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Pressemitteilung vom 11.08.2022    

Vize-Obermeister der Bäckerinnung Rhein-Westerwald: "Situation ist äußerst prekär"

Muss man sich um die Zukunft des heimischen Bäckerhandwerks sorgen? Einer Pressemitteilung des heimischen Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel (CDU) zufolge durchaus. Darin wird über ein Treffen mit dem stellvertretenden Obermeister der Bäcker-Innung Rhein-Westerwald berichtet.

Erwin Rüddel (rechts) besuchte den stellvertretenden Obermeister der Bäcker-Innung Rhein-Westerwald, Dirk Müller. Und dessen Lageschilderung lässt aufhorchen. (Foto: Büro Rüddel)

Region. "Unsere Situation ist derzeit äußerst prekär - verursacht durch die für Energie und Material deutlich gestiegenen Kosten. Die müssten wir eigentlich auf die Kundschaft umlegen. Doch geht dies nicht, weil uns dann unsere Kunden abhandenkommen und nur noch in die Supermärkte laufen", berichtete Handwerksbäcker und stellvertretender Obermeister der Bäcker-Innung Rhein-Westerwald, Dirk Müller, der sein eigenes Unternehmen in Katzwinkel betreibt, gegenüber dem heimischen CDU-Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel.

Der macht sich, aufgrund der derzeitigen Situation insbesondere bedingt durch die Energiekrise, Sorge um die Zukunft der traditionellen Handwerksbäcker in seinem Wahlkreis, die tagtäglich zur nachtschlafenden Zeit früh morgens in ihren Backstuben sind, um Brot, Brötchen, Teilchen, und so weiter für den Verzehr ihrer Kundschaft frisch herzustellen.

"Die derzeitige Situation lässt uns ums Überleben kämpfen und zwingt uns zur Sortimentsstraffung. Dabei achte ich besonders auf Retouren und dass nicht zu viel zurückkommt", konkretisierte der in Wissen wohnende und im Stadtteil Köttingerhöhe, der "Figgesjeshüh", eine Dependance betreibende selbstständige Bäckermeister, der 25 Beschäftigten Arbeit und Brot gibt.

"Zwei Jahre Corona mit 60 Prozent Umsatzeinbußen ohne einen Euro Zuschuss vom Staat haben uns bereits sehr zugesetzt. Denn wir mussten und wir haben, schließlich beliefern wir auch Schulen. Und wenn jemand die Frage nach Unterstützern stellt, so beantworte ich die mit einem klaren "Nein!", konstatierte Müller.

Wobei er explizit kritisierte: "Für industrielle große Unternehmen soll es Entlastungen geben, die werden unterstützt. Die kleinen und mittleren Betriebe haben ebenso Kostensteigerungen und sollen leer ausgehen. Die müssen sehen, wo sie bleiben."

Im Energiekostendämpfungsprogramm hat die Ampel-Regierung entschieden nur Unternehmen zu fördern, die einem in dem Klima-, Umwelt- und Energiebeihilfeleitlinien genannten energie- und handelsintensiven Sektoren angehören. Dementsprechend sei, nach zugrunde liegenden Zahlen der EU-Kommission, vor allem die Handelsintensität der Herstellung von Backwaren deutlich niedriger, als die Herstellung von Dauerbackwaren (1,2 Prozent gegenüber 11,6 Prozent); zudem sei auch die Energieintensität mit 3,7 Prozent nur halb so hoch wie bei der Herstellung von Dauerbackwaren (7,3 Prozent).




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Für Müller und seine Kollegen, die traditionellen Handwerksbäcker in der Region ist das eine Farce. Denn die haben eben nicht nur durch die gestiegenen Energiekosten zu kämpfen. "Auch sämtliche Materialkosten für Mehl, Butter, und so weiter schießen durch die Decke. Wenn wir das alles auf unsere Kundschaft umlegen, was für uns eine Vertreibung der Kundschaft in die Supermärkte zur Folge hätte, wäre das frühere oder spätere Aussterben unseres deutschen Handwerks unausweichlich", führte der Stellvertretende Obermeister der Bäcker-Innung fort.

Ein weiterer Aspekt, der den Handwerksbäckern ein Stirnrunzeln beschert, ist die im Oktober anstehende Erhöhung der Mindestlöhne, wozu Müller ergänzte: "Das macht unsere Lage auch nicht besser."

Für Erwin Rüddel ist es beschämend, "dass so viele, die die Grundversorgung in der Region machen und sicherstellen, durchs Raster fallen. Diejenigen die, wie in der Bäckergilde, ihre tagtägliche wichtige Arbeit mit Fleiß und Sorgfalt verrichten, werden, dieser Eindruck tut sich auf, dafür noch bestraft."

"Ich habe den Beruf des Bäckers mit Freude auserkoren und erlernt. Ich bin Bäcker aus Leidenschaft und ich finde, die Kundschaft an unser Handwerk zu binden ist außerordentlich wichtig, damit dieses Handwerk nicht ausstirbt und da ist es aus meiner Sicht nicht fünf vor zwölf, sondern bereits fünf nach zwölf", mahnte der Handwerksbäcker Dirk Müller.

"Ihre mahnenden Worte sollten nicht nur die Kundschaft, sondern insbesondere auch die politischen Akteure aufrütteln. Hier ist politische Hilfe wichtig, hier tut sie Not", bekräftigte Erwin Rüddel mit der Zusage, sich auch in diesem Fall für die Unterstützung und Hilfe in Berlin vehement einzusetzen. (PM)


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