Werbung

Nachricht vom 08.06.2022    

Premiere in Altenkirchen: Unternehmergespräch beschreibt zwei große Probleme

Gespräche können helfen, Standpunkte und Sichtweisen zweier unterschiedlich ausgerichteter Gruppen gegenseitig besser zu verstehen. Der Austausch fördert zudem die Möglichkeit, sich effektiver zu vernetzen. Das erste Altenkirchener Unternehmergespräch soll nicht das letzte gewesen sein.

Das erste Altenkirchener Unternehmergespräch wendete sich an Vertreter kleiner Unternehmen. (Foto: vh)

Altenkirchen. Das, was die Unternehmerschaft der Verbandsgemeinde (VG) Altenkirchen-Flammersfeld bewege, „ist auch wichtig für uns“: Deutlicher konnte der Bürgermeister der großen VG, Fred Jüngerich, das Verhältnis zwischen lokaler Wirtschaft auf der einen und heimischer Verwaltung auf der anderen Seite nicht beschreiben, „wir möchten gerne wissen, wer, wo und wie steht, wer welche Nöte hat“. Sofort ließen sich diese nicht alle lösen, „dennoch möchten wir unseren Bestand so gut wie möglich kennen“. Beim ersten Altenkirchener Unternehmergespräch am späten Dienstagnachmittag (7. Juni), einer Kooperationsveranstaltung der Regionalgeschäftsstelle Altenkirchen/Neuwied der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz und der VG im großen Saal des Altenkirchener Rathauses und zunächst einmal für kleinere Unternehmen gedacht, wurden zwei Probleme angesprochen, die sehr wahrscheinlich flächendeckend und damit für viele Betriebe (auch über die Handwerkskammer organisierte) gelten und seit Jahren immer wieder hochkochen. So sprach Jonas Otto von Bischoff-Touristik (Fiersbach) den Fachkräftemangel an und bezog ihn speziell auf das Fehlen von Busfahrern. Er bezeichnete die „Berufszugangsvoraussetzung“ als sehr hoch, zudem kämen noch Kosten in Höhe von rund 15.000 Euro auf einen Auszubildenden hinzu. „Es muss einfacher werden, Busfahrer zu werden“, forderte er und konnte sich, auf eine Nachfrage Jüngerichs, gut vorstellen, dass staatliche Subventionen helfen könnten, den Einstieg in den Job attraktiver zu machen. Zudem sei die Sparte von einer hohen Fluktuation geprägt, „das Durchschnittsalter unserer Fahrer liegt bei knapp über 50 Jahren“, erläuterte Otto, womit er andeutete, dass sich die Personalsituation in wenigen Jahren noch verschärfen könnte.

Zu Tode regulieren
„Wir sind dabei, uns zu Tode zu regulieren“, stellte darüber hinaus Jörg Rumpf von der Medizingerätetechnik „eezewave“ aus Pleckhausen fest und forderte, „bürokratische Regelungen zu entschlacken“. Ins gleiche Horn stieß Nic Gehrig (Gehrig Finanz/Neitersen): „Die Regelungen werden branchenübergreifend immer mehr, wir müssen immer mehr Auflagen und Dokumentationen anfertigen.“ Gleiches ließ Jüngerich auch für die Verwaltungsarbeit gelten, ergänzte jedoch, dass „der Staat pragmatisch sein kann, wenn er denn will“. Als Beispiel führte er die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Beschlüsse als auch den grundsätzlichen Umgang mit den Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf Deutschland (Flüchtlinge) an – mit dieser Einschränkung: die Schaffung/Umwandlung von Räumen in Kindertagesstätten, um Jungen und Mädchen aus dem osteuropäischen Land unterbringen zu können, wofür das Landesamt für Jugend, Soziales und Versorgung jeweils eine neue Betriebserlaubnis ausstellen müsse… So einfach, wie das zu seiner Zeit gewesen sei, als er dieses Aufgabengebiet bearbeitet habe, sei das längst nicht mehr.



Große Projekte der VG
In einer kurzen Darstellung hatte zunächst Jüngerich die aktuellen Projekte der VG mit dem Neubau des Hallenbades auf der Glockenspitze in Altenkirchen auf der Topposition mit einem Investitionsvolumen von (mindestens) 21 Millionen Euro vorgestellt. Darüber hinaus erwähnte er die neue Kindertagesstätte in Güllesheim (3 Millionen Euro), deren Rohbau fertiggestellt ist. 15,4 Millionen Euro seien im Investitionsplan der VG-Werke unter anderem für die Sanierung und Erweiterung der Kläranlage im Mehrbachtal und der zu bauenden kommunalen Klärschlammverbrennungsanlage in Wallmenroth eingestellt. Außerdem stellte Jüngerich die Arbeit der hauseigenen Wirtschaftsförderung (Dirk Fischer, Julia Gahlmann) vor: Unternehmensansiedlungen (kaum noch kommunale Flächen vorhanden), Bauflächen- und Leerstandsmanagement, Netzwerktreffen, Bestandspflege für die Unternehmen (über 2200 aktive Gewerbeanmeldungen/ohne Gewerbe im Nebenerwerb) sowie Gründungs- und Fördermittelberatung.

