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Nachricht vom 23.05.2022    

KG Herdorf: Corona führte zu Einbußen und einer Satzungsänderung

Vorstandswahlen, eine Satzungsänderung und der Rückblick auf eine ausgefallene Session standen bei den Karnevalisten im Städtchen an: Bei der Jahreshauptversammlung der KG Herdorf wurden einige Regularien abgearbeitet. Außerdem wurde für das Wochenende zum 9. und 10. Juli das Sommerfest angekündigt.

Der alte Vorstand des Fördervereins ist auch der neue (von links): Bernd Meyer, Silke Klinder und Arnold Trapp. (Foto: tt)

Herdorf. "Nadda Jöhh", sagte Vorsitzender Thomas Otterbach und die Mitglieder erwiderten das ebenso, und zwar bei der Jahreshauptversammlung der KG Herdorf. Trotz der ausgefallenen Session haben die Karnevalisten aus dem Städtchen ihren Ruf noch nicht verlernt. In der Gaststätte Christians standen beim Jahrestreffen auch Vorstandswahlen an. Danach heißt der Vorsitzender weiterhin Thomas Otterbach, wobei er nach zehn Jahren im Amt ankündigte: "Irgendwann ist Ende."

Vizepräsident Stephan Euteneuer hatte zu der Jahreshauptversammlung begrüßt, mit der man wieder in den Jahresrhythmus der Veranstaltungen kommen möchte, wie es vor Corona üblich war. Mit Verweis auf die Pandemie dankte er den Aktiven für die geleistete Arbeit und den Mitgliedern für die Treue. In diesen belastenden Zeiten sei es wichtig, dass man weitermache, betonte der Vizepräsident und ermunterte: "Und dafür brauchen wir euch."

Die Corona-Pandemie setzte auch der KG zu
Nach der ausgefallenen Session 2021 waren die Herdorfer Jecken im Herbst zuversichtlich in die neue Kampagne gestartet. Seit der Prinzenparty hielt Ralf I. (Braun) als neue Tollität das Bockzepter fest. Auf die Sessionseröffnung am 11.11. folgten Besuche bei befreundeten Verein, aber dann wurde im Dezember alles abgesagt. Keine Sitzungen, kein Altweiber und kein Rosenmontagszug. Die kommissarische Geschäftsführerin Annika Schwanke machte es in ihrem Jahresabriss kurz: "Aufgrund der Corona-Pandemie hat keine Session stattgefunden."

Mit den statistischen Zahlen des Vereins machte Kassierer Klaus-Peter Beel vertraut. Die KG zählt ziemlich konstant 331 Mitglieder, bei den Aktiven sind 47 unter 18 Jahren. Es war an Beel, die Kassenbücher offenzulegen. Auch hier spricht Corona ein Wörtchen mit, denn wegen der ausgefallenen Veranstaltungen fehlen Einnahmen. Zudem musste investiert werden. Unterm Strich war rote Tinte erforderlich - trotz des Minus steht die KG aber auf einer soliden finanziellen Basis. "So ein Corona-Jahr haut bei den Finanzen schon rein", kommentierte Otterbach. Alle hätten gut gearbeitet, aber: "Es ist schwierig, ohne Rosenmontagszug und weitere Veranstaltungen alles aufrechtzuerhalten." Damit sei man jedoch nicht der einzige Verein: "Wir werden durchhalten, aber irgendwann muss es beendet sein."

Mit einem neuen Vorstand geht es zuversichtlich in die Zukunft
Veränderungen gab es bei den Neuwahlen des Vorstandes, die Ehrenvorsitzender Arnold Trapp leitete. Die Gelegenheit nutzte Versammlungsleiter Trapp, um seinen Dank an die Vereinsspitze zu entrichten. Vor dem Hintergrund der Pandemie mit ihren "ganz schwierigen Zeiten" gab Trapp seinen persönlichen Eindruck weiter: "Der Verein ist noch enger zusammengerückt." Für den Ehrenvorsitzenden Trapp ist das ein "großer Anteil dieses Vorstandes".

Das sah die Versammlung offenbar ähnlich, denn alle Kandidaten wurden einmütig gewählt. Er habe sich mit dem Gedanken getragen, seinen Platz an der Vereinsspitze freizumachen und nach zehn Jahren nicht mehr zu kandidieren, sagte Otterbach. Aufgrund der Pandemie, "die wir hoffentlich bald komplett hinter uns haben", sei ein Wechsel schwierig. Er werde kandidieren, würde sich aber gerne eine Option offen halten: Wenn sich bis zur nächsten Jahreshauptversammlung eine Kandidatin oder ein Kandidat bereit erklären sollte, den Vorsitz zu übernehmen, würde er gern den Stab weitergeben. Otterbach bekam das einstimmige Votum und Trapp wünschte dem alten und neuen Vorsitzenden weiterhin ein "glückliches Händchen".

Wiedergewählt wurde die stellvertretende Vorsitzende Nicole Schneider, ebenso Kassierer Klaus-Peter Beel. Wie bereits länger angekündigt, scheidet Ulrich Berens nach zwölf Jahren aus. Auch er war Vizevorsitzender. Diese Aufgabe übernimmt nun Andreas John. Acht Jahre war René Schneider Geschäftsführer. Weil er beruflich eingespannt ist, gibt er den Posten nun weiter, und zwar an Annika Schwanke. Deren Stellvertreter ist künftig René Schneider.

