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Nachricht vom 10.09.2011    

NABU zeichnet Gemeinde Obererbach aus

Als erstes Quartier im Landkreis Altenkirchen wurde nun die Gemeinde Obererbach mit der "Fledermäuse Willkommen!"-Plakette ausgezeichnet. Ein verschütteter Stollen wurde von der Gemeinde freigelegt, der für die Fledermäuse nun wieder ein sicherer Unterschlupf darstellt.

Obererbach. Als erstes Quartier im Landkreis Altenkirchen wurde am 9. September die Gemeinde Obererbach mit der "Fledermäuse Willkommen!"-Plakette ausgezeichnet. Zusammen mit dem NABU-Vorsitzenden Siegfried Schuch überreichte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken dem Ortsbürgermeister Erhard Schneider neben einer Urkunde auch die begehrte Plakette.

Die Gemeinde Obererbach hat sich in besonderem Maße um den Fledermausschutz verdient gemacht. Ein handgeschlagener ehemaliger Erz- und Bleibergwerkstollen am Rande der Gemeinde diente in früheren Jahren Fledermäusen lange als Winterquartier. In den letzten Jahren kam es dort aber immer wieder zu Erdrutschen, so dass der Stollen schließlich endgültig verschüttet war und für die Fledermäuse als Winterquartier verloren ging. Auf eigene Initiative hin beschloss die Gemeinde Obererbach daher, den Stollen wieder frei zu legen und dauerhaft für die Fledermäuse zu sichern. Die Baukosten von insgesamt 22.500 Euro übernahm dabei größtenteils die Gemeinde selbst.

Unterstützt von der RWE, dem Verein für Landschaft- und Naturschutz Altenkirchen und der ortsansässigen Baufirma Hartmut Roth wurde das Projekt "Fledermausstollen" im vergangenen Herbst erfolgreich abgeschlossen. Heute weisen Infotafeln auf die Fledermäuse hin und das angebrachte Stollengitter schützt die seltenen Tiere vor Störungen. Allen voran Ortsbürgermeister Erhard Schneider aber auch dem Gemeinderat und vielen Bürgern aus dem Dorf ist es zu verdanken, dass der Stollen bereits im ersten Winter nach der Sicherungsmaßnahme wieder von Fledermäusen genutzt werden konnte. Die Maßnahme wurde zudem von den Fledermausschützern Joachim Nehls (NABU Altenkirchen) und Josef Köttnitz (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz) fachlich unterstützt. Beide setzen sich schon seit Jahren für den Schutz der nachtaktiven Flugsäuger und deren Quartiere ein.



Dieser einmalige Einsatz der Gemeinde Obererbach für den Artenschutz ist nicht nur von unschätzbarem Wert für den Erhalt der Fledermäuse, sondern sollte auch für viele andere Kommunen Vorbildcharakter haben. Entgegen der landläufigen Meinung suchen Fledermäuse aber nicht nur in Höhlen, Stollen oder Burgen eine Unterkunft. Viele von ihnen sind darauf angewiesen, auch in unseren Häusern eine Bleibe zu finden. Denn nicht nur für den Winterschlaf ist ein ungestörtes Quartier unerlässlich, Fledermäuse brauchen auch im Sommer Orte, an denen sie ihre Jungen aufziehen oder einfach nur den Tag verschlafen können. "Gerade an Häusern werden die heimlichen Untermieter aber aufgrund ihrer versteckten Lebensweise häufig nicht bemerkt und finden bei Renovierungsarbeiten den Tod", so Cosima Lindemann, Leiterin des Projekts "Fledermäuse Willkommen!".

Menschen, die Fledermäusen dauerhaft ein sicheres Zuhause geben, leisten einen unermesslich wertvollen Beitrag zum Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Insektenfresser. Dieses besondere Engagement für den Fledermausschutz ehrt der NABU jetzt landesweit mit der Plakette "Fledermäuse Willkommen!". Daher sind alle Fledermausfreunde dazu aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen und sich um die Auszeichnung "Fledermäuse Willkommen!" zu bewerben. Die Aktion wird vom NABU und dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten gemeinsam getragen.

Weitere Informationen zum Projekt und zu den Teilnahmemöglichkeiten gibt es bei Cosima Lindemann, NABU Rheinland-Pfalz unter fledermaus@NABU-RLP.de oder unter Telefon 06131/140 39-29 sowie im Internet unter www.fledermäuse-willkommen.de.


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