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Nachricht vom 30.05.2011    

Stützmauer mit Gruben-Motiven künstlerisch gestaltet

Eine Stützmauer in Bitzen wurde jetzt von dem Graffiti-Künstler Kai "Semor" Niederhausen mit Unterstützung zweier Bitzener Jungen mit Motiven der ehemaligen Grube "St. Andreas" gestaltet. Die Aktion lief unter dem Leitgedanken "Bitzener Dorfentwicklung" zum Auftakt der diesjährigen "Offenen Gärten".

Die letzten Farbtupfer bringt Kai Niederhausen am Maschinenhaus der ehemaligen Grube "St. Andreas" an. Fotos: Rolf-Dieter Rötzel

Bitzen. Unter dem Leitgedanken "Bitzener Dorfentwicklung" gestaltete zum Auftakt der diesjährigen "Offenen Gärten" der anerkannte Graffiti-Künstler Kai "Semor" Niederhausen mit dem 15-jährigen Dustin Krieger und dessen sechsjährigem Bruder Tom (beide Bitzen) eine in der Hauptstraße stehende Stützmauer zur Hälfte mit Motiven der ehemaligen Grube "St. Andreas". In den nächsten Jahren sollen weitere Zeichnungen folgen, um so eine die Geschichte und Gegenwart darstellende Ortschronik zu erhalten.

Mit der Aufstellung eines Dorferneuerungskonzeptes und der Teilnahme am Landeswett­be­werb "Unser Dorf hat Zukunft", aus dem die Gemeinde Bitzen vor zwei Jahren als Kreissieger hervorging, konzipieren und kreieren sich in der Berggemeinde immer wieder neue Ideen, um das Dorf auf die kommenden Jahrzehnte vorzubereiten. Dabei wird nicht außer Acht gelassen, Zukunft mit Tradition und umgekehrt zu verbinden.
Die Idee der künstlerischen Mauergestaltung sei bereits vor zwei Jahren angesprochen worden, bekundete Ortsbürgermeister Armin Weigel. Hintergrund war die Anfrage von Jugendlichen aus der Ortsgemeinde nach einer Möglichkeit zur Kunstausübung; speziell einer Möglichkeit zum "Sprayen". "So entstand der Gedanke, graue Betonmauern zu nutzen. Alle waren sich einig, hierfür ein Konzept aufzustellen, damit ein "wildes Sprayen" ausgeschlossen werden kann." Der in der Graffiti-Szene bis nach New York bekannte Kai Niederhausen erklärte sich spontan bereit, behilflich zu sein. "Wir alle sind nunmehr gespannt auf das Echo der Bürger", so Weigel.
Vor der Gestaltung eines Teilbereichs der Stützmauer wurde diese im Vorfeld gründlich gereinigt und mit einem braunen Schutzanstrich versehen. Freitags begannen die Vorarbeiten für das knapp 30 Meter lange Kunstwerk. Tags darauf wurde vorskizziert, um dann sonntags die künstlerische Gestaltung im Sprühverfahren aufzutragen.
Die Wandgestaltung beginnt im linken Bereich mit in Erdtönen gehaltenen Stollenquerschnitten und dem Spruch "Wer zur dunklen Tiefe nieder in den Schoß der Erde steigt, kann nie wissen, ob ihm wieder sich das Licht der Sonne zeigt", den Kai Niederhausen auf einer alten Postkarte entdeckt hatte. Danach folgen die Darstellung des Grubeneingangs und eine teilweise mit Erz beladene Lore. In dem bergmännischen Transportwagen symbolisieren weiterhin Pflanzen und Blumen den in der Region niedergegangen Bergbau. Abgerundet wird die Darstellung mit dem ehemaligen Maschinenhaus "St. Andreas" sowie Wiesen und Wälder. Der Schriftzug "Bitzen" versetzt den Betrachter in die Berggemeinde. (rö)


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