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Nachricht vom 06.07.2023    

Weyerbusch: Bau des Kreisverkehrsplatzes beginnt am 10. Juli

Baustellen rund um Straßen haben die Eigenart, dass mit ihnen vielfach Einschränkungen unterschiedlichster Natur einhergehen. In Weyerbusch ist die Sorge groß, dass die Umgestaltung der neuralgischen Kreuzung B 8/L 276/K 24 zu einem Kreisverkehrsplatz viele Probleme - sei es in geschäftlicher oder persönlicher Hinsicht - generieren wird.

Aufmerksame Zuhörer informierten sich über die Planungen für den Bau des Kreisverkehrsplatzes in Weyerbusch. (Foto: vh)

Weyerbusch. Stühle herbeizuschaffen war die erste Pflicht der Organisatoren: Nach und nach waren immer mehr Sitzgelegenheiten im Saal der Hottgenroth-Akademie Sonnenhof in Weyerbusch vonnöten, so dass schließlich rund 130 Interessierte jeweils ihren Platz gefunden hatten. „So viele Besucher hatte ich noch nie bei einer Veranstaltung in diesem Raum“, resümierte Ortsbürgermeister Dietmar Winhold am frühen Mittwochabend (5. Juli) beim Blick in die große Runde, „ich hoffe, dass ein bisschen mehr Klarheit in die Sache reinkommt.“ Unter „Sache“ verstand er den Umbau der Kreuzung B 8/L 276/K 24 in einen Kreisverkehrsplatz. Die Neugestaltung des vielbefahrenen Bereichs in der Ortsmitte hatte in den zurückliegenden Wochen für viele Diskussionen und auch für Überlebensängste geschäftlichen Hintergrunds gesorgt. Dass die Zeit der Planung endgültig vorbei ist, zeigen nicht nur die vielen, in Rot auf die Straßen gepinselten Vermessungspunkte, den aktuellen Umstand machte auch Marc Bieler, Diplom-Ingenieur des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Diez, deutlich: „Die Bauarbeiten beginnen am 10. Juli“, blickte er auf den Montag der kommenden Woche voraus und betonte in einem Atemzug, dass „die Beeinträchtigungen für Anlieger auf geringem Maß gehalten werden sollen“. Zunächst werde eine Umfahrung gebaut (auf der Seite der Eisdiele), über die der Verkehr per Lichtzeichenanlage (Standorte Bushaltestelle Edeka-Markt und Kirche) geführt werde, so dass im eigentlich Baubereich so viel wie möglich geschafft werden könne. Ein ausreichend breiter Gehweg werde zudem abgetrennt. Die neue Dichte, die in diesem Areal entsteht, wurde aus dem Publikum mit „Unverschämtheit“ quittiert.

Schranke wird installiert
In den Sommerferien solle, so beschrieb Bieler weiter, zudem zeitgleich versucht werden, die Landesstraße bis zum Ortsausgang zu sanieren, Start sei mit dem Austausch der Rinnenanlagen. „Das Stück bis nach Kraam-Heuberg wird vermutlich im Anschluss im Hocheinbau erneuert, ich rechne dafür mit einer Dauer zwischen einer und zwei Wochen“, zeigte er den Zeitplan auf, und Winhold betonte, dass die im vorderen Bereich gelegenen „Eisdiele, Ärztehaus und Physiopraxis angefahren werden können, diese nicht abgeschnitten werden“ – auch vor dem Hintergrund, dass viele, kaum noch mobile Menschen die Gesundheitsangebote nutzen müssen. Um den Durchgangsverkehr grundsätzlich auf der L 276 zu unterbinden, wird eine Schranke vor dem Getränkehandel Todemann installiert, die Fahrer aller relevanten Vehikel (Schulbusse, Rettungskräfte etc.) jeweils per Sensor öffnen und schließen und auf diese Weise Schule und Kindergarten (teils über Hilkhausen oder Forstmehren/Kraam) erreichen können. Das Sportzentrum könne ebenfalls grundsätzlich angefahren werden. Im Umfeld des Arbeitsbereichs müssen einige Gemeindestraßen zu Sackgassen für die Dauer der Arbeiten „degradiert“ werden. Dennoch werde es hin und wieder Einschränkungen geben.

