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Nachricht vom 02.03.2022    

Altenkirchener Friedhof: Alleecharakter an einem der Hauptwege erhalten

Der Altenkirchener Waldfriedhof macht seinem Namen in vielen Bereichen des großzügigen Areals alle Ehre. Dazu zählt auch der Alleecharakter, der an den Hauptwegen teils vorhanden ist. Die Begräbnisstätte misst knapp 28.000 Quadratmeter.

Das sind die „Überreste“ des während eines Sturms im Februar umgestürzten Mehlbeerbaumes. (Foto: vh)

Altenkirchen. Schöner geht es fast kaum noch: Der Altenkirchener Waldfriedhof punktet in erster Linie mit der herausstechenden Co-Existenz von Bäumen, Sträuchern und Hecken, zwischen denen die unterschiedlichen Grabfelder eingebettet sind. An Teilabschnitten verleiht hoch wachsendes Gehölz den Hauptwegen zudem den Charakter von Alleen. Deswegen sprach sich der Umwelt- und Bauausschuss der Stadt in seiner jüngsten Sitzung einstimmig am späten Dienstagnachmittag (1. März) dafür aus, einen nicht mehr vitalen Mehlbeerbaum zu fällen und den „Randstreifen“ komplett wieder aufzuforsten. Zuvor war bereits während eines Sturms im vergangenen Monat ein weiteres Gewächs dieser Spezies umgestürzt. An ihre Stellen entlang einer der wenigen bituminierten Verbindungsabschnitte (vom Haupteingang aus gesehen der linke Ast nach der Wegegabelung) sollen linkerhand sechs Eichen in Säulen- und Solitärformat gesetzt werden. Auf der gegenüberliegenden Seite bleiben die Mehlbeerbäume zunächst erhalten. Am rechten Ast nach der Kreuzung sind es Birken, die für die „Begrenzung“ sorgen.

Weitere Angebote einholen
Derzeit liege ein Angebot über 4600 Euro für sechs Bäume vor, wurde in der Zusammenkunft bekannt. Eine einjährigen Pflege, eine Anwuchsgarantie und das Herausfräsen der alten Baumstümpfe seien inkludiert. Stadtbürgermeister Matthias Gibhardt ergänzte: „In diesem Bereich ist die Erde sehr nass. Deswegen kommen Eichen infrage, die unkompliziert sind.“ Grundsätzlich stimmte Peter Müller (Bündnisgrüne) dem Vorhaben zu, merkte jedoch an, dass die „feinstrukturierten Wurzeln“ der Eichen, sollte der Weg einmal erneuert werden müssen, den Einsatz von beispielsweise Rüttelplatten zur Verdichtung des Untergrundes nicht verkraften würden. Quintessenz: Den Kostenvoranschlag und Müllers Einwand vor Augen, sollen ein, zwei weitere Angebote eingeholt und ein Fachmann zur Wurzelproblematik befragt werden, der Beschluss blieb aber unangetastet.




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Zunächst evangelischer Friedhof
Die Geschichte des Waldfriedhofs (bis 1954 evangelischer Friedhof) reicht bis ins Jahr 1855 zurück. Dieses Gebiet „Auf dem Schafstall“ (Flurbezeichnung) wurde unter Bürgermeister Friedrich Lietzmann (1852-1886) eingerichtet, parallel der Friedhof an der Landstraße nach Wissen im Bereich des heutigen Rathauses geschlossen (in Betrieb 1810-1856). Zuvor waren die Toten in oder rund um die Kirche beigesetzt worden. Zudem gibt es einen katholischen Friedhof in der Hochstraße (1835-1980), der rund 5000 Quadratmeter misst, offiziell geschlossen ist, also nicht mehr belegt wird. Über das Gelände kann frühestens im Jahr 2037 verfügt werden (längste Laufzeit einer Grabstätte). Auf dem Waldfriedhof wurde die erste Kapelle 1954 gebaut, die 1975 von einer größeren ersetzt wurde. Im Jahr 2020 gingen 55 Bestattungen in die Statistik ein. Spitzenreiter mit jeweils zehn Beisetzungen waren „Bestattung unter Bäumen“ und „Rasenurnenreihengrab“. Die Bilanz hatte sich 2015 ein wenig anders auf den ersten Plätzen dargestellt: 17-mal Wahl- und 10-mal Urnenwahlgrab bei 59 Begräbnissen. 2010 wurden 51 Beerdigungen mit diesen „Favoriten“ vollzogen: 19-mal Wahl-/10-mal Reihengrab. (vh)


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