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Nachricht vom 22.03.2022    

IGS Betzdorf-Kirchen zeigt Flagge gegen den Krieg

Schüler und Lehrer der Integrierten Gesamtschule Betzdorf-Kirchen setzten auf dem Schulhof mit einer besonderen Aktion ein Zeichen für Frieden in der Ukraine. Gleichzeitig sollte der Blick auf alle Kriegs- und Krisengebiete geweitet werden.

Schüler und Lehrer der Integrierten Gesamtschule Betzdorf-Kirchen setzten auf dem Schulhof mit einer besonderen Aktion ein Zeichen für Frieden in der Ukraine. (Fotos: ma)

Betzdorf/Kirchen. Nach dem Abspielen des Lieds "Sag mir, wo die Blumen sind" und einem "Sondergong" setzten sich die Schüler sternförmig in Bewegung und gingen aufeinander zu, als ein sichtbares Symbol dafür, dass ohne Aufeinander zuzugehen kein Frieden möglich ist. Sie versammelten sich unter den Klängen des berühmten Lieds "Imagine" von John Lennon, um ein Podest auf dem Schulhof, das ein Kunstkurs unter der Leitung von Pädagogin Angela Prinz in den ukrainischen Flaggenfarben Blau und Gelb mit einer Friedenstaube in der Mitte und vielen kreisförmig angeordneten Händen ansprechend gestaltet hatte.

Schulleiter Uwe Mattusch übernahm die Begrüßung der Anwesenden: "Am Morgen bin ich an einem Supermarkt vorbeigekommen. Auf einer der Längswände stand: 'Stop the war in Ukraine and dont forget'. Auf einer Länge von 150 Meter waren eine Reihe von Ländern und Orten aufgezählt, in denen zurzeit Krieg herrscht, trotzdem reichte der Platz nicht." Was weltweit an Protesten die Menschen in ihrem Engagement gegen den Krieg verbinde, das wolle die Schule symbolisch nachstellen, indem sich die Schülergruppen an der Flagge treffen und damit Zusammenhalt gegen größtes Unrecht und Menschenverachtung zeigten, so Mattusch.

Unermessliches Leid, Tod, Vertreiben und Zerstörung richte der Krieg bei den Menschen praktisch vor unserer Haustür an. Die Tatsache, dass inzwischen in Russland das Wort Krieg und jegliche Kritik daran verboten sei, das verweise deutlich darauf, dass es kritische Stimmen im eigenen Land gäbe. So absurd der Versuch sei, einen Angriffskrieg durch Sprech- und Denkverbote in einem positiven Licht erscheinen zu lassen, so bekannt sei diese Technik, wo Opfer zu Tätern, Angriff zur Verteidigung, Menschen zu Feinden umdefiniert werden, um Gräueltaten zu rechtfertigen für die es keine Rechtfertigung gebe. "Daher ist unsere Solidarität hier und heute mit dem weltweiten Protest gegen Krieg an sich und insbesondere gegen den Krieg in der Ukraine, ein wichtiges Zeichen des Einstehens für unser aller Freiheit", so der Schulleiter abschließend.

Landrat Peter Enders sprach seine Anerkennung im Namen der gesamten kommunalen Familie des Kreises Altenkirchen aus. Die Sehnsucht nach Frieden und Freiheit führe zusammen an einer Schule, deren Namensgeber Hans und Sophie Scholl jeden Tag daran erinnern würden, wie wichtig der Widerstand gegen Krieg und Totalität sei. "Wir wollen ein Zeichen setzen für Frieden in der Welt", während nur rund zwei Flugstunden entfernt Frauen, Männer und Kinder sterben müssen. Das ist für uns alle unerträglich". Gemeinsam wolle man zeigen, dass Freiheit und Vielfalt stärker seien als Bomben und Panzer – das lehre die Geschichte. Europa fuße auf gemeinsamen Werten, zu denen an erster Stelle Freiheit, Demokratie und die Achtung der Menschenrechte gehörten. Toleranz, gegenseitige Achtung, Integration und freie Meinungsäußerung statt Diktatur: Sie seien die Grundlage für das friedliche Zusammenleben von Menschen. "Wir lassen uns Frieden und Freiheit in Europa nicht nehmen. Wir wollen, dass die Waffen schweigen, wir wollen Freiheit für die Ukraine".



Für die Schülervertretung sprach Joshua Pagnia. Auch er betonte, man wolle mit der Aktion ein Zeichen setzen gegen den Krieg und für den Frieden. "Wir sind uns unserer historischen Verantwortung als Deutsche und Lehrer sowie als Schüler einer Geschwister Scholl Schule bewusst. Als solche dürften sie nicht tatenlos zusehen und die Geschehnisse nur aus der Ferne beobachten. "Wir sind aufgerufen, für Frieden und Freiheit die Initiative zu ergreifen, genau so wie es die Geschwister Scholl taten."

"Gott wo bist du? - So fragen sich sicher unzählige Menschen in der Ukraine und in anderen Regionen der Erde angesichts des großen Leids in ihrer Heimat", so Matthias Schneider, der gemeinsam mit Religionspädagogin Monika Höck und einigen Schülern Fürbitten für den Frieden vortrug.

Die Lehrer Christian Norman und Benedikt Heer setzten mit ihrer musikalischen Interpretation des Songs "Redemption" ebenfalls ein Zeichen für den Frieden. "Redemption" bedeutet Erlösung, so Lehrerin Julia Danzeiser. Die Thematik sei universell und passe heute wie damals um den Wunsch nach Erlösung auszudrücken Erstaunlich sei wie viele Lieder sich mit dem Wunsch nach Frieden, Freiheit und Erlösung beschäftigten. Der Ursprung des Friedenssong Redemption, habe seine Wurzeln im Kosakischen, die Rebellen und freien Krieger, ehemalige ukrainische, polnische und russische Leibeigene, hatten sich zusammengetan da ihnen klar war, dass sie nur zusammen stark waren! Der Song beginne in der deutschen Version mit der Frage: 'Wann wird man je verstehen?'

Die Pädagogin fand passende und bewegende Schlussworte: "Deshalb sind wir heute alle zusammengekommen, um die Antwort zu geben: 'Krieg werden wir nie verstehen, aber für den Frieden würden wir alles tun!"

Danzeiser dankte abschließend allen Teilnehmern und erinnerte an den Schulflohmarkt am 2. April im Gebäude der IGS Betzdorf zugunsten de Kriegsopfer in der Ukraine. (ma)

Politik war vor Ort
Die Aktion der IGS wurde von Landrat Dr. Peter Enders und folgenden Verwaltungschefs mit ihrer Präsenz unterstützt: Andreas Hundhausen (Bürgermeister Stadt und VG Kirchen), Benjamin Geldsetzer (Stadtbürgermeister Betzdorf) und Joachim Brenner (Erster Beigeordneter VG Betzdorf-Gebhardshain in Vertretung für Bernd Brato)


Mehr dazu:   Ukraine  
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