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Nachricht vom 28.09.2022    

Stadthalle Altenkirchen: Machbarkeitsstudie soll Sanierungsoption klären

Wie ist es um einen größeren Veranstaltungsraum in Altenkirchen bestellt angesichts der Schließung der Stadthalle? Eine Machbarkeitsstudie soll aufzeigen, ob eine Sanierung der „alten guten Stube“ möglich ist und, von den Kosten betrachtet, im Falle eines Falles überhaupt in Frage kommt.

Das Sorgenkind in Altenkirchen: Kann die Stadthalle saniert werden? Eine Machbarkeitsstudie soll Klarheit bringen. (Foto: Archiv vh)

Altenkirchen. Der Sanierungsstau ist immens, die gesundheitliche Gefahr groß: Seit dem 31. Juli des vergangenen Jahres ist die Stadthalle in Altenkirchen geschlossen, weil asbestbelastete Lüftungsklappen einem weiteren Betrieb ohne Wenn und Aber entgegenstehen. So ist guter Rat teuer. Der Umwelt- und Bauausschuss der Stadt möchte, so der einstimmige Beschluss in der Sitzung am späten Mittwochnachmittag (28. September), per Machbarkeitsstudie zunächst klären lassen, ob eine Sanierung grundsätzlich möglich ist und was eine Reparatur kosten könnte. Neben der Schadstoffbürde wurden zudem viele weitere Mängel aufgelistet. Als „Begleitmusik“ kommt das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) hinzu, das für eine Förderung eher eine Sanierung denn einen Neubau favorisiert. Denkbar sind als weitere Varianten aber auch ein Neubau nach Abriss an gleicher Stelle oder ein Neubau am Standort des alten Hallenbades auf der Glockenspitze und Verkauf der Halle und des Grundstücks.

Werkstattgespräch vor Sommerferien
Nach einem Werkstattgespräch noch vor den Sommerferien, an dem auch potenzielle Nutzer (Vertreter von Vereinen) teilnahmen, hatte festgestanden: „Mittelfristig kann die Kreisstadt Altenkirchen nicht auf einen öffentlichen, zentralen Veranstaltungsort verzichten.“ Vor diesem Hintergrund sei es das Ziel, den Bürgern Altenkirchens wieder einen Veranstaltungsort mit einem passenden Nebenraumprogramm zur Verfügung zu stellen. Das sehr detailliert auszuarbeitende Gutachten wird rund 50.000 Euro kosten, die Förderung über ISEK im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Wachstum und nachhaltige Entwicklung - Nachhaltige Stadt“, in das Altenkirchen 2020 für zehn Jahre aufgenommen wurde, beträgt 70 Prozent.

So könnte der Dammweg aussehen
Wie der Dammweg sein Aussehen parallel zum Bau des Fachmarktzentrums auf dem Weyerdamm verändern könnte, zeigte Friedrich Hachenberg vom Planungsbüro Stadt-Land-plus (Boppard) auf. Vorgegeben sind grundsätzlich ein Kreisverkehrsplatz im vorderen Bereich des Festplatzes, der selbst zum Parkplatz (offenporiger Belag) wird, und eine Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe zur Brücke über den Quengelbach. Die gesamte Stadtstraße werde sechs Meter breit, erhalte bachseitig einen 2,50 Meter breiten Streifen, der von Fußgängern und Fahrradfahrern genutzt werden könne. Vom Dammweg aus erfolgten die Zufahren zu den Parkflächen. Hachenberg brachte als Gestaltungsideen eine Fußgängerbrücke zur Bachstraße (dort, wo schon einmal eine den Quengelbach querte), eine Zugänglichkeit zum Gewässer via Traversen, einen Pfad in der breiteren Uferzone (Nähe Einmündung des Dammwegs in die B 8) oder ein Wassertretbecken im Bereich der kleinen Insel (Nähe Brücke Bachstraße) ins Gespräch. Diese Vorschläge dienten der Erhöhung der Aufenthaltsqualität. Da der Ausschuss keine Einwände vorbrachte, ließ er sein einstimmiges Ja folgen.

