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Nachricht vom 15.12.2022    

Atzelgift will die kleine Nister in ein großes Naturereignis verwandeln

Von Jennifer Patt

Die kleine Nister rund um Atzelgift ist nicht nur den Einheimischen bekannt. Vom gesamten Naherholungsgebiet der "Kroppacher Schweiz" profitieren auch Touristen und Wanderer außerhalb des Westerwaldes. Um die Attraktivität des Dorfes zu steigern, beteiligt sich die Gemeinde seit Herbst 2017 an einer "Dorfmoderation."

Matthias Schneider (1. Beigeordneter Atzelgift), Armin Teutsch (VG Hachenburg Bauamt), Claudia Kohlhaas (Ortschefin) und Dipl. Ing. Claudia Renz
(Foto: Markus Würden)

Atzelgift. Die Atzelgifter zeigen sich motiviert, wenn es um die Gestaltung ihres Ortes geht. Durch die sogenannte "Dorfmoderation" entwickelte sich bereits das Projekt der "Himmelsleiter", die vom Ehrenhain zum 2005 errichteten Weltjugendtagskreuz führt. Der Ehrenhain, mit dem die Gemeinde Atzelgift der Gefallenen und der Vermissten der beiden Weltkriege gedenkt, wurde bereits 1965 geschaffen und besteht aus 22 Gedenksteinen an Eichenbäumen, einem Brunnen in der Mitte des Platzes und vier Figurengruppen aus Muschelkalk: Abschied des Soldaten, ein Gefangener, eine trauernde Mutter, eine trauernde Mutter mit Kind. Eine Gedenktafel fordert den Besucher dazu auf, diesen Platz als Ort des Gedenkens, aber auch der Mahnung zum Frieden zu verstehen. "Das Kriegerdenkmal soll weiterhin ein Ort der Stille und Ruhe sein, aber es soll auch Leben stattfinden." So die Atzelgifter Ortschefin Claudia Kohlhaas. "Unser Ziel ist es einen 'sanften Tourismus' zu schaffen und gleichzeitig die Ökologie zu fördern", so Kohlhaas weiter.

"Was man kennt, das schützt man"
Um das Projekt fachmännisch zu begleiten, ist eine Fachfirma aus dem Frankenland aufgrund des Gewässerbaus hinzugezogen worden. Geplant ist es, die kleine Nister aufzuweiten, ein Stillgewässer anzulegen und einen Nebenarm, dieser soll einen elementaren Beitrag zur Hochwasserprävention tragen. Die Gewässer sollen zu dem als Rückzugsort und Brutstätten für Forellen dienen. Eine etwa zehn Meter lange Steintreppe soll als Sitzmöglichkeit entlang des Gewässers dienen. Dies würde die Aufenthaltsqualität maßgeblich verbessern. Hier sei besonders zu erwähnen, dass die Treppe, ebenso wie das Material des "Ehrenhains" aus Kirschheimer Muschelkalk bestehen wird.



Unterstützung erhält die Gemeinde durch die Aktion "Blau Plus", ein Aktionsprogramm der Landesregierung, die sich "die Wiederherstellung der ökologischen Funktionsfähigkeit von Fließgewässern" zum Ziel gemacht hat. Die Kosten belaufen sich auf ungefähr 100.000 Euro, wovon 85 Prozent die "Aktion Blau Plus" trägt.

Die Eröffnung des Projektes ist für Mai 2023 anberaumt.
(Jenny Patt)


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