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Nachricht vom 24.11.2022    

VG Altenkirchen-Flammersfeld: Minimales Plus der Kosten für Wasser und Abwasser

Das ist eine gute Nachricht für viele Kunden der Verbandsgemeindewerke Altenkirchen-Flammersfeld: Die Gebühren und Entgelte für die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung explodieren nicht im nächsten Jahr - im Gegensatz zu den Ausgaben für Strom und Gas.

Trinkwasser ist das wichtigste Nahrungsmittel überhaupt. (Foto: Pixabay)

Altenkirchen/Flammersfeld. Es war ein ambitioniertes Ziel, das sich die Verbandsgemeindewerke Altenkirchen-Flammersfeld als Folge der Hochzeit der beiden Verbandsgemeinden (VG) Altenkirchen und Flammersfeld am 1. Januar 2020 gesetzt hatten. Schon zum 1. Januar 2023 sollten die zuvor unterschiedlichen Kostenansätze der beiden Alt-VGs für die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung angeglichen und somit auf ein einheitliches Niveau gebracht werden, obwohl die Fusionsvereinbarung dafür eine Zeitspanne von bis zu zehn Jahren eingeräumt hatte. Das Vorhaben wird glücken, wer aber konnte bei der Fixierung dieses Themas ahnen, dass das Inkrafttreten gleicher Gebühren und Entgelte hüben wie drüben in eine Zeit fallen würde, in der als Folge des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine so ziemlich alles (massiv) teurer geworden ist und weiterhin wird. Die Kunden der VG-Werke können aber aufatmen. Im Gegensatz zu den Preissprüngen beispielsweise bei Strom und Gas wird der Großteil der rund 14.500 Abnehmer wenig finanzielle Veränderungen in den Bescheiden feststellen. Für ein Mustergrundstück (600 Quadratmeter/100 Kubikmeter Wasserverbrauch/Vollgeschosszuschlag 1,2 für ein- und zweigeschossige Gebäude) stellt der Lieferant künftig 722,20 Euro in Rechnung nach 709,80 Euro (Alt-VG AK) und 709,00 Euro (Alt-VG FF) in diesem Jahr. An den Grundlagen für die Berechnung hat sich geändert: Für den Bereich der Alt-VG Flammersfeld entfällt die Grundgebühr, dafür wird der wiederkehrende Beitrag Wasser eingeführt, wie in der Alt-VG Altenkirchen schon gang und gäbe. Zudem werden nunmehr auch alle unbebauten Grundstücke zwischen Reiferscheid und Willroth belastet (Usus ebenfalls bereits in der Alt-VG Altenkirchen), so dass die Mitglieder des Werkausschusses des VG-Rates in der Sitzung in Flammersfeld am späten Mittwochnachmittag (23. November) den vorgeschlagenen Weg einstimmig billigen konnten. Das letzte Wort hat der VG-Rat in seiner Zusammenkunft am 21. Dezember.

Wasserbezug umsatzsteuerpflichtig
Ein Kubikmeter Frischwasser kostet 1,80 Euro (brutto 1,93 Euro), für einen Kubikmeter Schmutzwasser müssen 2,20 Euro gezahlt werden, wobei in die Rechnung lediglich 90 Prozent des bezogenen Wassers einfließen. Der wiederkehrende Beitrag Wasser beträgt 0,15 Euro pro Quadratmeter (gewichtet mit Vollgeschosszuschlag), der im Bereich Schmutzwasser ebenfalls. Der wiederkehrende Beitrag Niederschlagswasser ist mit 0,45 Euro pro Quadratmeter (gewichtet mit Grundflächenzahl) angesetzt, die Preise der Wasserversorgung sind umsatzsteuerpflichtig (7 Prozent), die der Abwasserbeseitigung nicht. Kräftig angehoben werden die einmaligen Entgelte für die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung, die gezahlt werden müssen für die Verwirklichung des Traums vom Eigenheim in einem Neubaugebiet (Ersterschließung). „So entsteht eine rund 50-prozentige Mehrbelastung für ein normales Wohngebäudegrundstück“, erklärte Bürgermeister Fred Jüngerich. Dennoch: Das Plus lässt die VG-Werke nach wie vor nicht kostendeckend diese Aufgabe erfüllen. Für den Ausgleich der Differenz sorgt die Solidargemeinschaft aller mit den Werken in Geschäftsbeziehung stehender Bürger. Die neuen Konditionen: Einmalbezug Wasser 6,02 Euro (netto) pro Quadratmeter (gewichtet mit Vollgeschosszuschlag), Abwasserbeseitigung: Einmalbeitrag Schmutzwasser 6,14 Euro pro Quadratmeter (gewichtet mit Vollgeschosszuschlag) und Einmalbeitrag Nierderschlagswasser 11,69 Euro pro Quadratmeter (gewichtet mit Grundflächenzahl). Zugleich sind die Kosten für die Gemeindestraßenentwässerung neu definiert worden.



