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Nachricht vom 17.05.2011 - 15:53 Uhr    

Ikonenausstellung in St. Ignatius Betzdorf

Eine Ikonenausstellung findet am Sonntag, 22. Mai, in der katholischen Pfarrkirche St. Ignatius in Betzdorf statt. Die ausgestellten Ikonen stammen aus der privaten Sammlung von Pastor Georg Koch.

Betzdorf. Am Sonntag, 22. Mai, um 16 Uhr findet in der katholischen Pfarrkirche St. Ignatius Betzdorf eine Ikonenausstellung statt. Pastor Georg Koch wird zum ersten Mal seine private Ikonensammlung aus verschiedenen Ländern deuten und dem Publikum zugänglich machen. Dekanatsreferent Christian Ferdinand erläutert das Motto der Wallfahrt 2012: "...und führe zusammen, was getrennt ist." Er interpretiert traditionelle und zeitgemäße Marientexte, er führt zusammen, was getrennt ist und verdeutlicht dies in unterschiedlichen Musikrichtungen. Musikalisch wird die Ausstellung von den Chören "Vokalensemble" 2004 und der Vokalgruppe "Bel Canto" begleitet. In der Bel Canto Band wirken Natalia Nazarenus (Keyboard), Marco Orthen (E-Bass) und Tim Zimmermann am Cajon mit. Die Ausstellung ist eine Veranstaltung des Dekanates Kirchen unter der Leitung von Dekanatskantor Luis Prathoner.

Wissenswertes über Ikonen
Ikonen können Ausdruck persönlicher Dankbarkeit und Frömmigkeit sein. Meist befindet sich ein Hinweis in der Widmung auf der Ikone, ein Familienwappen oder der Spender ist irgendwo auf der Ikone als kleine Figur abgebildet. Die ältesten Beispiele von Ikonen befinden sich im Sinai-Kloster und stammen aus dem 6. Jhd. Es handelt sich hierbei um tragbare (also auf Holz gemalte) Ikonen. Diese wurden mit angewärmtem und in aufgelöstem farbigem Wachs gemalt und sind teilweise bis heute noch sehr gut erhalten. Aus den folgenden Jahrhunderten sind nur wenige Ikonen erhalten, aber es gibt eine größere Anzahl Fresken, teils noch anzutreffen in den Kirchen und Kapellen, teils aus ihnen abgenommen und in Museen ausgestellt. Der Name Fresko leitet sich aus dem Italienischen ab und bedeutet "frisch", das heißt, der Maler konnte immer nur eine kleine Fläche mit dem speziellen Gipsgrund vorbereiten, wie er auch an einem Tage bemalen konnte, damit sich die Farbe dauerhaft mit dem Grund verbinden konnte. Diese Technik erforderte viel Geschick, da spätere Ausbesserungen nicht mehr möglich waren. Wollte der Maler eine Stelle ausbessern, musste er den gesamten Malgrund vorher abschlagen, neu grundieren und die Zeichnung wiederholen. Ikonen sind für die orthodoxe Kirche Fenster in die geistliche Welt - daher auch der meistens goldene Hintergrund, die Zweidimensionalität und die nicht naturalistische Malweise. In jeder orthodoxen Kirche gibt es die Ikonostase, eine mit Ikonen geschmückte Holzwand mit drei Türen zwischen den Gläubigen und dem Altar. Der somit abgetrennte Altarraum übernimmt dabei in Kirchen mit nur einer eintürigen Ikonostase zugleich die Funktion der westlichen Sakristei. In der Mitte hängt (vom Betrachter aus) rechts der Mitteltür eine Christus-Ikone, links eine Ikone der Gottesgebärerin, dazwischen ist die königliche Türe, durch die der Priester im Evangelienbuch und in der Eucharistie den König der Ehren zur Gemeinde bringt. Während der Eucharistie ist diese Tür offen und der Altar somit sichtbar. Ikonen werden verehrt, indem man sich vor ihnen bekreuzigt, sich verneigt oder zu Boden wirft und sie küsst oder lediglich ehrfurchtsvoll grüßt. Diese Verehrung wird dabei strikt unterschieden von Anbetung, die nur Gott zukommt. Auch die Verehrung bezieht sich nach orthodoxer Lehre auf den Dargestellten, nicht auf die Ikone selbst als einen Gegenstand aus Holz und Farbe. Die meisten Orthodoxen haben auch private Ikonen zu Hause, oft in einer "Gebetsecke" im Wohnzimmer angeordnet, nach Möglichkeit an der Ostwand.



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