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Pressemitteilung vom 20.06.2023    

Bundesweiter Aktionstag #alarmstuferot - Kliniken klären Bürger auf

Die Lage ist kritisch: Die Krankenhäuser in Deutschland stehen vor einer sehr ernsthaften finanziellen Herausforderung, die nicht ignoriert werden darf. Wie auch viele andere beteiligt sich das Marienhaus Klinikum Bendorf – Neuwied - Waldbreitbach deshalb am bundesweiten Aktionstag #alarmstuferot.

Der bundesweite Aktionstag #alarmstuferot soll auf die schwierige finanzielle Situation der Krankenhäuser in Deutschland aufmerksam machen. (Foto: Petra Hertling-Anhäuser)

Neuwied/Region. Die Krankenhäuser in Deutschland stehen aktuell vor einer erheblichen finanziellen Herausforderung. Trotz der zentralen Rolle, die sie bei der Bereitstellung hochwertiger Gesundheitsversorgung spielen, haben viele Einrichtungen mit finanziellen Engpässen zu kämpfen, die ihre Leistungsfähigkeit und Qualität der Patientenversorgung beeinträchtigen. Beispielhaft für viele beteiligt sich auch das Marienhaus Klinikum Bendorf – Neuwied - Waldbreitbach am 20. Juni am bundesweiten Aktionstag #alarmstuferot.

Eine Vielzahl von Faktoren trägt zu der angespannten finanziellen Situation bei. Grundsätzlich stellen die seit Jahren kontinuierlich steigenden Kosten für medizinisches Personal, Medikamente und technologische Ausstattung bereits eine enorme Belastung für die Krankenhäuser dar.

Darüber hinaus hat sich das Nachfrageverhalten der Menschen hinsichtlich ihrer individuellen Gesundheitsversorgung verändert: Patienten suchen für elektive Behandlungen fast ausschließlich Großkrankenhäuser oder spezialisierte Kliniken auf, ambulante Behandlungen haben durch die Pandemie deutlich zugenommen und sind nach der Pandemie ebenso fortgesetzt worden.

Zudem erschweren verschärfte Vorgaben zur Aufrechterhaltung des stationären Betriebs und personalintensive Dokumentationspflichten die Arbeit. All dies in einer seit Jahren problematischen personellen Situation, die trotz intensiver Recruitingmaßnahmen nur ansatzweise verbessert werden konnte und durch den bevorstehenden Renteneintritt der Babyboomer-Generation verschärfen wird.

Starre Abrechnungspläne decken nicht die Preissteigerungen
Dies alles führt bereits für die meisten Krankenhäuser zu einer dauerhaft nicht tragbaren Lage. Denn die Kosten sind über Jahre deutlich höher gestiegen als die gesetzlich vereinbarten Einnahmen der Krankenhäuser. Diese werden über ein für den Normalbürger nur schwer verständlichen Mix aus unterschiedlichen Faktoren wie Fallpauschalen, Leistungsmengen und Versorgungsauftrag für das jeweilige Folgejahr verhandelt. Zusätzlich belasten langwierige Abrechnungsprozesse mit den Kassen für die erbrachten Leistungen die Liquidität der Krankenhäuser.




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Weiter angeheizt wurde dies durch eine grundlegende Veränderung der ökonomischen Situation in Europa, durch Langzeitfolgen der Pandemie, dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sowie weltweite Lieferkettenveränderungen. Dementsprechend sind auch in den Kliniken die Energiekosten explodiert und auch in der Lebensmittelversorgung oder im Bereich Wäschereinigung wurden sie mit Preissteigerungen von 20 bis 40 Prozent konfrontiert.

Jedoch sind Krankenhäuser im Gegensatz zu Handel, Handwerk, Gastgewerbe oder Industrie aufgrund der quasi vordefinierten Einnahmen nicht in der Lage, ihre explodierenden Kosten an Kunden weiterzugeben. Damit können sie signifikanten Kostensteigerungen oder Inflationsentwicklungen kaum entgegenwirken. Dies erfordert insbesondere von nicht-gewinnwirtschaftlich orientierten Trägern enorme Anstrengungen und führt zu einem kritischen Abbau der Liquidität bis hin zu einer wirtschaftlichen Schieflage.

Krankenhäuser fordern politische Maßnahmen
Um diese schwierige finanzielle Situation zu lösen, sind dringend umfassende Maßnahmen erforderlich. Einige werden gerade im Rahmen der vom Bundesgesundheitsministerium angestoßenen Reform diskutiert. Ganz aktuell bedarf es aber eines Ausgleichs der Inflationskosten, um die Zahlungsunfähigkeit einzelner Einrichtungen oder gar Träger, Arbeitsplatzverluste und echte Versorgungslücken für die Menschen zu vermeiden.

Daher hat sich auch das Marienhaus Klinikum Bendorf – Neuwied - Waldbreitbach entschieden, die Aktion der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) aktiv zu unterstützen. Dazu werden dort am Aktionstag in den Einrichtungen Patienten und Besucher informiert und gebeten, die Petition der DKG mit ihrer Unterschrift zu unterstützen. Demnach ist es von größter Bedeutung, dass politische Entscheidungsträger, Gesundheitsorganisationen und die Gesellschaft insgesamt sich dieser Situation bewusst werden und Maßnahmen ergreifen, um aktuell eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung sicherstellen, bis eine abgestimmte Reform zum Tragen kommen kann. (PM)


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