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Nachricht vom 31.03.2022    

DRK-Kleidersammlung Kreis Altenkirchen: Weniger Kleiderspenden als üblich

Zur Kleidersammlung rückten kreisweit die Aktiven der 13 Bereitschaften aus. In ihren Einzugsgebieten holten sie die Kleidersäcke ab, die von der Bevölkerung mit alter oder ausgedienter Bekleidung sowie Schuhen vollgestopft waren. Nach einer ersten Bilanz standen zwischen 17 und 18 Tonnen am Straßenrand.

Bereitschaftsleiter Stefan Theis (links) war mit seinem Bruder Christian Theis und dessen Sohn Alexander zunächst am frühen Morgen in Herkersdorf (Foto) und Offhausen auf Achse. Die Bereitschaft Kirchen war mit zehn Helferinnen und Helfern mit von der Partie. (Fotos: tt)

Region. Vielleicht sind die Kinder buchstäblich aus den Kindersachen herausgewachsen. Oder die eigene Hose zwickt inzwischen doch zu sehr im Bund. Es gibt viele Gründe, warum man sich von Kleidungsstücken trennen möchte oder muss. Für die Tonne ist der Stoff jedoch viel zu schade, weil er zum Beispiel noch nicht aufgetragen ist. Also ab damit in den Sack und diesen bei der nächsten Kleidersammlung an die Straße stellen - und dort bequem abholen lassen.

Eine gute Gelegenheit dazu war am Samstag, dem 26. März: Die Aktiven aus den 13 Bereitschaften im Landkreis Altenkirchen hatten sich gerüstet, um bei der Frühjahrskleidersammlung die gefüllten Säcke einzusammeln und an eine der drei Umladestellen im Kreisgebiet zu transportieren. Für die Bereitschaften im Oberkreis war die Anlaufstelle das Gewerbegebiet in Dauersberg. Die Firma Evertz hatte es ermöglicht, auf ihrem Gelände einen Transportlastwagen zu beladen. Neben einer weiteren Abladestelle auf dem Schützenplatz in Birken-Honigsessen gab es eine dritte auf dem Gelände des DRK-Kreisverbandes in der Kreisstadt.

Die Temperaturen waren noch recht frisch, als die Bereitschaften am frühen Morgen aufbrachen. Zum einen mit eigenen Fahrzeugen des Rotkreuz waren die Dutzenden Helfer gestartet. Zum anderen mit Transportern und Pritschenwagen, die Unternehmen und Bauhöfe in den Dienst der guten Sache gestellt hatten.

Zur Menge der Kleiderspenden konnte dieses Mal keine Prognose gemacht werden
Die Frage nach dem erwarteten Gesamtvolumen der Kleidersammlung vermochte morgens niemand zu beantworten. Auch nicht diejenigen, die schon Jahre oder Jahrzehnte bei den jährlich zwei Kleidersammlungen mit anpacken. Für das Frühjahr 2020 war die bislang letzte Kleidersammlung geplant gewesen, musste aber aufgrund der Pandemie abgesagt werden. Erst jetzt, im März 2022, war überhaupt wieder eine Sammlung möglich. In den vergangenen zwei Jahren hat sich viel getan, auch an den in den Ortschaften ausgestellten DRK-Kleidercontainern.

Stefan Theis, stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter und Bereitschaftsleiter des DRK-Ortsvereins Kirchen, erinnerte sich, dass die Container teils überliefen: "Wir kamen mit dem Leeren kaum nach." Für Theis sei das ein Zeichen dafür, dass die Bevölkerung die Zeit des Lockdowns genutzt habe, um sich von Kleidung zu trennen. Dieses Mal habe man keine Prognose abgeben können, was am Ende des Tages zusammenkomme, so die einhellige Meinung. Bereitschaftsleiter Theis nannte noch andere Gründe, die eine Einschätzung schwierig machen: Als im Juli 2021 die Menschen im Ahrtal mit der Flutkatastrophe ihr Hab und Gut verloren, habe es eine enorme Spendenbereitschaft gegeben, auch bei Bekleidung. Aktuell seien auch für die Menschen in der Ukraine Bekleidung und Schuhe gespendet worden. Theis' Rotkreuzkamerad Frank Grünebach meinte, dass man dieses Mal einfach abwarten müsse, bis alle Straße abgefahren sind.



Kleidersammlung überschaubarer als sonst
"Es ist weniger als erhofft", stellte Grünebach dann am Ende fest. Das bestätigte, was beispielsweise mittags an der Umladestation in Dauersberg zu vernehmen war. Zu diesem Zeitpunkt blieb die Menge an Säcken hinter den üblichen Mengen zurück. Es zeichnete sich ab, dass die Kameraden an diesem Tag früher wieder in die Unterkünfte einrücken würden. In früheren Jahren waren sie von morgens 8.30 Uhr teils bis in die frühen Abendstunden damit beschäftigt gewesen, die Kleidersammlung Straße für Straße abzuarbeiten.

In Dauersberg arbeiteten die Helfer Hand in Hand, um die Lastwagen zu beladen. Auch in den Gassen der Ortschaften war Teamarbeit angesagt. An Stellenmit hoher Zahl an Säcken wurde eine Kette gebildet, um rasch die Fahrzeuge zu füllen.

Bei den Kleidersammlungen früherer Jahre sei man deutlich über 40 Tonnen gekommen, hatte Theis beim Start berichtet. Für ihn hat die Kleidersammlung drei wesentliche Punkte: Mit Kleidern, die noch in Ordnung sind, wird bedürftigen Menschen geholfen. Ein weiterer Aspekt sei der Umweltschutz, weil ausgediente Kleider nicht in Abfalltonnen landen. Außerdem würden die Bereitschaften, die ehrenamtlich aktiv sind, etwas für ihr Engagement aus der Sammelaktion zurückerhalten. Das sei eine Würdigung und Anerkennung des Ehrenamtes der Bereitschaften, sagte Theis und dankte für die gespendeten Kleider und Schuhe.

Was passiert mit den Kleiderspenden?
Das beantwortete Henrik Gelhausen. Als Sachbearbeiter des DRK-Kreisverbandes ist er federführend für die Vorbereitung der Sammlung verantwortlich. Von den Abladestationen aus verfrachten die Lastkraftwagen das Sammelgut en bloc zu einer Textilvermarktungsgesellschaft. Dort wird alles durch ein Sortierwerk geschickt und nach Qualität geordnet.

Aber auch Sachen, die vielleicht nicht mehr getragen werden können, weil sie stark beschädigt sind, werden nicht weggeworfen. Stattdessen kommt der Reißwolf zum Einsatz: Was durch seinen Schlund gewandert ist, findet später Verwendung als Putzwolle oder Füll- oder Dämmmaterial, berichtete Gelhausen. Bei der Kleidersammlung war er quer durch den Landkreis bei den Bereitschaften unterwegs. Gelhausen und Kreisbereitschaftsleiter Udo Schmidt von der Bereitschaft Katzwinkel schauten auch bei den Umladestationen vorbei.

Ernüchternd die erste Einschätzung. Gelhausen sprach von einem "historisch schlechtem Ergebnis". Man werde sich nach dieser Kleidersammlung mit den Bereitschaften treffen und beraten, wie man bei der nächsten Sammlung im Herbst verfährt. Die Frühjahrsaktion sei dennoch gut gelaufen, die Stimmung bei den Dutzenden von Helfern sei gut gewesen, so Gelhausen. (tt)



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