Umbau des Postgebäudes kann starten
In die Puschen kommen die Fassadenrenovierung und der Umbau des Postgebäudes in der Bahnhofstraße, das seit 2008 der Stadt gehört und das multifunktional in Parterre und im Kellergeschoss genutzt werden soll (u.a. Büros für Stadtbürgermeister und City-Manager, Besprechungsgelegenheiten für diverse Initiativen). In der kompletten ersten Etage und großen Teilen des zweiten Obergeschosses (beide bereits saniert) residiert seit dem 1. Februar 2010 die Außenstelle des Koblenzer Studienseminars für das Lehramt an Gymnasien. Der Ausschuss vergab die ersten Gewerke und empfahl dem Stadtrat weitere zur Zustimmung (jeweils einstimmig) – abschließend entschieden: Fliesen an die Firma FPN Rhein Main/Karina Hahn-Kühne (Köln) für 9704 Euro; Gerüstbau an die Firma Sancak Bau GmbH (Limburg) für 20.855 Euro; Maler/Tapezier an die Firma Malergeschäft Orth (Seck) für 25.931 Euro; Metallbau an die Firma Hehl Metallbau GmbH (Müschenbach) für 27.604 Euro; Schreiner an die Firma S&N Moritz (Mehren) für 32.576 Euro; Trockenbau ebenfalls an die Firma Moritz für 42.448 Euro; Bodenbelag an die Firma Walter Weißenfels GmbH (Neustadt/Wied) für 24.955 Euro; Ausbauarbeiten Aufzug an die Firma Holter Aufzüge GmbH (Limburg) für 13.166 Euro; Rohbau an die Firma Bauunternehmung Jürgen Schulz e.K. (Rengsdorf) für 49.353 Euro; vorberatend entschieden (Wertgrenze bei 50.000 Euro): Elektroinstallation an die Firma Elektro Böhm GmbH (Großmaischeid) für 51.234 Euro; Haustechnik erneute Ausschreibung, da das einzige Angebot mehr als 100 Prozent über der Kostenschätzung lag; Außenputz an die Firma Reichwein-1899 (Hadamar) für 109.337 Euro; Betonsanierung (vorbehaltlich der Prüfung aller Angebote) an die Firma MVV Construct GmbH (Wittlich) für 64.889 Euro. Die gesamte Maßnahme kostet rund 640.000 Euro nach im Juli 2021 errechneten 501.000 Euro und wird von LEADER mit 350.000 Euro gefördert.



Neues Areal auf Waldfriedhof
Ohne Widerspruch wurde die Verbandsgemeindeverwaltung mit der Straßenplanung im Neubaugebiet „Rehhardt“ (Nähe Kölner Straße/Bereich McDonald’s) beauftragt, das rund ein Dutzend Baugrundstücke bietet. Zudem wurde der Stadtbürgermeister ermächtigt, die Vermessungsarbeiten zu veranlassen. Der Stadtrat muss als letzten Akt den Aufstellungsbeschluss noch verabschieden. Ebenfalls in Händen des neuen Stadtoberhauptes (Ernennung und Vereidigung von Ralf Lindenpütz am Mittwoch, 5.Oktober) liegt die Vergabe für Arbeiten auf dem Waldfriedhof, wo Wege (inklusive Abgrenzungen und Randeinfassungen) für ein neues Areal mit Urnenreihen- und -wahlgräbern geschaffen werden sollen. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 13.000 Euro. So langsam rückt der Ausbau der Kölner Straße ins Blickfeld. Der Auftrag für die Planungsleistungen der Nebenanlagen wurde einstimmig an das Ingenieurbüro Stadt-Land-plus vergeben, das 11.171 Euro in Rechnung stellen wird – vorausgesetzt, der Stadtrat erteilt ebenfalls sein Okay. Ein Zeitrahmen für die Sanierung steht noch nicht fest. Begonnen wird mit dem Teilabschnitt zwischen Autohaus Adorf und dem Discounter Aldi.

Fachmarktzentrum wieder im Blick
Wieder eine sichtbare Bewegung für die Öffentlichkeit ist in die Realisierung des Fachmarktzentrums auf dem Weyerdamm gekommen. Das Gremium gab ohne Gegenstimme und/oder Enthaltung grünes Licht für die erneute vierwöchige gesetzlich erforderliche Offenlage des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes, so dass der Stadtrat in einer seiner nächsten Zusammenkünfte den langwierigen Gesamtprozess mit dem finalen Aufstellungsbeschluss zu Ende bringen kann.

Per Velo durch die Fußgängerzone
Nach langen und reiflichen Überlegungen wird vom 1. Januar 2023 an das Radfahren in der Fußgängerzone zunächst für ein Jahr erlaubt, wie der Erste Beigeordnete Paul-Josef-Schmitt als Sitzungsleiter erklärte. Das sei ein weiterer Schritt auf dem Weg hin zu einer „fahrradfreundlichen Stadt“. Nach sechs Monaten sollen erste Erfahrungen ausgetauscht werden. In den Beratungen mit Polizei, Ordnungs- und Bauamt sei natürlich die Problematik der „Raser“ angesprochen worden, grundsätzlich werde auf die Vernunft der Pedaleure gesetzt. Kraft Gesetzes ist eh nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt. Schmitt sieht die Öffnung als eine Etappe, um die Strecke zwischen Bahnhof, Stadtmitte, Behörden und Schulen durchgängig fahrradsicher und auch -tauglich zu machen. Extra Markierungen gibt es nicht, auf Schildern wird auf die maximal zulässige Geschwindigkeit hingewiesen. (vh)



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