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Nachricht vom 21.09.2022    

Grüner als Grün: "Auf der Sieghöhe“ soll mit "Kalter Nahwärme“ versorgt werden

Von Katharina Behner

Vorausschauend gedacht: Das kann man den Wissener Gremien nachsagen, so auch dem Stadtrat, der am Dienstag, 20. September, tagte. Längst bevor die Energiekrise Ausmaße annahm, plante die Stadt ihr Neubaugebiet klimafreundlich autark. Dass es damit weitergeht ebenso für viele weitere zukunftsweisende Pläne machte der Rat teils vorbereitete Wege frei.

Am Rödderstein soll das Neubaugebiet „Auf der Sieghöhe“ entstehen. Die Planungen sehen ein ökologisches Vorzeigeprojekt mit Referenzcharakter vor. (Foto: KathaBe)

Wissen. Sich autark mit Energie zu versorgen ist Prämisse mehr denn je. Doch längst bevor die Energiekrise mit dem Krieg in Europa so richtig Wellen schlug, hatte sich Wissen mit einer CO2-emissionsarmen Energieversorgung im geplanten Neubaugebiet Am Rödderstein "Auf der Sieghöhe“ auseinandergesetzt. Den Weg für das weitere Fortschreiten gab nun auch der Wissener Stadtrat frei. Und der stellt sich als ökologisches Vorzeigeprojekt mit Referenzcharakter im Altenkircher Land dar, ist sich das Gremium sicher. Das nicht nur was die Nahwärmeversorgung angeht. Insgesamt wird sich ein grünes Baugebiet entwickeln, wo alle Aspekte in der Planung zukunftsorientiert berücksichtigt wurden.

Stadtwerke GmbH kann das neue Kapitel bedienen
Wie bereits der Bauausschuss gab nun auch der Stadtrat einstimmig sein grünes Licht den ergänzten Planentwurf für das Baugebiet "Auf der Sieghöhe“ offenzulegen und das Planverfahren fortzuführen, abzuschließen und die Fertigstellung umzusetzen. Wir berichteten bereits hier. Ebenfalls eingehend hatten sich schon der Haupt- und Finanzausschuss, der Aufsichtsrat der Stadtwerke sowie der Bauausschuss mit dem Thema der "Nahwärmeversorgung“ befasst. Hierzu hatte die Transferstelle Bingen (TSB) Ergebnisse des Vergleichs der kalten Nahwärme mit dem von der EAM favorisierten System der halbarmen Nahwärme vorgestellt.

Im Ergebnis stellte die TSB fest, dass aufgrund der Eigenstromnutzung aus privaten Photovoltaikanlagen, der Kühlungsmöglichkeit im Sommer und der besseren CO2-Bilanz die kalte Nahwärme große Vorteile gegenüber der halbwarmen Nahwärme birgt. Entsprechend auch der Vorschlag des Aufsichtsrates der Stadtwerke an den Stadtrat die Nahwärmeversorgung nach dem Konzept der kalten Nahwärme umzusetzen. Dirk Baier, Geschäftsführer der Stadtwerke, erläuterte hierzu nochmals die Eckpunkte, die Randbedingungen zu Förderprogrammen und die weitere Vorgehensweise, bevor ein einstimmiger Beschluss für die kalte Nahwärme gefasst wurde. Seitens der Stadtwerke sollen nun die notwenigen Förderanträge zum einen für zwei Referenzbohrungen (rund 60000 Euro) und für das komplette Netz im Baugebiet gestellt werden. Mit einer Bestätigung der Anträge rechnet Baier in etwa sechs bis acht Monaten.

Bürgermeister Neuhoff hob insgesamt nochmals die Wichtigkeit eines Neubaugebietes für die Stadt Wissen hervor, in der es gerade im Innenstadtbereich "keinen Quadratmeter freien Wohnraum mehr gibt“. Für eine positive Entwicklung der Stadt sei man dringlich auf Bauland angewiesen. Energiepolitisch schlage die Stadtwerke GmbH ein neues Kapitel auf. Insgesamt nehme die Stadt Wissen ökologisch ihre Vorbildfunktion ernst, so Neuhoff.

