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Nachricht vom 14.01.2022    

Ausflugstipp: Kirchenruine und Wallfahrtskapelle Hausenborn bei Isenburg

Von Katharina Kugelmeier

Während Burgruinen keinen besonderen Seltenheitswert haben, findet man in Isenburg eine ganz besondere Ruine, die Kirchenruine Hausenborn. Mitten im Wald gelegen ist sie ein beliebtes Ausflugs- und Wallfahrtsziel. Ihren Namen Hausenborn verdankt sie vermutlich dem Bezug zur nahegelegenen Wasserquelle.

Die beeindruckende Kirchenruine Hausenborn. (Foto: Andreas Pacek)

Isenburg. Die Wallfahrtskapelle Hausenborn bei Isenburg ist ein ganz besonderes Ausflugsziel. Sie liegt idyllisch mitten im Wald und ist jederzeit frei zugänglich. Unter Denkmalschutz stehend blickt sie auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück und wird noch heute als Wallfahrtsort und Pilgerstätte gern besucht. Mit dem vollständigen Namen “Unserer Lieben Frau zu Hausenborn“ ist sie eine Marienverehrungsstätte, die mit einem kleinen Spaziergang von Isenburg aus erreichbar ist.

Die Wallfahrtskapelle wurde aus Bruchstein im gotischen Stil erbaut. Mit knappen 23 Metern Länge und knappen acht Metern Breite liegt sie – oder eben das, was noch von ihr übrig ist – mitten im Wald, etwa einen Kilometer südwestlich des Ortes Isenburg. Ihr fast sechs Meter langer Chor ist nach Osten gerichtet und durch einen Triumphbogen vom Langhaus getrennt. Dank der stetigen Renovierungsarbeiten des Fördervereins Hausenborn, welche seit vielen Jahren zum Erhalt der Wallfahrtskapelle und Kirchenruine beitragen, wurden in den 1990er-Jahren Grundmauern freigelegt, die vermutlich vom ehemaligen Kirchturm stammen.

(Foto: Andreas Pacek)

Neben der Ruine in der kleineren Kapelle steht das Gnadenbild der Hausenborner Kapelle. Die Pietà aus gebranntem Ton ist 45 Zentimeter hoch und 60 Zentimeter breit. Aufgrund mehrerer Vandalismus-Fälle in der Vergangenheit steht seit 1990 eine Nachbildung des Originals in der Kapelle. Leider gibt es bis heute immer wieder Schändungen, so wurde 1998 der Altar geschändet und im Dezember 2020, dem letzten großen Fall der Zerstörung, wurden Gnadenbild und Danksagungstafeln entfernt und verbrannt und sogar die 50 Kilogramm schwere Jesusfigur wurde abgeschraubt und einen Abhang hinuntergeworfen. Dank vieler Spenden ist der Förderverein stetig dabei, die Zerstörungen wieder herzustellen, auch wenn die eigentlichen Pläne der Restaurierung sich dadurch immer wieder verzögern.

(Foto: Andreas Pacek)

Erbaut wurde die Wallfahrtskirche Hausenborn im Jahr 1441 als Stiftung der Herren von Isenburg. Im Jahr 1788 wurde die Kirche allerdings aufgegeben. Das genaue Entstehungsdatum lässt sich dank einer im Hochaltar gefundenen Urkunde so genau belegen. Sie beinhaltet den Auftrag des damaligen Weihbischofs Gerhard von Salona im Auftrag des Trierer Kurfüsten, einen Altar zu Ehren der Gottesmutter zu errichten. Und damit war der Grundstein der Wallfahrtskirche gelegt. Schon früh kamen Pilger und Prozessionen von nah und fern, um dem Gnadenbild ihre Sorgen vorzutragen und um Gottes Beistand zu bitten. Zwischen 1784 und 1790 waren durch eine Verordnung des Kurfürsten und Erzbischofs diese Bittgänge allerdings verboten, sofern die Pilger einen weiteren Weg als eine Stunde zurücklegen mussten. Leider wurde in dieser Zeit die Kapelle aufgegeben und dem Verfall überlassen. Einzelne Pilger ließen sich aber davon nicht beirren und suchten weiterhin die Kapelle auf.




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Erst im Jahr 1934 wurde sich der Wallfahrtskirche Hausenborn wieder angenommen und man begann, die Kirchenruine zu renovieren. Zu diesem Zeitpunkt wurde die ehemalige Sakristei zu einer Gnadenkapelle errichtet, welche als geschlossene Kapelle die Kirchenruine ergänzt. Auch viele weitere spannende Funde, wie unter anderem ein überlebensgroßer Christuskopf aus Sandstein aus dem 15. Jahrhundert, wurden im Zuge der Arbeiten gefunden. Der Christuskopf ist übrigens heute in der Isenburger Pfarrkirche ausgestellt.

(Foto: Andreas Pacek)

Nicht nur für gläubige Menschen oder Geschichtsliebhaber ist die Kirchenruine ein perfektes Ausflugsziel. Das Durchstreifen der Ruine und das Innehalten in der kleinen Kapelle wirken auf Jung und Alt gleichermaßen beeindruckend und besonders. Auch wenn neben den Instandsetzungen nach den Vandalismus-Fällen stetig an verschiedenen Stellen Renovierungsarbeiten stattfinden, stört das einen Besuch in keiner Weise. Gerade die Lage im Wald trägt zu einer ganz besonderen Stimmung und Magie des Ortes bei.

Wer den Besuch der Kirchenruine mit einer Wanderung verbinden möchte, kann die mit der Wäller Tour Iserbachschleife.

Lage der Kirchenruine Hausenborn


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