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Nachricht vom 15.05.2011 - 12:57 Uhr    

Grüne: Experten planten unzeitgemäßes Stadtbild

Für eine Fehlplanung halten die Betzdorfer Bündnisgrünen die Gestaltung der Siegparkplatzbebauung und des ehemaligen Aka-Geländes. Hier hätten die Experten ein unzeitgemäßes Stadtbild entworfen.

Betzdorf. Die Stadtratsfraktion der Grünen kritisiert die Siegparkplatzbebauung in Betzdorf. Die Verträge zur Nachfolge auf dem ehemaligen AKA-Gelände einschließlich Siegparkplatzbebauung seien nach dem Mehrheitswillen des Stadtrates abgehandelt, leider ohne eine Re-Ökologisierung des Geländes zu nutzen, so die einhellige Meinung der Grünen. "Wir plädieren genau wie die
anderen Fraktionen für eine Belebung der Innenstadt", erklärt Fraktionssprecherin Marion Pfeiffer, "aber unsere Ideen gehen in Richtung kleinteiliger, attraktiver Geschäfte in Nachbarschaft zu
wohnortnahen Grünflächen. Die Anlage rund um den Siegparkplatz hätte man zu einer Oase entwickeln können."
Der Begriff "Grüne Stadt" finde sich derzeit in den Handlungsprogrammen diverser Städte. Quantität und Qualität städtischen Grüns gälten mittlerweile als Ausweis für die Lebens-, Freizeit- und Umweltqualität, aber auch der Ästhetik einer Stadt, also letztendlich für die Attraktivität der
Stadt als Wohn- und Einkaufsstadt. Die fortschreitende Alterung der Gesellschaft und insbesondere stadtklimatische
Anforderungen machten es erforderlich, unbedingt innerstädtische Freiraumqualitäten zu stärken.
Dazu gehörten nicht nur großräumige periphere Grünzüge - etwa an der Bahnbrache siegabwärts -, sondern vor allem zentrale Grünräume, Parks und Plätze. Die diversen Betonplatten, die in Betzdorf zum Verweilen einladen sollen, erfüllten diesen Zweck nicht, sagen die Betzdorfer Grünen. Sommerliche Hitze und Dürreperioden schafften schon heute gerade in der Wilhelmstraße durch den starken Durchgangsverkehr und vor allem durch die großen versiegelten Parkplatzflächen oft unerträgliche Temperaturen.
Stadtratsmitglied Horst Vetter meint: "Ein kleiner Park an der Sieg unter schattenspendenden Bäumen zum Luftholen und kurzen Erholen wäre eine Wohltat gewesen, hätte Betzdorf beträchtlich
schöner gemacht und die Aufenthaltsqualität für Einheimische und Besucher in Betzdorf elementar gesteigert. Auch solche Kriterien des Sichwohlfühlens sind wichtige Standortfaktoren und nicht der
Bau von weiteren Kreisverkehren mitten in der Stadt, die das Flanieren und entspannte Bummeln durch die Stadt verhindern. Wir müssen uns endlich von der Idee verabschieden, dass der
innerstädtische Raum vor allem dem Autoverkehr zu dienen hat, der viel Lärm und Schmutz bringt", so Vetter.
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rate den Städten, angesichts der Klimaveränderungen in ihren Zentren alle Chancen zu nutzen, um mehr Grünbereiche und Frischluftzufuhr zu schaffen, in Form
von Alleen und kleinen Parks.
Die Berliner Technische Universität habe den Kühleffekt städtischer Grünanlagen untersucht und festgestellt, dass viele kleine Oasen die Wärmeinsel Innenstadt deutlich kühlen können. Bäume und Pflanzen seien zudem wichtige Feinstaubfilter.
Leider hätten solche Überlegungen bei der Neuplanung des Aka-Areals und des Siegparkplatzes keine Rolle gespielt und es sei nichts getan worden, um den schönen Platanenbestand für das
künftige Stadtbild zu retten. Auch die mit der Bebauung verbundene Neuverschuldung in Höhe von 2,6 Millionen Euro macht den Grünen zu schaffen. "Hier wird Geld zu Gunsten von 2 Großinvestoren ausgegeben, das in den
nächsten Jahren z.B. bei der Entwicklung von eigenen Stadtwerken, bei der Revitalisierung der Bahnbrache, beim Schwimmbad, bei der Verwirklichung der Masterpläne oder für ordentliche
Schlafplätze in Kindertagesstätten fehlt", kritisierte Marion Pfeiffer.



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