräume sind Abgrabungen oder Steinbrüche, wo im Betrieb Gewässerstrukturen immer wieder neu entstehen. Die meist offenen, gut sonnenexponierten Kleingewässer weisen wenig Konkurrenz durch andere Arten auf. So kann die Kleine Pechlibelle neben ihrem einjährigen Entwicklungszyklus unter günstigen Bedingungen auch eine zweite Generation im Jahr hervorbringen.



Der Klimawandel führt allerdings häufig dazu, dass kleine Gewässer sehr schnell und sogar zu rasch für Pionierarten wieder austrocknen oder verlanden. Die Förderung nachhaltig-dynamischer Prozesse in der Landschaft ist daher ein wichtiger Schutzansatz für diese spezialisierten Tierarten. Der BUND setzt sich seit Jahren an der Hohen Garbe für die Renaturierung der Elbauen ein. Die Kleine Pechlibelle steht in einigen Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Warum die Kür der "Libelle des Jahres"?
Seit 2011 wählen die Gesellschaft für deutschsprachige Odonatologen (GdO), der Verband der Libellenkundler, und der BUND die "Libelle des Jahres" aus, um auf die Vielfalt der Arten und ihre Bedrohung aufmerksam zu machen. Von den rund 80 heimischen Libellenarten stehen 48 auf der Roten Liste gefährdeter Insekten. (PM)


Mehr dazu:   Naturschutz  
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