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Nachricht vom 28.01.2022    

Fragen zum Katastrophenschutz im Landkreis: BKI gibt Antworten

Von Klaus Köhnen

Wie steht es um den Katastrophenschutz im Kreis Altenkirchen? Sind die Einsatzkräfte zum Beispiel auf Starkregenereignisse vorbereitet? Ralf Schwarzbach, der Brand- und Katastropheninspekteur (BKI) des Landkreises, stand dem AK-Kurier Rede und Antwort und ging unter anderem auf die Frage ein, ob im Katastrophenfall eine Warnung der Bevölkerung möglich ist.

Ralf Schwarzbach ist seit rund 14 Monaten im Amt als Brand- und Katastrophenschutz Inspekteur des Landkreises. (Foto: KKÖ)

Region. Bereits zu Beginn des Gespräches stellte der BKI fest, dass er nicht alle Fragen vollumfänglich beantworten könne. Es gibt Themenfelder, so Schwarzbach, bei denen derzeit noch Gespräche und Abstimmungen unter den Beteiligten erforderlich sind. Wichtig war es Schwarzbach auch, klarzustellen, dass eine Alarmierung für Großschadensereignisse, die auch die Warnung der Bevölkerung vorsieht, wie es andere Bundesländer handhaben, in den derzeit gültigen Gesetzen und Verordnungen des Landes Rheinland-Pfalz nicht beschrieben ist.

Kuriere: Stehen ausreichend Sirenen zur flächendeckenden Warnung zur Verfügung?
BKI: Diese Frage kann nur mit einem klaren Nein beantwortet werden. Die derzeit vorhandenen Sirenen dienen im Landkreis ausschließlich zur Alarmierung der Feuerwehren. Ein zentrales Auslösen von Sirenen für die Warnung ist von keiner Stelle aus möglich. Der Landkreis hat mit der Warn App KatWarn ein Instrument, um ortsbezogen Warnungen vor Gefahren bekannt zu machen. Weiter gibt es mobile Warnsysteme und die Möglichkeit von Durchsagen über speziell ausgerüstete Fahrzeuge.

Kuriere: Gibt es im Landkreis Vorbereitungen, um notwendige Evakuierungen durchführen zu können?
BKI: Die Strukturen werden durch die Schnellen Einsatzgruppen (SEG) der Hilfsorganisationen bereitgestellt. Sicherlich müssen wir hier noch nachbessern. Grundsätzlich steht Personal und Material bereit.

Kuriere: Ist ein länger andauernder Einsatz durch die zuständigen Stellen (Verwaltung, Feuerwehren und Hilfsorganisationen) auch im Schichtbetrieb zu gewährleisten?
BKI: Ein Schichtbetrieb ist mit eigenen Kräften derzeit nicht möglich. Dies betrifft aber den gesamten Leitstellenbereich, also alle vier Landkreise. Hier laufen Gespräche, dass sich die Landkreise untereinander unterstützen, soweit sie nicht selber von dem Schadensereignis betroffen sind. Hierzu werden, auch gemeinsam mit dem Kreisverbindungskommando der Bundeswehr, Übungen durchgeführt.

Kuriere: Wie viele Kräfte stehen im Landkreis für den Großschadensfall zur Verfügung?
BKI: Aus allen Einheiten, also den freiwilligen Feuerwehren, den Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes und der DLRG stehen rund 1.800 Einsatzkräfte bereit. Natürlich muss man hier bedenken, dass sich hierunter auch Betroffene befinden werden, sowie Kräfte, die vom Arbeitgeber nicht freigestellt werden können. Auch hier bestehen die Verknüpfungen innerhalb des Leitstellenbereiches, so dass auf die anderen Landkreise zurück gegriffen werden kann.




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Kuriere: Gibt es vorbereitete Möglichkeiten zur Unterbringung Betroffener?
BKI: Es sind die Sporthallen und Bürgerhäuser in einer Liste erfasst. Besonderes Augenmerk lag und liegt hier auf der Ausstattung mit entsprechender Notstromversorgung der Räumlichkeiten.

Kuriere: Wird es, rückblickend auf die Ereignisse an der Ahr, Änderungen im Bereich Technik und Fahrzeuge geben?
BKI: Derzeit gibt es in den Kommunen und der Kreisverwaltung Überlegungen, wie ein möglichst flächendeckendes Sirenennetz aussehen sollte. Diese Sirenen sollen aus dem Sirenenförderprogramm, das der Bund aufgelegt hat, finanziert werden. In allen Bereichen werden Schwachstellen gesucht und abgestellt. Bei den Fahrzeugen sollen im Rahmen einer Landesbeschaffung geländefähige oder geländegängige Fahrzeuge beschafft werden. Diese Fahrzeuge werden natürlich auch bei den zahlreichen Wald- und Vegetationsbränden genutzt. Eine ausschließlich für ein Einsatzszenario bestimmte Beschaffung ist nicht angedacht. Mehrere Arbeitskreise befassen sich derzeit mit Überlegungen zu alternativen Fahrzeugkonzeptionen.

Kuriere: Wird es eine Erweiterung der Aus- und Weiterbildung aller Beteiligten auf Kreisebene geben?
BKI: Ja dies wird derzeit vorbereitet. Im einzelnen handelt es sich um die Mitglieder des Führungsstabes und dem Ausbau im Bereich Information und Kommunikation (IuK). Auch die vorhandene Technik der IuK-Zentrale im Kreishaus soll auf den neuesten Stand gebracht werden. Dies alles wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Es ist bereits gelungen, die Stabsarbeit weitestgehend zu digitalisieren. Auch dies ist einer der vielen Schritte, die sich aus den Erfahrungen dieses Einsatzes ergeben haben.

Die Fragen stellte Klaus Köhnen.


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