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Pressemitteilung vom 26.03.2023    

Durch drei Tunnel ins Glück

Eine nahezu perfekte Kreisstraße ist grundsätzlich eine feine Sache. Wo Schlaglöcher, Risse und Bodenwellen fehlen, freut sich jeder Autofahrer. Paradebeispiel dafür ist die K9 in Ahlbach unterhalb von Flammersfeld. Doch der fast noch jungfräuliche Asphalt ist nicht der entscheidende Grund, warum Christian Heidtmann dieser Tage sehr zufrieden auf die Straße blickt.

Christian Heidtmann von der Unteren Naturschutzbehörde freut sich, dass der Amphibienschutz in Ahlbach von Erfolg gekrönt ist. Foto: Kreisverwaltung/Thorsten Stahl

Flammersfeld. Denn der Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde der Kreisverwaltung findet nirgends eine von Autoreifen zerquetschte Amphibie - und das trotz einer sehr hohen Population in diesem Bereich. Der Grund: Im vergangenen Jahr entstand hier ein - offenbar höchst wirksamer - Amphibienschutz in Form dreier Tunnel: eine Art unterirdischer Westerwaldsteig für Erdkröte und Co..

Dass das Projekt 2022 relativ spontan und zügig umgesetzt werden konnte, ist deshalb erstaunlich, weil viele Stellen involviert waren. Als die Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde (relativ spät) von der Fahrbahnsanierung der K9 erfuhren, sahen sie die Chance gekommen, auch gleichzeitig einen deutlich besseren Schutz für die um ihren Lebensraum kämpfenden Tiere umzusetzen. "Im Bereich Ahlbach existiert eine der bedeutendsten Erdkrötenpopulationen im Landkreis, daraus resultiert seitens des Naturschutzes eine hohe Verantwortung."

Bislang hatten Ehrenamtliche des NABU an dieser Stelle die Amphibien stets mit Eimern entlang der Schutzzäune eingesammelt und zu den Laichgewässern gebracht - ein immens hoher Aufwand über Jahrzehnte. Das ist nun nicht mehr notwendig, vielmehr werden die Tiere nun mit den vom Landesbetrieb Mobilität gestellten Zäunen direkt zu den Tunneln gelotst, die unter der K9 hindurchführen.

Das Projekt wurde komplett mit Ersatzgeldern aus der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung der "Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz" finanziert. Doch, wie angedeutet, das Geld hätte wenig bewirken können, wenn nicht alle Beteiligten an einem Strang gezogen hätten. Heidtmann: "Wir können uns als Kreisverwaltung nur bedanken. Die Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb Mobilität, dem ausführenden Unternehmen, der Stiftung, den Grundstückseigentümern und vor allem den ehrenamtlichen Naturschützern war zu jedem Zeitpunkt vorbildlich."




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Das Amphibienschutz-Projekt ist dabei auf Nachhaltigkeit ausgelegt, soll heißen, dass in den nächsten 15 Jahren ein Monitoring stattfindet, um die Wirksamkeit der Maßnahme kontinuierlich zu überprüfen und eventuell auch neue Erkenntnisse zu gewinnen. Die Grüngruppe der "Lebenshilfe" Flammersfeld übernimmt dabei eine wöchentliche Kontrolle des Zauns.

Doch schon jetzt lässt sich in einem ersten Fazit feststellen, dass "Bufo bufo" (Erdkröte) und "Rana temporaria" (Grasfrosch) zu den Gewinnern gehören. Ihr Schutz wird auch deshalb immer wichtiger, weil im Zuge der Einschläge in den Wäldern, bedingt durch Trockenheit und Borkenkäferbefall, viele Winterquartiere zerstört wurden. Jahr für Jahr kehren die Kröten im Frühjahr zur Fortpflanzung zu ihren Geburtsgewässern zurück. Und wenn sich jetzt auch in Ahlbach wieder die kleinen Männchen huckepack an die großen Weibchen klammern, so sind die Überlebenschancen hier nun deutlich gestiegen. (PM)


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