Seit Herbst ist der Posten des Präsidenten unbesetzt. Damals hatte Marco John seinen Posten als Präsident zurückgegeben. "Wir brauchen junge Leute für die Ämter im Verein", sagte Vizepräsident Euteneuer, als es um die Neuwahl des Präsidenten ging. Sein Vorschlag: Kommissarisch wird Klaus-Peter Beel Präsident. Euteneuer und Regina Farnschläder bleiben Vizepräsidenten: "Wir machen eine Wahlperiode weiter." Beide begleiten Karnevalssitzungen. Euteneuer: "In diesen zwei Jahren wollen wir einen Praktikanten zum Präsidentenamt hinführen und dabei unser Wissen und unsere Erfahrungen weitergeben." Es sei ein ganz wichtiger Posten im Verein, der aber nicht ganz einfach zu besetzen sei, betonte der KG-Chef. Die Wahl wurde ausgesetzt und man will so verfahren, wie Euteneuer vorgestellt hatte.

Satzungsänderung: Wie geht es mit der Tollität weiter, wenn durch äussere Umstände ihre Session ausfällt?

Die Mitglieder hatten auch über eine Satzungsänderung zu entscheiden. Auslöser ist Corona. Für Prinz Ralf I. (Braun) hatte alles im Dezember ein jähes Ende genommen: Die Session wurde abgesagt, bevor sie überhaupt richtig begonnen hatte. Wie geht es bei einer Tollität weiter, deren Session aufgrund einer Pandemie abrupt vorbei ist? Es sei darum gegangen, ob die Tollität weitermachen kann oder eben nicht, sagte Beel, der die Satzungsänderung erläuterte. In dem Regelwerk war zu einer Situation wie Pandemie oder Krieg, bei der eine Session nur eingeschränkt oder eben gar nicht stattfinden kann, nicht mit einem einzigen Satz erwähnt, wie das zu handhaben sei.



Die KG wandte sich an den Justitiar der Rheinischen Karnevals Korporation (RKK), skizzierte Beel. Laut dem Justitiar gehe es nicht um die Person, sondern ausschließlich um die Institution "Tollität". Was für ein Recht hat diese Institution? Ein weiterer Aspekt sei es, den sozialen Frieden zu wahren. Alle Vereine seien davon betroffen, habe der Justitiar mitgeteilt. Weil die Satzung nichts zu diesem Punkt hergab, musste eine Entscheidung getroffen werden. Im Prinzengremium. Nun wird Prinz Ralf I. in der Session 2022/23 regieren.

Beel sprach von einer "schweren Entscheidung", die man habe treffen müssen. Sollte wieder einmal ein unvorhergesehenes Ereignis die Session zum Erliegen bringen, wird künftig niemand mehr bei der KG Herdorf in diese Bredouille kommen. Sollte der Fall der Fälle eintreten, dann reicht einfach ein Blick in die Statuten, um zu wissen, wie vorgegangen werden kann und muss. Bei außergewöhnlichen Ereignissen oder höherer Gewalt, heißt es bei dem entsprechenden Paragrafen in dem Regelwerk, "die einen ordnungsgemäßen Ablauf der Session unmöglich macht oder vorzeitig beenden, hat die Tollität das Recht auf eine Verlängerung um ein Jahr". Festgehalten ist auch, dass persönlich Verhinderungsgründe nicht zu einer Verlängerung führen. Die Versammlung nahm einstimmig die novellierte Satzung an.

Das Sommerfest ist für Juli geplant
Musik und Tanz sind für das Wochenende vom 9./10. Juli geplant. Das zweitägige Sommerfest soll am Hellerufer auf dem Lidl-Parkplatz veranstaltet werden. Mit von der Partie werden die Tanzgruppen sein, die auf der Bühne tanzen werden. Für den musikalischen Schwung sorgen samstags die "Obersteiger". Den sonntäglichen Frühschoppen wird der Bollnbacher Musikverein Herdorf schmissig gestalten. Damit startet die KG nach der abrupt beendeten Session wieder einer Veranstaltung.

Die 118 Jahre alte KG Herdorf hat auch einen Förderverein, der aber erst sieben Jahre alt ist. Aber auch hier gab es nun die Jahreshauptversammlung. Der Verein mit seinen 53 Mitgliedern hatte einiges an Geld locker gemacht, um 2021 die KG und die Gruppen zu fördern. Kassiererin Silke Klinder berichtete unter anderem von Zuschuss für Polka-Kostüme und Trainingsanzügen für das Jugendtanzkorps. Auch für Orden und Pins gab es einen finanziellen Zuschuss. So konnte der Verein im Vorjahr 10.295 Euro beisteuern. Bei der Jahreshauptversammlung wurde auch über Investitionen in diesem Jahr beraten und abgestimmt. Neu gewählt werden musste auch der Vorstand - und dabei wurden die Amtsinhaber bestätigt: Vorsitzender Bernd Meyer, stellvertretender Vorsitzender Arnold Trapp und Kassiererin Silke Klinder. (tt)


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