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Nachricht vom 07.04.2011    

Gütesiegel für den Wald kommt einer ganzen Region zugute

Vor zwölf Jahren übernahm die Hatzfeldt-Wildburg´sche Forstverwaltung mit der ersten Zertifizierung nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) eine Pilotfunktion. Auch in diesem Jahr war die Prüfung des Forstbetriebs erfolgreich. Die Wälder wurden ebenso wie der gesamte Betrieb unter die Lupe genommen.

FSC-Beauftragter der Hatzfeldtschen Forstbetriebe Björn Stelter (Mitte) hat Grund zur Freude. Die Auditoren Gerhard Kuske (linsk) und Matthias Rau waren mit dem Betrieb hochzufrieden. Foto: Helga Wienand

Schönstein. "Dieser Wald ist ausgezeichnet", so steht es auf der Tafel, die Björn Stelter, FSC-Beauftragter der Hatzfeldt-Wildburg´schen Fortsverwaltung in Schönstein anfertigen ließ. Seit nunmehr 12 Jahren trägt das Haus Hatzfeldt das Gütesiegel des Forest Stewardship Council, kurz FSC. Weltweit gilt der FSC als Waldzertifizierungssystem mit hohen ökologischen und sozialen Ansprüchen.
Das FSC-Siegel begegnet dem Verbraucher heute in ganz unterschiedlichen Bereichen, nicht nur auf Gartenmöbeln und Parkettdielen, auch die Tickets der Bahn tragen das Siegel.
"Die Hatzfeldtschen Forsten gehören zu einem Gebiet der ersten Stunde und wurden kontinuierlich weiterentwickelt", so der Auditor der GFA Consulting Group Hamburg, Gerhard Kuske. Er nahm mit Mitarbeiter Matthias Rau das Unternehmen unter die Lupe, um die erneute Zertifizierung vornehmen zu können. Insgesamt gelten weltweit zehn Kriterien, nach denen das FSC-Siegel vergeben wird. Dazu zählen unter anderem die Einhaltung der Menschenrechte, die Wirtschaftlichkeit mit legalen Mitteln, Arbeitssicherheit, Nachhaltigkeit der Nutzung des Waldes, Schutz gefährdeter Pflanzen und Tiere und auch das Management eines Betriebes.
Den Hatzfeldtschen Wald nahmen die Auditoren unter die Lupe, zwei Tage ging es in die unterschiedlichen Bereiche im Raum Wissen und im Wildenburger Land. Drei von insgesamt fünf Revieren wurden untersucht, mancher Blickwinkel auf Wegezustand und auf Neuanpflanzungen ergaben sich da rein zufällig. Kuske machte im Pressegespräch darauf aufmerksam, dass es ein gezieltes Nachsehen gibt und etwa drei- bis viertausend Hektar Waldfläche untersucht wurden. Er lobte das gleichbleibend gute und hohe Niveau des Unternehmens. "Der naturnahe Waldbau ist auch ein Qualitätsmerkmal für die gesamte Region", so der Waldprüfer. Besonderes Augenmerk legt man auch auf den Umbau der Wälder, dazu zählt der Bestand an Gastbaumarten wie etwa Douglasie und auf die Naturverjüngung. Auch der Umgang mit Schutzflächen (Flora-Fauna-Habitate und Natura 2000 Flächen) findet Eingang in die Zertifizierung. Hier gebe deutliche Verbesserungspotenziale, meinte Kuske. Aber das liegt nicht am Waldbesitzer. Dr. Franz Straubinger machte aufmerksam, dass auch nach zehn Jahren noch immer die Managementpläne des Landes fehlen. „Da hängt der Betrieb in der Luft“, sagte Straubinger.
Diese Schwachstelle hat aber keine Bedeutung für die positive Beurteilung durch die Auditoren. Kuske war zum ersten Mal im Betrieb und es machte nach eigenen Worten Spaß in der Region zu arbeiten. Das Siegel FSC diene ja nicht nur der besseren Vermarktung des Holzes, es sei auf Nachhaltigkeit und und die Weiterentwicklung der Wälder ausgelegt und komme den kommenden Generationen zugute.
Das sich seltene Pflanzen wieder ausbreiten können, der Schwarzstorch seinen Horst bauen kann, auch dazu trägt das FSC-Siegel bei. Und das die Arbeit im Wald sicherer wird, Verbesserungen bei der Schutzkleidung der Waldarbeiter umgesetzt werden, auch dazu trägt die jährlich Prüfung bei. Für den Verbraucher gibt es mittlerweile eine große Palette Produkte, die das FSC-Siegel tragen. Aber es könnte da noch deutlich besser werden, denn im Bereich des Bauholzes etwa wird erst auf den Preis geschaut und nicht auf das Siegel. (hw)




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