Werbung

Nachricht vom 12.05.2011 - 14:13 Uhr    

Neue Stiftung des Evangelischen Kirchenkreises stellte sich vor

Die neue Stiftung des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen hat sich jetzt in einer Veranstaltung im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Hamm vorgestellt. Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, der auch EKD-Vorsitzender ist, lobte die Initiative im Kreis Altenkirchen: "Eine Stiftung ist klug".

"Stiftungen brauchen einen langen Atem": Nikolaus Schneider, EKD-Ratsvorsitzender und Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, begrüßte das Engagement des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen zur Finanzierung von Zukunftsaufgaben eine Stiftung zu gründen. Fotos: Petra Stroh

Kreis Altenkirchen. "Eine Stiftung ist klug", lobte Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und EKD-Ratsvorsitzender, die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen, die im November 2009 beschlossen hatte, eine unselbständige kirchliche Stiftung zu gründen, die nun im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Hamm erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. "Wir stellen unser Jüngstes vor", hatte der im Vorjahr gewählte Stiftungsrat die Veranstaltung überschrieben, in der auch die ersten Projekte, die mit Stiftungsgeldern gefördert werden, vorgestellt wurden.

Superintendentin Andrea Aufderheide, die auch Vorsitzende des vierköpfigen Stiftungsrates ist (mit dabei auch Dieter Sonnentag/Fluterschen, Paul Seifen/Flammersfeld und Diana Strunk/Friedewald) konnte zum Auftakt der öffentlichen Stiftungsarbeit rund 150 Gäste in Hamm begrüßen, darunter neben viel kirchlicher Prominenz auch zahlreiche Bürgermeister und Beigeordnete, den Landtagsabgeordneten Thorsten Wehner (Wissen), Vertreter von Banken und Unternehmen, sowie viele engagierte Gemeindemitglieder aus dem gesamten Kirchenkreis.

"Wir wollen gute Projekte und Angebote für Jung und Alt in die Zukunft sichern, weil sie sich vor Ort bewährt haben, und zugleich sollen auch neue Projekte und Initiativen entwickelt werden können, mit denen wir zum Beispiel Mobilität im Alter fördern, Kinderarmut bekämpfen und vieles andere mehr, um so die Lebens-, Bildungs- und Zukunftschancen von Menschen in den Gemeinden und im Kirchenkreis verbessern zu helfen", unterstrich die Stiftungsratsvorsitzende.

200.000 Euro hat der Kirchenkreis als Grundkapital eingestellt und freut sich, dass bereits weitere Unterstützungszusagen eingingen. "Eine Stiftung soll ein ‚Werkzeug der Gerechtigkeit sein’“, hob Präses Nikolaus Schneider hervor und sah in der Altenkirchener Stiftungsidee diesen Ansatz gut umgesetzt, da Kirche auch stets Anwalt derjenigen sein müsse, die immer zu kurz kommen.

Warum muss aber Kirche, die bereits mit Kirchensteuern (mit)finanziert wird, noch zusätzlich Fördervereine und Stiftungen gründen? Schneider machte deutlich, dass das "geniale System" der Kirchensteuer bislang schon nur zu etwa Zweidrittel die Ausgaben der Kirchen deckten und der demografische Wandel dieses Finanzierungssystem zusätzlich schwäche. "Stiftung heißt langer Atem", unterstrich Schneider das auf Zukunft angelegte System der Stiftungsarbeit.

Es sei gut, dass die Gemeinschaft der Gemeinden die Kirchenkreis-Stiftung mit ihrem Ansatz der Dauerhaftigkeit unterstützte, lobte Schneider, denn ein "Kirchenkreis-Gebilde" klinge immer etwas anonym und brauche die Unterstützung vor Ort, damit Menschen angesprochen werden könnten.
"Es ist ratsam, dass sich Gemeinden ‚starke’ zusätzliche Einnahmequellen für die Zukunft erarbeiten", bestätigte auch Dr. Thomas Kreutzer, Leiter der "Fundraising-Akademie" Frankfurt/Main. Seine Einrichtung schult die "Fundraiser" für ihre Dienste vor Ort, insbesondere auch im kirchlichen Raum.

