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Nachricht vom 05.03.2022    

Kettenhausen: Tod eines Kalbes gibt zunächst einmal Rätsel auf

Der Tod eines Kalbes auf einem Bauernhof in Kettenhausen gibt noch Rätsel auf. Von einer größeren Bisswunde im hinteren Körperbereich wurden DNA-Proben entnommen, um zu klären, welche(s) Tier(e) für die schweren Verletzungen verantwortlich war(en).

Warum dieses Kalb in Kettenhausen sterben musste, soll auch die Auswertung von DNA-Proben ergeben. (Foto: vh)

Kettenhausen. Schreck am frühen Samstagmorgen (5. März) für Friedhelm und Markus Weller: In unmittelbarer Nähe eines eingezäunten Freilaufs finden die Betreiber eines landwirtschaftlichen Biohofes an der Hauptstraße von Kettenhausen ein totes Herdbuchkalb, das aber außerhalb der Umzäunung infolge einer größeren Bisswunde im hinteren Körperteil verendet ist. Der rund 60 Kilogramm schwere Nachwuchs war nur wenige Stunden zuvor geboren worden. Um sicher zu gehen, welches Tier für den Tod verantwortlich ist, nehmen Michael Kirchner von Landesforsten Rheinland-Pfalz und Moritz Schmitt (Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz) DNA-Proben vom Kadaver, um Licht ins Dunkel bringen zu lassen. Die Abstriche werden vom Senckenberg-Zentrum für Wildtiergenetik ausgewertet. Die Analyse nimmt zwischen drei und vier Wochen in Anspruch. An Ort und Stelle legen sich die beiden Fachleute natürlich nicht fest, ob ein Wolf, ein Fuchs, ein Hund oder wer oder was auch immer für die Bisswunde, bei der ungefähr ein Kilogramm Fleisch herausgetrennt wurde, infrage kommt.

Weitere Blutspuren auf Weg
Nach den Blutspuren und nach dem heruntergedrückten Stroh unter dem Gatter zu urteilen, könnte das Kalb, rückwärts Richtung Einzäunung liegend, unter der untersten metallenen Querstange hindurch hinausgezogen worden sein. Weitere Blutspuren auf einem direkt angrenzenden Weg lassen die Vermutung zu, dass der "Räuber", womöglich gestört, von seinem Opfer abgelassen hat, und es versuchte, Richtung Stall zurückzukehren, nur einen Meter von ihm entfernt jedoch starb. Weitere deutlich sichtbare Bisswunden wies das Kalb, das womöglich noch am Unterbauch eine kleinere Verletzung hatte, nicht auf. Kirchner und Schmitt nahmen das tote Tier, in einen Leichensack verpackt, mit, um es im Koblenzer Landesuntersuchungsamt genauer unter die Lupe nehmen zu lassen. Ebenso schien die Kehle des Kalbs, wie Kirchner nach Ertasten kundtat, bei der ersten Inaugenscheinnahme unverletzt. Für eine intensivere Sicherung des von mehreren Seiten teils offenen Stalles übergaben die Experten 15 Blinkleuchten und eine Wildtierkamera. Sie schlossen nicht aus, dass der "Täter" in einer der nächsten Nächte noch einmal zurückkehren könnte.




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Zwei Kälber auf Weide verletzt
Für die Wellers war es nicht das erste Mal, dass ihre Herde angegriffen wurde. Aktenkundig ist ein Vorfall vom 14. August 2020, als zwei Kälber auf einer Weide in Sichtweite des Betriebes bei einer Attacke verletzt wurden, aber wieder gesund gepflegt werden konnten. Sollte ein Wolf für das tote Kalb verantwortlich sein, meinte Friedhelm Weller: "Diese Tierart ist für unsere Art der Landwirtschaft nicht händelbar." Der Biohof hat sich mit seinen rund 35 Tieren der Ammenkuhhaltung verschrieben, die im Sommer auf nicht weit entfernten Weiden grasen. Das magere Fleisch der Herdbuchrasse wird auf Vorbestellung verkauft – derzeit wird ein Teil einer Scheune in einen kleinen Verkaufsraum umgestaltet. (vh)


Mehr dazu:   Wolf  
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