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Pressemitteilung vom 11.01.2023    

Funkstille zwischen Eltern und Kind: Selbsthilfegruppe gründet sich in Siegen

Die Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen hilft bei der Gesprächskreis-Neugründung "Sendepause – verlassene Eltern". Teilnehmen können Mütter und Väter, die aus unterschiedlichen Gründen keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern haben.

Wenn Eltern vergeblich auf ein Lebenszeichen warten, kann es zermürbend sein. (Symbolbild)

Siegen. Den Kindern Wünsche erfüllen, immer für sie da sein, das Beste für sie tun und geben. So hat Lena (Name geändert) als Mutter gehandelt. Zwei ihrer Kinder möchten seit zweieinhalb Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr. "Das ist unheimlich schwer für mich zu akzeptieren“, sagt die 43-Jährige. Sie fühlt sich zurückgewiesen, ist traurig. Ihre Kinder fehlen ihr. In Zusammenarbeit mit Silke Sartor, Koordinatorin der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen, möchte Lena mit Eltern zusammenkommen, denen es ähnlich geht. Sie gründet daher die Selbsthilfegruppe "Sendepause – verlassene Eltern“.

Wie es ist, vom eigenen Kind getrennt zu sein, hat Lena schon früh erlebt. Ihr damaliger Ehemann reiste für einen Urlaub mit dem damals sechsjährigen Sohn in sein Heimatland. Lena freute sich, dass sie eine Papa-Sohn-Auszeit genießen können. Die Freude kippte jedoch, als die Mutter ein Anruf erreichte: "Mein Kind sagte mir, dass es nicht mehr zurückkommt und mit dem Papa dortbleiben möchte". Lena verstand die Welt nicht mehr. Schweren Herzens akzeptierte sie irgendwann die Entscheidung. Die Mutter hielt den Kontakt zu ihrem Sohn, der sie an Feiertagen in Deutschland besuchte. Zehn Jahre vergingen. Jahre, in denen die Mutter Halt in ihrer Tochter fand: "Wäre sie nicht gewesen, weiß ich nicht, wie ich das ausgehalten hätte". An ihre eigene Kindheit hat Lena traurige Erinnerungen, wollte deshalb umso mehr eine geborgene Welt für den eigenen Nachwuchs schaffen. "Ob es im Supermarkt ihre großen Augen beim Anblick von Spielzeug waren, Gespräche, wenn es ihnen mal nicht gut ging, jegliche Unterstützung im Teenager-Alter, oder, oder, oder – ich habe nie nein gesagt, wollte einfach eine gute Mutter sein", wird Lena in der Pressemitteilung der Diakonie in Südwestfalen zitiert.



Als sich ihr Sohn mit 16 Jahren entschloss, dauerhaft zurück nach Deutschland zu kehren, ging es Lena wieder besser. „In dieser Zeit hatten wir ein gutes und auch freundschaftliches Verhältnis. Ich war froh, dass es so kam.“ Kurze Zeit später wurde ihre Tochter volljährig und wollte in eine eigene Wohnung ziehen. „Natürlich habe ich sie unterstützt, wo es nur ging.“ Dass die Kinder allmählich erwachsen werden, war für Lena L. mit positiven Gedanken verbunden: „Ich habe mir immer vorgestellt, wie schön es wohl sein wird, wenn die Kinder mal selbst Eltern werden und die Familie wächst.“ Seit zweieinhalb Jahren ist diese Vision für Lena wie verloren. Beide Kinder, inzwischen Anfang 20, haben zur gleichen Zeit den Kontakt zu ihr abgebrochen. Für die Mutter begann eine Zeit der Verzweiflung mit unzähligen Fragen. „Habe ich zu viel gegeben? Hatte ich einen zu großen Schutzinstinkt? Kann ich etwas ändern und verbessern? Ich weiß bis heute nicht, woran es liegt.“

Wem es ähnlich geht, ist bei einem ersten Treffen willkommen. Für eine Teilnahme an der Selbsthilfegruppe können sich sowohl Mütter als auch Väter melden, die aus unterschiedlichen Gründen keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern haben. Interessierte melden sich bei Silke Sartor von der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie Soziale Dienste unter Telefon 0271/5003131 oder per E-Mail an Selbsthilfe@diakonie-sw.de. (PM)


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