Was die IHK ist
Die IHK Koblenz unterhalte, so IHK-Regionalberater Frederik Fein anstelle der erkrankten IHK-Regionalgeschäftsführerin Kristina Kuttig, acht Regionalgeschäftsstellen zwischen Altenkirchen und Idar-Oberstein. Sie habe 103.358 Mitgliedsunternehmen, davon seien 2760 Ausbildungsbetriebe.

Fein stellte das Dienstleistungsangebot in wenigen Worten vor (Auszug): Fachkräftesicherung, Berufsorientierung, kostenfreie Sprechtage und Seminare sowie Veranstaltungs- und Webinar-Angebote. Explizit hob er die Weiterbildungskampagne „Aufsteiger“ und die Ausbildungskampagne „Durchstarter“ hervor. Es gebe auch spezielle Veranstaltungsangebote für den Kreis Altenkirchen. Christian Synwoldt, Abteilungsleiter Nachhaltige Energieversorgung bei der Energieagentur Rheinland-Pfalz, setzte schließlich via Online-Schaltung noch einen Kurzimpuls zum Thema Energiesouveränität vor allem mit dem Einsatz von Fotovoltaik-Anlagen. Sowohl Jüngerich als auch Fein sprachen in einem kurzen Fazit von durchaus möglichen Fortsetzungen solcher Zusammenkünfte. „Nicht alle sechs Wochen, aber in einem turnusmäßigen Abstand“, meinte der Hausherr fest entschlossen. (vh)


Lokales: Altenkirchen & Umgebung

Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Altenkirchen-Flammersfeld auf Facebook werden!


Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Wirtschaft


Erleben Sie Technologie hautnah: Die 1. Nacht der Technik in Altenkirchen

Altenkirchen. In einer einzigartigen Atmosphäre bietet die 1. Nacht der Technik die Möglichkeit, zwischen 18 und 24 Uhr verschiedene ...

Erste Nacht der Technik im Landkreis Altenkirchen lädt Technikbegeisterte ein

Kreis Altenkirchen. In einer einzigartigen Atmosphäre können Besucher zwischen 18 und 24 Uhr eine Vielzahl von Unternehmen ...

Beruf und Familie: Wirtschaftsförderungen laden zum Zukunftsforum im Online-Format ein

Region. Arbeitgeber mit dem Zertifikat zum audit "berufundfamilie" senden an ihre Beschäftigten die klare Botschaft, dass ...

Trump, Putin, Gollum und Geldhahn in der Westerwald Bank in Höhr-Grenzhausen

Höhr-Grenzhausen. Jörg Baltes ist ein sehr lebhafter Mensch, der nach eigenem Bekunden "stundenlang erzählen" kann, weil ...

Aufsichtsrat verlängert frühzeitig Bestellungen der EAM-Geschäftsführung

Kassel. "Der Aufsichtsrat sendet mit diesem Beschluss ein klares Signal: Wir haben ein sehr hohes Vertrauen in die aktuelle ...

Starterzentren und Wirtschaftsministerium: Umfrage zur Unternehmensnachfolge in Rheinland-Pfalz

Koblenz/Mainz. Doch wie sieht die Situation im Bundesland genau aus? Wo liegen Herausforderungen bei der Übergabe eines Unternehmens, ...

Weitere Artikel


Kindergarten Traumland Honneroth: Die Kleinen lernten viel über Papier in Almersbach

Almersbach. Papiermachermeister Matthias Pohle führte die Gruppe entlang der Papiermaschine in den Papiersaal und gab einen ...

Kita "Die Phantastischen Vier" Fürthen: Von "Feuerhütern" und "Acker-Rackern"

Fürthen. Die zukünftigen Schulkinder lernten den Umgang mit dem Streichholz und welche Regeln und Vorsichtsmaßnahmen im Umgang ...

In Wissen krachte es mehrmals auf den Straßen am 7. und 8. Juni

Region. Kurz vor der Stadt Wissen kam ein Fahrer am Mittwoch, den 8. Juni, gegen 6.25 Uhr mit seinem Pkw (Honda Civic) von ...

Uni Siegen: Bewerbungen für Bachelor-Studium ab sofort möglich

Siegen/Region. Ob Lehramt, Psychologie, Soziale Arbeit oder etwas ganz anderes: Die Universität Siegen bietet Studierenden ...

SV Elkhausen-Katzwinkel 2022: Markus Schneider wird erneut Schützenkönig

Region. Herzlich gratulieren kann man den neuen Majestäten 2022 des Schützenvereins Elkhausen-Katzwinkel: König Markus Schneider ...

Zwei Bücher von Christoph Kloft und Heinz W. Bissinger aktuell erschienen

Kölbingen. Ali verbringt neun Monate im Jahr als Hirtenjunge alleine mit seinen Hunden und der Schafherde auf einem Berg ...

Werbung