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Nachricht vom 05.08.2022    

Dringend Hilfe gesucht: Ebernhahner Verein "Solidarität in der Not" kurz vor Aus

Von Wolfgang Rabsch

Den WW-Kurier erreicht ein dramatischer Hilferuf von Sascha Uvira, dem Vorsitzenden des Vereins S.I.N. e.V. (Solidarität in Not) Ebernhahn. Er bittet, die äußerst negative finanzielle Situation des Vereins publik zu machen. Eindringlich schildert Uvira, dass der Verein durch eine enorme Expansion an Bedürftigkeit praktisch finanziell am Ende sei.

Zahlreiche Menschen sind auf die Unterstützung des Vereins angewiesen. Aber ohne Hilfe für den Verein könnte dies bald vorbei sein. (Fotos: Sascha Uvira)

Ebernhahn. Die Kapazitäten seien aufgebraucht und der Verein könne vielleicht nur noch eine Woche existieren. Ein sichtlich bedrückter Sascha Uvira schildert dem WW-Kurier die Situation und wie es dazu kommen konnte: "Seit Beginn des Krieges im Februar 2022 versorgen wir 1267 Menschen aus 90 Ortsgemeinden", so Uvira. "An jedem Ausgabetag versammeln sich zwischen 150 und 200 Menschen vor der Ausgabestelle, egal bei welchem Wetter, ob es stark regnet, oder wie in letzter Zeit in brütender Hitze." Dabei komme es zu langen Schlangen vor der Ausgabestelle. Unter den Wartenden seien auch Kleinkinder und alte Menschen. "Eigentlich versorgen wir noch viel mehr Menschen mit Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen", fährt Uvira fort. Viele Menschen gäben Bekannten ihre Registrierungskarten mit, weil sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage seien, selbst in Ebernhahn zu erscheinen. "Wir würden gern auch die Menschen versorgen, die an den Tafeln nicht mehr unterstützt werden können, haben jedoch gerade so viel finanzielle Mittel, um die Flüchtlinge, die zu uns kommen, mit Lebensmitteln zu versorgen".

S.i.N. e.V. spürt auch die Probleme bei den Tafeln
Dramatisch zugespitzt habe sich die Situation auch durch die die existenziellen Probleme bei den Tafeln, von denen bereits einige ganz geschlossen wurden oder nur noch stark eingeschränkte Ausgabezeiten haben.

Uvira weiter: "Wir erleben tagtäglich dramatische Einzelschicksale, weil Krankenkassen für viele Kinder und ältere Menschen nicht die Kosten für Medikamente übernehmen. In diesen Fällen versuchen wir so gut es geht, finanzielle Hilfe zu leisten" Der Verein unterstütze die Geflüchteten durch freiwillige Helfer auch bei Behördengängen und beim Ausfüllen von Formularen, unter anderem bei der Familienkasse und beim Jobcenter. Dort seien die Zahlungen teilweise über drei Monate ausgeblieben. "Lobend möchte ich auf jeden Fall die solidarische Unterstützung aus unserem kommunalen Bereich erwähnen", so Uvira. "Zum Beispiel durch die Verbandsgemeinden Wirges, Selters und der VG Ransbach-Baumbach (Hochwasserhilfe Kannenbäckerland), der Ortsgemeinde Ebernhahn und im besonderen Maße die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises."

Inzwischen werden sogar Gebrauchsgegenstände aus dem Ahrtal nach Ebernhahn gebracht, darunter Sachspenden wie Haushaltsgeräte, etwa Wasserkocher, Kaffeemaschinen, Bügeleisen, Herdplatten, Toaster, Mikrowelle, Töpfe, Geschirr, aber auch Betten.
Uvira erklärt des Weiteren, dass in ihrer Not viele Menschen aus weiter entlegenen Ortschaften über die Grenzen des Westerwaldes hinaus nach Ebernhahn kommen, weil sie bei sich vor Ort keine Hilfe mehr erhalten, da die Tafeln geschlossen sind.




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Es ist nicht fünf vor zwölf, es ist eine Minute nach zwölf
"Wir können die Versorgung mit Lebensmitteln zurzeit nur mit Geld aufrechterhalten, in dem Bereich sind unsere Ressourcen fast vollständig aufgebraucht. Daher mein eindringlicher Appell, aber auch die Bitte: Helfen Sie, indem Sie großzügig spenden. Ich spreche ganz gezielt Unternehmen und Banken im Westerwald an. S.I.N. ist ein beim Amtsgericht in Montabaur eingetragener Verein, dem die Gemeinnützigkeit zugesprochen wurde, damit sind wir in der Lage, auf Wunsch Spendenquittungen auszustellen." Im Schnitt belaufen sich die fixen Kosten des Vereins pro Woche auf etwa 2.000 Euro, erklärt Uvira. Demnach benötige man im Schnitt rund 8.000 Euro, um den Vereinszweck zu erfüllen.

"Wie gesagt, wir haben nur noch Geld für eine Woche, um halbwegs die Geflüchteten mit den notwendigsten Lebensmitteln zu versorgen", fährt Uvira fort. "Es brennt lichterloh, wenn es uns nicht gelingt, weitere Spenden zu generieren, werden wir ab der übernächsten Woche keine Lebensmittel mehr ausgeben können."

An der Ausgabestelle in der Rosenheckhalle in Ebernhahn können auch gerne unverderbliche Lebensmittel abgegeben werden, zum Beispiel Babynahrung, Reis, Nudeln, Müsli, Konserven, Marmelade, Suppen, haltbare Wurst und Fisch in Dosen. Kleiderspenden werden beim Anziehpunkt in Montabaur abgegeben, wenn dort Bedarf bestehen sollte. Um die Geflüchteten auch seelisch zu betreuen, hat der Verein eine Kooperation mit www.systemische-traumapädagokik.de geschlossen.

SAT1-Frühstücksfernsehen wird aus Ebernhahn berichten
Sogar das SAT1-Fühstücksfernsehen ist auf die Situation des Vereins aufmerksam geworden, und war am 3. August vor Ort, hat dort mit Verantwortlichen des Vereins, aber auch mit vielen Geflüchteten intensive Gespräche geführt. Das Datum der Ausstrahlung steht noch nicht fest, es ist jedoch beabsichtigt, den Beitrag in der Woche ab dem 8. August zu senden.

Zurzeit finden Ausgaben mittwochs von 17.30 bis 19.30 Uhr und freitags von 15.30 bis 17.30 Uhr, und Annahmen dienstags und donnerstags jeweils von 17.30 bis 19.30 Uhr statt. Ort: Rosenheckhalle in Ebernhahn. Die Kontonummer für Spenden lautet: DE16 5105 0015 0817 1253 62 bei der NasSpa

Vom Vorstand wird versichert, dass jeder eingehende Cent und Euro 1:1 für den Vereinszweck verwendet wird.


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