In Alt-Flammersfeld keine Grundgebühr mehr
„Die Einführung des wiederkehrenden Beitrages Wasser anstelle der Grundgebühr in der Alt-VG Flammersfeld ist ein wesentlicher Bestandteil der Änderungen“, sagte Jüngerich. Die beiden Varianten der Entgelte seien getrennt worden, weil die laufenden jährlich angepasst werden müssten. Jüngerich bilanzierte die neuen Ansätze: „Wir liefern das Lebensmittel ,Wasser’ in höchster Qualität zum gleichen, verbrauchsabhängigen Preis wie im Vorjahr und entsorgen es mit moderater Erhöhung.“ Einen großen Dank richtete er an all diejenigen, „die gerechnet haben“. Von einem „super Job, den die Werkleitung gemacht hat“, sprach Frank Bettgenhäuser (SPD). „95 Prozent der Kunden werden nichts merken“, schaute er in die Zeit voraus, in der die neuen Bescheide die Empfänger erreichen. Dass es Rückfragen geben werde, darüber war sich die Runde im Klaren. So wurden Ideen geäußert, wie die Systematik besser in die Öffentlichkeit transportiert werden kann: via den Ortsbürgermeistern als Multiplikatoren oder per Erläuterungsschreiben, die den neuen Rechnungen beigepackt werden könnten.

Neuer Kanal „Auf dem Steinchen“
Die Werkleitung ließ sich vom Gremium einstimmig die „Vollmacht“ erteilen, den Auftrag für die Kanalerneuerung im Altenkirchener Faststadtteil „Auf dem Steinchen“ (erster Bauabschnitt) zu vergeben. Zunächst werden die Straßen Finken- und Schwalbenweg sowie „Auf dem Rähmchen“ von Grunde auf saniert. Es schließen sich später die Straßen Lohmühlenweg und „Auf dem Steinchen“ an. Die Kostenschätzung fürs Ersetzen aller Abwasserleitungen im ersten Trio beläuft sich auf 588.000 Euro, die für die der Wasserleitung auf 97.000 Euro (vorgesehen nur Hausanschlüsse, wenn erforderlich), so dass eine Gesamtsumme von 655.000 Euro avisiert ist. In Engstellen wird der Kanal per Inlinerverfahren auf Vordermann gebracht. Der Auftrag ist ausgeschrieben, die Submission für Anfang Dezember geplant. Die unterirdische Infrastruktur datiert zum Teil aus den 1950er- und 1960er-Jahren. 105.030 Euro wird die Erneuerung der Maschinen- und Elektrotechnik im Abwasserpumpwerk in Neitersen-Niederölfen kosten, der sich, so das einstimmige Votum, die Firma Witec GmbH aus Kroppach annimmt. Die Kostenschätzung hatte 97.073 Euro ergeben. Die Ausschreibung für die Tiefbauarbeiten dieser Maßnahme wurde aufgrund deutlicher Überschreitung zur Kostenschätzung (62.987 Euro zu 105.000 Euro) und fehlender Vergleichspreise aufgehoben, da nur ein Angebot eingereicht wurde. So gestattete die Zusammenkunft ohne Widerspruch der Werkleitung, nach erfolgter Wertung einer Preisanfrage, die zurzeit im Gang ist, letztendlich den Auftrag an den Anbieter mit dem annehmbarsten Angebot zu vergeben. Und schließlich gab es noch einen Grund zur Freude: Zum Umbau mit Erweiterung der Kläranlage im Mehrbachtal erhöhte sich die nicht rückzuzahlende Landesförderung um 6 von 9 auf 15 Prozent, also um 700.000 auf 2,5 Millionen Euro, nachdem Jüngerich sich per Schreiben um ein Plus des Großprojektebonus bei Katrin Eder, der Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität, bemüht hatte. (vh)



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