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Pressemitteilung vom 27.03.2023    

Landfrauen feierten 75. Geburtstag

Der Landfrauenbezirk „Frischer Wind“ Wisserland, ehedem bestehend aus den Ortsgruppen Wissen, Mittelhof und Katzwinkel, feiert in diesen Tagen sein 75-jähriges Bestehen. Grund genug also für eine Jubiläumsveranstaltung, für die man sich das Selbacher Schützenhaus ausgesucht hatte.

Die große Bilderschau zu den vielen Aktivitäten der heimischen Landfrauen fand am Samstag starke Beachtung. Fotos: Bernhard Theis

Wissen. Bei der Begrüßung am Samstagnachmittag (25. März) freute sich die Vorsitzende Mechthild Euteneuer dann über den sehr guten Besuch: „Schön Euch alle hier zu sehen!“ „Viele von Euch haben unserem Landfrauenbezirk schon lange die Treue gehalten und an den zahlreichen Veranstaltungen teilgenommen“, fügte sie an. Im Einzelnen begrüßt wurden dann Bürgermeister Berno Neuhoff sowie Selbachs Ortsbürgermeister Matthias Grohs mit dessen Amtskollegen aus Mittelhof, Hövels und Katzwinkel. Auch die Landfrauen-Kreisvorsitzende Gerlinde Eschemann und Kreisbauernverbandsvorsitzender Josef Schwan fanden eine herzliche Aufnahme.

Mechthild Euteneuer hielt dann Rückblick auf die Geschichte der Fraueninitiative. Begonnen hatte alles bereits mit der Gründung der ländlichen Winterschule für angehende Landwirte 1891 in der Nähe des Wissener Bahnhofs. Später zog man in einen Neubau an der Heisterstraße um. Dieses Haus wurde im März 1945 kriegsbedingt stark in Mitleidenschaft gezogen. Dank der Tatkraft des Amtes Wissen und des Ministeriums für Landwirtschaft war es bald wieder hergerichtet. 1948 begann dann die eigentliche Geschichte der Landfrauen mit dem Installieren einer Mädchenabteilung innerhalb der Winterschule. Damals begannen 20 junge Frauen eine Ausbildung, denn ohne diese war der Verbleib im elterlichen Betrieb fast unausweichlich. Die Unterrichtsstunden bezogen sich auf die Themen Kranken- und Kinderpflege, Ernährung und Gesundheit der Familie. Auch wurden Kenntnisse zur Haushaltsführung und Staatsbürgerkunde vermittelt. Kurz gesagt: „Junge Menschen lernten kennen, was sittlichen Halt, Kraft und Schwung gab!“ Damit der Kontakt zur Fachschule erhalten blieb, gründete man einen Landfrauenverein. In den Nachkriegsjahren drehten die Damen so richtig auf. Informationsfahrten zu landwirtschaftlichen Betrieben, Kochkurse und vieles mehr gehörten zum prall gefüllten Terminkalender. Im Mai 1963 beispielsweise ging es in die Schweiz und an den Bodensee.

„Die Landfrauen sind nach wie vor eine starke Gemeinschaft“, betonte Mechthild Euteneuer. Man engagiert sich für mehr Lebensqualität in Form von biologischer Landwirtschaft, setzt sich für gleiche Löhne ein und kümmert sich auch um Mitmenschen in Notlagen wie jetzt in der Ukraine.




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Und das gemeinsame Feiern gehört natürlich auch dazu. Einen guten Eindruck über die vielen Aktivitäten vermittelte im Selbacher Schützenhaus eine von Horst Rolland zusammengestellte Bilderschau. Es folgte eine Aufzählung der ehemaligen Vorsitzenden der drei Gründungsortsgruppen: Maria Höfer, Gertrud Muhl, Angelika Rödder, Agathe Becher, Rita Killing, Anita Bleeser, Wilma Höfer und Margret Zibuschka. Starker Beifall stellte unter Beweis, dass man bis heute das Engagement der starken Frauen zu schätzen weiß.

In seinem Grußwort sagte Bürgermeister Berno Neuhoff unter anderem, dass die Geschichte der Landfrauen auch für den Wandel der Gesellschaft steht: „Sie machen Politik für den ländlichen Raum, in dem sie nicht schwätzen, sondern anpacken. Vieles ist ohne die couragierten Frauen im Bezirk Wisserland auch als Kulturträger nicht vorstellbar.“ Dafür haben Sie ein dickes Dankeschön verdient. Selbachs Ortsbürgermeister Matthias Groh konnte sich dem nur anschließen.

Gerlinde Eschemann als Kreisvorsitzende gratulierte mit dem Lob: „In den 75 Jahren ist wahrlich viel erreicht worden“. Für den Kreisbauernverband sprach Josef Schwan davon, dass „Wir uns den Herausforderungen der heutigen Zeit stellen müssen“. Und der Landfrauenbezirk Wisserland mit seinen fast 180 Mitglieder möge sein Jubiläum zum Anlass nehmen, auch weiterhin für eine starke Gemeinschaft einzutreten. Agathe Becher, die dem Bezirk Wissen-Mittelhof zwischen 1995 und 2011 vorstand, bedankte sich auch im Namen der übrigen Damen für die Einladung zur Jubiläumsfeier.

Gut an kam dann eine Tanzdarbietung der kleinsten Akteure der DJK Wissen-Selbach. Und dabei schloss sich sogar ein Kreis. Beheimatet ist der rege Verein in eben jenem Gebäude, das einstmals als Winterschule diente. Ganz am Schluss ging es noch einmal höchst lustig zu. Im Sketch „Alt gegen Neu“ bewährten sich Berni Leidig und Barbara Heer als Vertreterinnen unterschiedlicher Generationen.

Als nächste Veranstaltung steht am 11. April ein Erste-Hilfe-Kurs auf dem Programm. Und am 14. April lädt der Kreisverband zum Landfrauentag 2023 ins Wissener Kulturwerk. (PM)


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