Dem schloss sich auch Katrin Salveter für die CDU-Fraktion an. Für die Entwicklung und den Erhalt der Infrastruktur, etwa des Siegtalbades und der Schule brauche die Stadt "Zuzug“ von Familien mit Kindern. Im Hinblick auf die Kalte Nahwärme äußerte sie sich mehr als positiv zum neuen Kapitel für Energiesicherheit und die Stadtwerke, die dies bedienen könne. Karin Kohl (Grüne) hielt es wichtig unbedingt hervorzuheben, wie klimaschonend und vorausschauend im Bezug auf das Neubaugebiet bisher "gelenkt“ wurde.



Weitere Informationen aus der Sitzung des Stadtrates
In einer Schweigeminute wurde dem im Mai verstorbenen Klaus Kemper, der mehr als 35 Jahre im Stadtrat und in verschiedenen Ausschüssen aktiv war, gedacht.

Mächtig ins Zeug gelegt habe sich die Aktionsgemeinschaft Treffpunkt Wissen beim Thema der neuen LED-Weihnachtsbeleuchtung in der Rathausstraße, so Bürgermeister Neuhoff. Insgesamt seien 21 von 24 möglichen Leuchten verkauft und nun bestellt worden. Im Namen des Gremiums dankte er allen Investoren für das bisherige Gesamtsponsoringvolumen von 17850 Euro. Dazu kommen nochmals 1680 Euro für die Werbeschilder, die vom Treffpunkt übernommen werden. Wir berichteten hier.

Zur Prüfung des Jahresabschlusses 2022 wurde die Mittelrheinische Treuhand bestellt.

Eine weitere positive Nachricht übermittelte Neuhoff zum Thema Radwege. Gerade aktuell sei der Bewilligungsbescheid über 1,5 Million Euro Förderung für die Ertüchtigung der Heubrücke als wichtigem Teil des Radweg Sieg eingetroffen. Teile des Fördergeldes müssen noch in diesem Jahr abgerechnet werden. Die Bewilligung des Erhöhungsantrages für den Bereich Pirzenthal steht noch aus.

Am 17. und 18. Juni 2023 soll die neu gestaltete Rathausstraße im Rahmen eines Festes offiziell freigegeben werden.

Bernhard Klappert wurde als Nachfolger für Angela Brenner in den Stadtrat berufen. Entsprechend erfolgten Ergänzungswahlen für verschiedene Ausschüsse.

Durch die Vergabe von Sachversicherungen für Objekte der Stadt Wissen an neue Versicherungsunternehmen (ab Januar 2023), konnte neben einem besseren Versicherungsschutz eine Ersparnis erzielt werden.

Der Gesellschaftervertrag der Stadtwerke Wissen GmbH wurde geändert. Dies wurde unter anderem erforderlich, da sich der Unternehmensgegenstand (Stromvertrieb und Erdgas) erweitert hat und zwei Prokuristen benannt sein müssen.

Der Stadtrat stimmte dem Entwurf des Bebauungsplanes "Böhmerstraße“ zu, ebenfalls der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit. Hier sollen etwa 14 Bauplätze entstehen. Wir berichteten hier.

Eine Tempo-30-Zone soll in Kürze in der Amselstraße, An der Baumschule, Finkenstraße, Drosselstraße, Hohe Fuhr und der Ziegelstraße eingeführt werden.

Zur Wahrung der Attraktivität der 1A-Lage in der Rathausstraße wurde beschlossen, die Nutzung der Erdgeschosse als Wohnraum zu beschränken und die Geschossigkeit im Bereich des Rathausgrundstückes von drei auf vier zu erhöhen. Wir berichteten hier.

Aufgrund diverser Nachfragen teilte Bürgermeister Neuhoff zum Zustand des Wohngebäudes (ehemalige Marion-Dönhoff-Realschule) mit, dass Balkone und der fehlende Anstrich nach Information des Eigentümers 2023 angebracht werden sollen. (KathaBe)


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