Dass Kirche seit Urzeiten das betreibe was man heute "Fundraising" nennt, belegte er ebenso biblisch wie zuvor Aufderheide und Schneider. Eine Stiftung hingegen "denke in anderen Zeithorizonten" als "Fundraising", da es neben der Akquirierung von Spenden vor allem um Zustiftungen gehe, die dauerhaft helfen. Vertrauen bestätigen und Transparenz schaffen - so könne Kirche das Instrument Stiftung optimal nutzen, riet der professionelle Spendensammler.
Ob alles, was man meint zu sehen, wirklich so ist, wie es scheint? Zauberer Youri Obrezkov verblüffte das Publikum des Stiftungsabends auf vielerlei Art. Erkenntnis: Wer sein Publikum verzaubern will, braucht dazu kein Riesen-Equipment mit wallendem Bodennebel, Licht- und Musikeffekten und reizvollen Assistentinnen. Ein Kartenspiel, ein Seil und fünf Bleistifte genügen dem wahren Künstler, um charmant einem Publikum zu beweisen, dass das Augenscheinliche mitsamt intelligenter Schlussfolgerung nicht immer das "Wirkliche" ist, oder doch?
Reizvolle "Handarbeit" gab es auch von der Kirchenband der Evangelischen Kirchengemeinde Altenkirchen, die passenderweise auch "Wenn ich einmal reich wär'" in ihrem umfangreichen Unterhaltungsprogramm eingebaut hatten.
Wie der Stiftungsrat konkret die Umsetzung der "Ausschüttung" versteht, wurde deutlich, als Stiftungsratsmitglied Dieter Sonnentag die ersten vier Projekte vorstellte, die in diesem Jahr von den Erlösen profitieren. Dazu gehört die Kirchengemeinde Almersbach, die in ihrer engagierten Jugendarbeit künftig mit einer "Gesangsanlage" arbeiten kann. Ebenfalls in Technik investieren kann nun die Kirchengemeinde Flammersfeld, um ihre musikalische Jugend- und Taizé-Arbeit akustisch zu verbessern. Die Jungbläser des Posaunenchores der Evangelischen Kirchengemeinde Birnbach profitieren ebenfalls praktisch von den Stiftungsgeldern: Hier sind Fortbildungs-Lehrgänge finanziell gesichert.

Eine besondere Form der Verkündigung pflegt seit vielen Jahren die Kirchengemeinde Daaden. In den Vorjahren kamen Tausende zum "Ostergarten", nun wurde erneut mit großem Einsatz von Ehrenamtlichen der "Auferstehungsweg" mit Egli-Figuren geschaffen, der noch bis Pfingsten wieder viele Gruppen und Einzelgäste nach Daaden locken wird. Da das Projekt nicht nur mit Arbeitseinsatz, sondern auch mit hohen Kosten verbunden ist, gab es auch hier eine "Finanzspritze" aus dem Stiftungs-Etat.
Akteure aus den vier Gemeinden präsentierten ihre geförderten Projekte - teils auf der Leinwand, teils auch live, wie etwa die verstärkte Jungbläser-Gruppe aus Birnbach. (pes)



Interessante Artikel



Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Hamm auf Facebook werden!

Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
 


Kommentare zu: Neue Stiftung des Evangelischen Kirchenkreises stellte sich vor

Es sind leider keine Kommentare vorhanden


Aktuelle Artikel aus der Region


In Kausen gibt es wieder ein Heuballen-Singen

Kausen. Zum sechsten Male veranstaltet der MGV „Zufriedenheit“ Kausen sein beliebtes Heuballen-Singen. Am Samstag, dem 31. ...

Ehrenamtliches Engagement in der SGD Nord gewürdigt

Region. Gudrun Hummerich setzt sich auf vielfältige Art ehrenamtlich ein. Ein Schwerpunkt ihrer Tätigkeit stellt ihre ...

„Freusburg Feuer“ 2019: 5.000 Euro für den Nachwuchs von Feuerwehr und DRK

Kirchen-Freusburg. Im April 2019 war es wieder soweit: Eine vor sechs Jahren erstmals organisierte, kleine private Feier ...

17. Wissener Jahrmarktslauf: Jetzt online anmelden!

Wissen. Ab sofort können sich die Läuferinnen und Läufer für den 17. Wissener Jahrmarktslauf,der am Samstag, dem 21. September, ...

Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Daaden-Herdorf vertiefen ihr Wissen

Herdorf. Einen Workshop hierzu gab es innerhalb der VG Daaden-Herdorf zuletzt vor zwei Jahren, seitdem sind viele neue Kameraden ...

Viele Buchsbäume vom Buchsbaumzünsler befallen – Verschnitt gehört in die Biotonne

Kreis Altenkirchen. Befallene Buchsbäume haben häufig eine beige-gelbliche Farbe und besitzen kaum noch Blätter. ...

Weitere Artikel


"Berthaner" tauchten in die Welt des Buches ein

Betzdorf. Es gibt leider eine Menge Leute, die zu wenig lesen – nicht so am "Tag des Buches" an der Bertha-von-Suttner-Realschule ...

Rosenbauer und Enders rufen zur Teilnahme an OLG-Demo auf

Region/Kreis Altenkirchen. Die Landtagsabgeordneten Dr. Josef Rosenbauer und Dr. Peter Enders rufen alle Bürgerinnen und ...

"Adler-Schützen" feiern viertägiges Schützenfest

Michelbach. Die "Adler"-Schützen in Michelbach feiern auch ihr diesjähriges Schützenfest in der gewohnten Weise im Festzelt ...

Autohaus Kamp EAW feiert am Sonntag 10-Jähriges

Wissen. Vor zehn Jahren zog das traditionsreiche Autohaus Kamp in den Neubau im Gewerbepark Frankenthal. Dies ist Anlass ...

Kradfahrer kollidierte mit Traktor - schwer verletzt

Friedewald. Am Mittwoch, 11. Mai, 14.16 Uhr, befuhr in der Gemarkung Friedewald ein 50-Jähriger mit seinem Suzuki-Motorrad ...

Bayer 04 Leverkusen kommt zum Freundschaftsspiel

Wissen. Der 17. Mai 2011 wird in die 100jährige Vereinsgeschichte des TuS Katzwinkel eingehen, soviel steht jetzt schon fest. ...

Werbung