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Nachricht vom 08.06.2011    

Für den Kreis Altenkirchen wird ein Klimaschutzkonzept erstellt

Der Kreis Altenkirchen, die Verbandsgemeinden und die Stadt Herdorf erstellen ein gemeinsames Klimaschutzkonzept. Inzwischen wurden vom Bundesumweltministerium Fördermittelbewilligt und das Grundkonzept erstellt. Die Projektdauer ist auf ein Jahr angelegt.

Auf vier Säulen steht das Klimaschutzkonzept des Kreises Altenkirchen.

Kreis Altenkirchen. Wie hoch ist der Gesamtenergieverbrauch innerhalb des Landkreises Altenkirchen, in welchen Bereichen wird diese Energie verbraucht, wie viel Energie kann der Kreis durch effektive Maßnahmen einsparen und wie hoch ist das kreisweite Potential an erneuerbaren Energien? Antworten auf diese Fragen soll das Klimaschutzkonzept des Landkreises Altenkirchen liefern, an dem sich alle Verbandsgemeinden und die Stadt Herdorf beteiligen. Ausgenommen davon ist die Verbandsgemeinde Flammersfeld. Diese hat bereits gemeinsam mit ihren Nachbargemeinden aus der Raiffeisenregion ein solches Klimaschutzkonzept erstellt.

Basis des interkommunalen Projektes bildet eine Zusammenschlusserklärung, die zuvor zwischen Kreis und den beteiligten Verbandsgemeinden/Stadt Herdorf vereinbart wurde.

Über 50 Prozent der anfallenden Kosten werden vom Bundesumweltministeriums aus Mitteln des Fördertopfes "Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen im Rahmen der Klimaschutzinitiative", gedeckt. "Wenn nach der Fertigstellung des Konzeptes dieses auch umgesetzt wird, ist dies für den Landkreis gut investiertes Geld. Durch das Konzept können zukünftig die Energiekosten gesenkt beziehungsweise die Quote der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch erhöht werden", so Landrat Michael Lieber.

Inhaltlich besteht das Konzept aus vier Säulen:
I. Die Ermittlung des Gesamtenergieverbrauchs (so genannte Energie- und CO2-Bilanz). Darunter fallen alle Bereiche, wo Energie verbraucht wird. Neben dem Gewerbe und den privaten Haushalten zählen auch die kommunalen Einrichtungen und der Verkehr dazu. Der ermittelte Gesamtenergieverbrauch bildet im Anschluss die Basis für die Festlegung der Klimaschutzziele.

II. Die Potentialanalyse für die Energieeinsparung und die Steigerung der Energieeffizienz. Bei der Potentialanalyse soll ermittelt werden, welche kurz- und mittelfristigen Energie-Einsparpotentiale im Landkreis Altenkirchen vorhanden sind und wie effektiv der benötigte Bedarf erzeugt werden kann (Steigerung der Energieeffizienz). Diese Untersuchung bezieht sich auf die Kreisliegenschaften, die Straßenbeleuchtung, die privaten Haushalte, das Gewerbe inklusive Handel und Dienstleistungen, den Verkehr und die Abwasserbeseitigung.




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III. Die Potentialanalyse für die Ermittlung des erneuerbaren Energiepotentials. Diese Potentialanalyse soll - gegliedert nach Biomasse, Photovoltaik, Solarthermie, Windkraft, Geothermie und Wasserkraft - aufzeigen, welche Energiemengen aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen werden können.

IV. Maßnahmenkatalog. Der Maßnahmenkatalog basiert auf den gewonnenen Ergebnissen der Säulen I bis III und soll von Akteuren, die in den Prozess mit eingebunden werden, erstellt werden. Der genaue Akteurskreis steht noch nicht fest, soll aber in einer der ersten internen Gespräche benannt werden. Im Maßnahmenkatalog selbst werden die verschiedenen Maßnahmen nach unterschiedlichen Kriterien, wie Klimaschutzrelevanz, Energieeffizienz, Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit bewertet. Einfach ausgedrückt werden Maßnahmen, die viel bringen und wenig kosten, relativ weit oben im Maßnahmenkatalog zu finden sein.

All diese Informationen bilden dann gesammelt das Klimaschutzkonzept des Landkreises Altenkirchen und zugleich die Grundlage für die Festlegung von Klimaschutzzielen. "Aktuell wissen wir, dass wir zu viel Energie verbrauchen, Energie in vielen Bereichen einsparen und den Anteil der erneuerbare Energien am Gesamtenergieverbrauch steigern können, aber wir wissen nicht, wie viel Energie wir verbrauchen, was wir einsparen können, welches mengenmäßige Potential an erneuerbaren Energien in unserem Landkreis schlummert und was uns die Umsetzung der Maßnahmen bringt bzw. kostet. Das Konzept soll als Leitfaden für die strategische Ausrichtung des Klimaschutzes im Landkreis Altenkirchen dienen", so Landrat Michael Lieber.

Unterstützung erfahren der Landkreis und die sich beteiligenden Kommunen durch das Planungsbüro Infas enermetric aus Emsdetten in Westfalen, das im Rahmen einer freihändigen Vergabe den Zuschlag für die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes erhalten hat. Bis Ende Mai 2012 (anvisiertes Projektende) wird die Firma den Prozess fachlich begleiten und den Projektablauf mit der Kreisverwaltung Altenkirchen abstimmen.


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