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Nachricht vom 09.06.2011    

Mountainbike-Routennetz Westerwald kommt

Das Mountainbikerroutennetz für den Westerwald ist in Arbeit. Der erste Abschnitt im Oberkreis Altenkirchen wird noch in diesem Jahr realisiert.

Kreis Altenkirchen/Westerwald. Wer die beiden großen Infoveranstaltungen zum Mountainbikeprojekt des Landkreises Altenkirchen in den Jahren 2008 und 2009 mitverfolgt hat, wird über das jetzt erzielte Ergebnis erstaunt sein. Damals waren die Kreisverwaltung Altenkirchen und viele Wegeeigentümer weit davon entfernt, einen gemeinsamen Kompromiss für ein Mountainbikeroutennetz Westerwald zu finden. Doch man raufte sich zusammen, sprach miteinander und fand dabei gemeinsame Routenlösungen und schloss letztendlich Gestattungsverträge ab, die insbesondere Fragen zur Haftung und Wartung klären sollen. "Es war ein zeitintensiver und nicht immer einfacher Prozess, doch in den vielen Einzelgesprächen konnten wir deutlich machen, welche Art des Mountainbikings, nämlich das aktive Fahren auf ausschließlich bestehenden Wegen, wir uns vorstellen. Zugleich wurde uns klar, wo die Befürchtungen bei den Waldeigentümern lagen und aus diesem Grund haben wir nun Gestattungsverträge abgeschlossen, die den Waldeigentümern bei einer Verletzung der Verkehrssicherungspflicht, entlasten. Sollte es einmal zu einem Streitfall kommen, werden wir als Kreis zu unserem Wort stehen und die Waldeigentümer nicht im Regen stehen lassen", so Landrat Michael Lieber, der selbst an vielen Gesprächen persönlich teilnahm. Und dies geschah nicht ohne Grund. Denn sollte sich das Projekt so entwickeln, wie es sich die Kreisverwaltung vorstellt, wird das Mountainbiking das zweite touristische Standbein des Westerwaldes. Dazu Landrat Lieber weiter: "Die Voraussetzungen sind ideal und drei Schlagworte sprechen für die konsequente Um- und Fortsetzung des Projektes. 1. Natur (wir haben eine Vielzahl an nutzbaren Wald- und Wirtschaftswegen), 2. Mittelgebirgsregion (die Ab- und Auffahrten bieten alles was ein Mountainbikerherz begehrt), 3. Kosten/Nutzeneffekt (Mountainbiker benötigen keine asphaltierten Straßen). Die investiven Kosten beschränken sich hier auf die reinen Beschilder- und Vermarktungskosten."



Der erste Abschnitt des Mountainbikeroutennetzes Westerwald umfasst eine Gesamtlänge von 80 Kilometern und verläuft durch den nördlichen Teil des Landkreises Altenkirchen. Dort können zukünftig nicht nur Touristen auf ausgeschilderten Wald- und Wirtschaftswegen fahren, sondern auch die Einwohner der Verbandsgemeinden Daaden, Betzdorf, Kirchen und der Stadt Herdorf haben eine direkte "Zufahrt" zur MTB-Strecke.

Zum Thema Attraktivität des Routennetzes führt die Kreisverwaltung an, dass die Wunschplanungen nicht zu 100 Prozent umgesetzt werden konnten. Lieber bezeichnet das Projekt als einen "Lern-, Erfahrungs- und Vertrauensprozess aller Beteiligten. Die weitere Entwicklung hängt sehr stark davon ab, wie sich die Mountainbiker im Wald verhalten. Halten sie sich an die vorgegebenen Routen, vermeiden Fahrten am späten Abend und nehmen ihren produzierten Müll wieder mit nach Hause, so wird das Vertrauen bei den Waldeigentümern schaffen und die Erweiterung des Routennetzes ermöglichen."

Aktuell wurde die Schilderproduktion und die spätere Aufstellung der Schilder an eine Firma aus dem Landkreis Altenkirchen vergeben. Bis Oktober 2011 sollen die Schilder aufgestellt sein. Parallel dazu arbeitet die Kreisverwaltung zusammen mit der Westerwald Touristik Service an dem Vermarktungskonzept für das Mountainbikeroutennetz Westerwald. In diesem Zusammenhang werden in Kürze auch die gastromischen Betriebe angeschrieben, die unter gewissen Voraussetzungen in die Vermarktungsmedien aufgenommen werden können. Dabei geht es insbesondere darum, sich als Gastronom auf die Bedürfnisse der Mountainbiker einzustellen. Dazu zählt zum Beispiel das Vorhalten von Reparaturwerkzeug oder einer Luftpumpe.


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