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Nachricht vom 05.10.2007    

"Pur 30" hilft jungen Arbeitslosen

Vernetzung, Bündelung der Kräfte, Synergieeffekte - verschiedene Worte stehen für ein Ziel: Wie bringen wir den Kreis Altenkirchen wirtschaftlich voran, wie bringen wir vor allem junge Arbeitslose in Arbeit? Die ARGE (beziehungsweise die Träger) haben jetzt die Initiative ergriffen und wollen Perspektiven vor allem für Hartz IV-Epfänger unter 30 aufzeigen. Mit einem Qualifizierungs- und Beschäftigungsprogramm in Kooperation mit den regionalen Trägern. Und die Initiative scheint zu greifen.

pur 30

Altenkirchen. Es ist ein "Pilot-Projekt" und die Piloten sind die ARGE sowie die Caritas, das CJD Wissen und die Neue Arbeit. Die Passagiere sind junge Arbeitslose unter 30, die fit gemacht werden sollen für den Arbeitsmarkt. Einige sind dort schon erfolgreich gelandet, wie der stellvertretende Geschäftsführer der ARGE, Arnold Wertmann, gegenüber der Presse am Donnerstag erklärte. Ausgemachtes Ziel der Initiatoren des Projektes ist es, mindestens 30 Prozent der Teilnehmer an den Maßnahmen in den 1. Arbeitsmarkt zu vermitteln. Das lässt man sich immerhin 600000 Euro pro Jahr kosten.
Wertmann sagte, mit dieser Maßnahme wolle man jungen Arbeitslosen die Möglichkeit bieten, sich neu zu orientieren. Es soll herausgefunden werden, wo die Interessen der jungen Menschen liegen, um entsprechende Schwerpunkte für die Ausbildung setzen zu können. Den Teilnehmern soll so die Möglichkeit gegebben werden, sich zu profilieren, bei drei Trägern unter einem Dach sei dies viel besser möglich. Es gehe darum, Defizite bei den Teilnehmern zu erkennen und in enger Anlehnung an den Bedarf des Arbeitsmarktes zu agieren. Durch die Bündelung der Kräfte sei ein besserer Zugang zu den Jugendlichen möglich, um diese Defizite zu erkennen. Wertmann nannte als Stichworte auch die Erlangung des Hauptschulabschlusses oder die Verbesserung der Sprachkompetenz.
Rudolf Düber von der Caritas sagte: "Das Projekt 30 Pur ist aus unserer Sicht ein Glücksfall." Es sei gelungen, eine gute Mischung aus Qualifizierung, Fachpraxis und Ausbildung herzustellen. Dieses Projekt, so ist sich Düber sicher, strahle über die Region hinaus. Schon jetzt könne man von einem Erfolg reden: 27,5 Prozent der Teilnehmer seien in den allgemeinnen Arbeitsmarkt eingegliedert worden. Aktuell habe man bisher 32 Teilnehmer in Beschäftigung gebracht und einen in Ausbildung (von 120). Zurzeit sind 132 junge Menschen beteiligt, die für höchstens neun Monate gefördert werden. Düber zeigte sich erfreut über die sehr niedrige Abbrecherquote bisher und einen niedrigen Krankenstand. Dies zeige, dass die Teilnehmer die Maßnahme als eine Chance für ihr weiteres Leben begreifen. Dies dokumentiere auch das große Interesse: Zurzeit gebe es eine Wartezeit bis zu drei Wochen zur Aufnahme in das Programm.
Ein wichtiger Aspekt ist, dass innerhalb der Projekte auch "präventiv" gearbeitet wird. So gibt es beispielsweise ein Modul "finanziell fit" angesichts der Tatsache, dass durch Arbeitslosigkeit sich oft auch eine erhebliche Überschuldung der Betroffenen einstellt. Auch hier will man helfend eingreifen. Düber sagte, man sei auf einem guten Weg, den jungen Leuten dabei zu helfen, sich selbst zu helfen. Das sei, so 2. Kreisbeigeordneter Dietmar Schumacher ergänzend, "auf der Höhe der Pädagogik".
Bernd Suscheng, Geschäftsführer der Neuen Arbeit in Altenkirchen, sagte, es sei gut und hilfreich, dass die drei Organisationen zusammenarbeiten. Für einen Träger alleine wäre eine solche Maßnahme nicht zu stämmen gewesen. Dies mache den Projektcharakter aus. Man biete einen guten Mix aus Praxisorientierung und sozialpädagogischer Betreuung, um die Schlüsselqualifikationen der Teilnehmer zu zu fördern. Schuscheng erläuterte, dass das Projekt sich auch an junge Mütter wende und auch die Schuldenproblematik nicht außen vor lasse. Das Ziel sei es, junge Menschen dazu zu befähigen, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Wichtig sei auch die Sprachschulung etwa für Rußlanddeutsche, was bisher in diesem Maße garnicht möglich gewesen sei. Auf jeden Fall, so Schuscheng, habe jeder der Teilnehmer etwas für sein Leben gelernt, allein "deshalb ist das eine gute Geschichte."
Wie funktioniert "Pur 30"? Es gibt zwei Anlaufstellen im Kreis, in Altenkirchen und in Betzdorf. Dort werden erste Gespräche mit den Aspiranten geführt, bevor diese auf die einzelnen Träger verteilt werden. Rudolf Düber sagte, man gehe mit großer Sorgfalt in das Erstgespräch, denn eine Integration in den Arbeitsmarkt sei nur erfolgreich, wenn auch die gesellschaftliche Integration gelinge.
Armin Krah vom Christlichen Jugenddorf (CJD) in Wissen sprach von bisher sehr guten Erfahrungen mit dem Projekt und einer überraschend hohen Vermittlungsquote. Es habe sich als erfolgreich erwiesen, dass die Ressourcen von drei verschiedenen Trägern in einem Projekt genutzt werden können.
Heiner Kölzer (Geschäftsführer der ARGE) freute sich, dass es gelungen sei, die drei größeten Akteure des 2. Arbeitsmarktes zusammen zu bringen. Nun könne man ein flächendeckendes Angebot vorweisen mit einer guten Mischung. Kölzer: "Das ist ein innovatives Modell, das hoffentlich weitere Früchte trägt."
Karl-Ernst Starfeld (Leiter der Arbeitsagentur Neuwied) sagte, man sei in einer Phase, wo die Institutionen noch viel dazulernten. Er sprach deshalb von einem "lernenden System". Dieses Maßnahmekonzept sei ein gutes Beispiel dafür, dass es hier mehr ums Fördern als ums Fordern gehe, wo der ganze Mensch gesehen werde. Hierfür sei der Trägerverbund eine sehr geeignete Konzeption. Diese erfolgreiche Konstruktion werde auch in Zukunft von der Arbeistagentur mit getragen werden, versprach Starfeld. (rs)
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Sie stellten "Pur 30" am Donnerstagnachmittag im Kreishaus vor (von links): 2. Kreisbeigeordneter Dietmar Schumacher, Alfons Wertmann (ARGE), Karl-Ernst Starfeld (Arbeitsagentur), Heiner Kölzer (ARGE), Rudolf Düber (Caritas), Bernd Schuscheng (Neue Arbeit) und Armin Krah (CJD Wissen). Foto: Reinhard Schmidt


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