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Nachricht vom 02.09.2022    

Manfred Mann's Earthband: Gefühlsexplosion im Wissener Kulturwerk

Von Wolfgang Rabsch

Im Kulturwerk in Wissen treten nicht alle Tage Stars von absolutem Weltruhm auf, doch wenn der Name Manfred Mann fällt, dann gerät die Generation Ü 60 voll aus dem Häuschen. Es fühlte sich wie eine Gefühlsexplosion an, waren die Hits der Band doch auch eine Reminiszenz an längst vergangene Jugendzeiten.

Die perfekt aufeinander eingespielten Musiker ergeben ein Gesamtkunstwerk, dass den kulturellen Zeitenwandel überlebt hat, und von seinen leicht angegrauten Fans noch immer auf einer Woge der Begeisterung getragen wird. (Fotos: W. Rabsch)

Region. Wer kennt sie nicht, die absoluten "Nummer-1-Welthits" von ihm: "Do wah Diddi Diddi" und "Mighty Quinn", "Haha said the clown" und "Pretty Flaming"? Manfred Mann ist zwar das Aushängeschild seiner "Earthband", doch er hat eine Handvoll Musiker um sich versammelt, die in ihrer Gänze kaum zu übertreffen sind, allesamt erste Liga der Popmusik. Gestandene Musiker, die sich selbst in anderen Bands profiliert haben, und nun in "Manfred Mann‘s Earthband" seit Jahren ihre musikalische Heimat gefunden haben.

800 Fans im Ausnahmezustand
Im fast ausverkauften Kulturwerk fieberten rund 800 Fans dem Auftritt ihrer Helden entgegen. Vorab kann attestiert werden, dass wirklich niemand enttäuscht war. Hit auf Hit prasselte auf das begeisterte Publikum herab, es benötigte kein "warm up", von der ersten Sekunde an feierten die Fans die Band, aber auch sich selbst. Es fühlte sich wie eine Gefühlsexplosion an, waren die Hits der Band doch auch eine Reminiszenz an längst vergangene Jugendzeiten. Der Gruppe war anzumerken, dass sie mit Vollgas und Spielfreude in das Konzert startete. Die Sympathie, die den Musikern entgegenschlug, war spürbar, und wurde dankbar aufgenommen. Es war wohl niemand im Publikum, der nicht von der allgemeinen Euphorie angesteckt wurde.

Die Hits von Manfred Mann -Meilensteine der Pop History
Eine kleine Auswahl der Superhits gefällig? "For you", Blinded by the light", "Don’t kill it Carol", "Father of day, Father of night", "Davy’s on the road again" und so weiter. Sämtliche Hits wurden in Langversionen interpretiert, die durch viele Soli der einzelnen Musiker meistens zehn Minuten dauerten. Sehr angenehm war festzustellen, dass Manfred Mann sich an seinem Keyboard dezent im Hintergrund hielt, dahinter kaum zu erkennen war, sich fast versteckte und seinen Jungs die absolute Hoheit auf der Bühne überließ. Diese Freiheit wurde gerne angenommen - und so konnten Leadgitarrist Mick Rogers, Bassist Steve Kinch, Drummer John Lingwood, und Leadsänger Robert Hart sich frei entfalten und brillieren. Manfred Mann bediente persönlich Keyboard und Piano perfekt und legte über den überwiegend rockigen Touch der Band etwas Sphärisches und Jazziges. Robert Hart überzeugte insbesondere mit seiner kraftvollen Stimme, die sehr stark an Bon Jovi erinnerte, egal ob Hart hohe Töne anschlug oder ins Mikrofon schrie - es hörte sich alles sehr mühelos und spielerisch an.




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Der Wechsel in den Rhythmen der Songs war beeindruckend, so schlug man innerhalb eines Songs von harten Rockpassagen, die schon fast ins Metal -Genre abdriften, zu einem opushaften Intermezzo um, wobei beim genauen Hinhören auch Jazzelemente zu vernehmen waren. Der Mix, die Kombinationen aus mehreren Stilrichtungen moderner Musik sind unverwechselbar mit der "Earthband verbunden. Nach "Do wah Diddi Diddi" und "Mighty Quinn", die als Zugaben erfolgten, stand das Kulturwerk Kopf, alle tanzten und sangen. Als allerletzten Song brachte die Band einen Welthit von James Brown, mit dem niemand rechnen dürfte: "Sex Machine". Der Jubel, der die Band verabschiedete, kam von Herzen, und ist die größte Anerkennung eines wahren Rockfans.

Vor Manfred Mann, der mit seinen stolzen 81 Jahren noch immer auf der Bühne seinen "Mann "steht, kann man nur den Hut ziehen, im wahrsten Sinne des Wortes, denn der Maestro tritt nie ohne seinen geliebten Hut auf. Bei seiner "Earthband" greift ein Rädchen ins andere: Die perfekt aufeinander eingespielten Musiker ergeben ein Gesamtkunstwerk, dass den kulturellen Zeitenwandel überlebt hat - und von seinen leicht angegrauten Fans noch immer auf einer Woge der Begeisterung getragen wird. Daraus wird sicherlich "Rock-Opi" Manfred seine Energie und seine Spielfreude schöpfen.


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