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Pressemitteilung vom 12.10.2022    

Laute Hilfeschreie unterbrachen die morgendliche Ruhe am Herthasee

Am Samstag (8. Oktober) fand die jährliche Bezirksübung der DLRG Westerwald-Taunus statt. Ausgangspunkt des Szenarios war für die Zugführung zunächst das Sammeln des Wasserrettungszuges im Breitstellungsraum am Herthasee bei Holzappel. Die Einheiten aus Bad Marienberg, Betzdorf/Kirchen, Diez, Hamm, Montabaur, Neuwied, Ransbach-Baumbach, Westerburg und Wirges waren dabei.

Einsatzkräfte des WRZ
(Foto: PM)

Region. Sie rückten dabei zu einer festgelegten Zeit in ihrer Heimat aus und trafen nach und nach am Sammelort ein, wo sie von der Zugführung registriert wurden. Dieses Verfahren ist Standard insbesondere bei größeren überregionalen Einsätzen, um die Einheiten geschlossen in den jeweiligen Schadenort zu führen. Die insgesamt 43 Einsatzkräfte warteten nun auf weitere Anweisungen. Statt eines geschlossenen Verlegens an einen anderen Zielort wurden die Einsatzkräfte jedoch von gellenden Hilfeschreien überrascht. Eine Frau rannte panisch auf die Wasserretter zu und berichtete, dass ihr Mann und ihr vierjähriges Kind im Wasser waren und der Mann plötzlich untergegangen ist. Kurz drauf sei auch das Kind von der Wasserfläche verschwunden. Nun war schnelles Handeln gefordert. Noch während sich die Tauchtrupps aus Diez, Westerburg und Montabaur/Ransbach-Baumbach/Wirges vorbereiteten wurde die Tauchdrohne der OG Montabaur zur Suche ins Wasser gebracht und die Flugdrohne aus Bad Marienberg/Montabaur zum Start vorbereitet. Parallel begannen der Bootstrupp Hamm und die Strömungsretter aus Betzdorf/Kirchen und Neuwied die Suche nach den untergegangenen Personen. Weiter wurde dann auch das Sonar aus Ransbach-Baumbach zur Ortung unter Wasser eingesetzt. Schwerpunkt der Übung war hier das Zusammenspiel aus Sonar und Taucheinheiten sowie zwischen Unterwasser- und Flugdrohne. Insbesondere bei größeren Suchgebieten im Wasser braucht es zunächst konkretere Anhaltspunkte für die Taucher, welche das Sonar in relativ kurzer Zeit ermitteln kann. Mittels Markierungsbojen werden diese Kontakte markiert und anschließend durch Taucher erkundet. Auch wenn die Flugdrohne eine Wärmebildkamera besitz, ist diese anders als bei Suchen an Land unter der Wasseroberfläche wirkungslos. Lediglich optische Wahrnehmungen im Wasser können so durch die relativ neue Technik der Unterwasserdrohne weiter erkundet werden.

Noch während der Suche meldeten die Strömungsretter, dass zwei weitere Personen in einer
Notlage waren. An einem Steilhang hatte eine der beiden Jugendlichen ihr Handy fallen lassen. Beim Versuch es wieder zu bekomme, stürzten die beiden einen steilen Abhang hinunter und verletzten sich dabei so schwer, dass sie aus eigener Kraft nicht mehr den Hang hochkamen. Hier war nun die Fachkenntnis der Strömungsretter gefordert. Während zunächst ein Trupp zur medizinischen Erstversorgung den Hang hinabgelassen wurde, wurde von oben die Schräghangrettung vorbereitet, mit deren Hilfe die beiden Verunfallten nach oben gerettet werden konnten. Währenddessen lief die Suche nach dem untergegangen Mann und seinem Kind unvermittelt weiter, bis auch diese gefunden und geborgen werden konnten. Nach Abschluss dieses Übungsabschnitts lag nun die Verlegung des kompletten
Wasserrettungszuges im geschlossenen Verband an. Dieser ging aber nicht in einen neuen
Schadenraum, sondern zum Ausbildungszentrum der DLRG Ortsgruppe Diez, wo beim
gemeinsamen Essen der Übungstag abgeschlossen wurde.




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Die in neun Ortsgruppen vorgehaltenen Wasserrettungseinheiten bilden, ergänzt durch die
Führungseinheit des Bezirks, lageabhängig den Wasserrettungszug Westerwald-Taunus, der in den vier rechtsrheinischen Landkreisen Altenkirchen, Neuwied, Westerwald und Rhein-Lahn zu Einsatz kommen kann. So zuletzt bei einer Vermisstensuche in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld, wo die Strömungsretter mehrere Fischteiche absuchen sollten. Aber auch überregional, so wie im vergangenen Jahr im Ahrtal, stehen die Wasserretter Tag und Nacht bereit, um bei lokalen Unglücken, aber auch bei Großschadenslagen kompetent zu helfen, Menschenleben zu retten oder auch andere Hilfsorganisationen bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Neben zahlreichen örtlichen und überregionalen Übungen der einzelnen Fachdienste findet mindestens einmal jährlich eine Großübung aller Einheiten statt, um hier das Zusammenspiel der einzelnen Fachdienste zu trainieren. (PM)


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