Dr. Fink-Stauf am Zug
Tobias Fries vom Ordnungsamt der Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen-Flammersfeld wies auf die weiträumige Umleitungsstrecke für den Schwerlastverkehr (über Altenkirchen und Schürdt) hin und erläuterte, dass die Ortsdurchfahrt von Hilkhausen für schwere Brummis gesperrt, während sie für Pkw freigegeben sei. Bieler gab als Bauzeit für den Kreisel ein halbes Jahr, für die Erneuerung der L 276 maximal drei Monate an. Das Projekt, alles in allem 2,5 Millionen Euro wert, realisiert das Unternehmen Dr. Fink-Stauf (Much), was augenscheinlich bei einigen Zuhörern ein ungutes Gefühl hervorrief. „Die Firma ist bekannt dafür, dass sie Termine niemals einhält“, raunte ein Zuhörer, während ein anderer – logischerweise – auf die von Fink-Stauf um die Jahreswende erledigte Sanierung der B 8 zwischen Birnbach und Weyerbusch und die in die bituminöse Deckschicht „verewigten“ Wellen, die „elf Buckel“, zu sprechen kam. Diese hatten den LBM veranlasst, das für den Zuschlag verantwortliche monetäre Angebot zu reduzieren. Bieler ging nicht näher auf die Zurufe ein, sondern verdeutlichte, dass mit Fink-Stauf der Personaleinsatz vor dem Hintergrund der noch andauernden Sommerferien in Nordrhein-Westfalen und der alsbald beginnenden in Rheinland-Pfalz abgesprochen worden sei, sich die Bediensteten gar in Betriebsferien verabschieden könnten: „Es sind immer mindestens zwei Kolonnen im Einsatz.“ Die Frage, die L 276, die komplett gesperrt wird, weiter bis nach Giershausen zu ertüchtigen, beantwortete Winhold mit einem klaren „Nein“, wobei es für diese Variante noch gar keine Überlegung gebe.



Viel Kommunikation gefragt
Dass die Maßnahme durchaus negative Folgen für Unternehmen haben könnte bzw. hat, stellte Marc Höhner von der Spedition Höhner dar. Er sprach von zusätzlichen Kosten in Höhe von 16.000 bis 17.000 Euro pro Monat. Dass Entschädigungen gezahlt werden, verneinte Bieler zumindest für den Bereich der Landesstraßen, „so lange die Möglichkeit besteht, Geschäfte anfahren zu können“. Der Schlüssel für ein Mehr an Miteinander, und in diesem Punkt waren sich Bieler und Winhold einig, bestehe in einer sehr intensiven Kommunikation zwischen Anliegern und dem Bauunternehmen, das jeweils frühzeitig per Handzettel auf Änderungen im Bauablauf hinweisen werde. Der Schachtmeister vor Ort könne immer auf Probleme angesprochen werden, „einmal in der Woche findet wahrscheinlich immer ein Gespräch statt, bei dem jeder Anwohner seine Sorgen und Wünsche äußern kann“, sagte Bieler. „Die ersten Wochen werden problematisch“, blickte Winhold voraus, „wir müssen alle Einschränkungen hinnehmen. Zudem könnte das eine oder andere noch korrigiert werden.“ Darüber hinaus appellierte er an Patienten, die eine der Praxen aufsuchen müssen, mehr Zeit für die Fahrt zum Termin einzuplanen. Auf kurzem Dienstweg könnten, so Bieler, beispielsweise Rampen zu Grundstückseinfahren besprochen und angelegt werden. Die Mannschaft von Fink-Stauf ist zudem vertraglich verpflichtet, die Abfallgefäße der Anlieger an einen Sammelpunkt zu bringen und auch wieder zurück ans Grundstück zu ziehen, wenn das Müllfahrzeug seine Route nicht wie gewohnt abarbeiten kann. „Es hilft, wenn die Namen auf die Mülltonnen geschrieben werden“, gab Winhold einen Tipp für eine klare Zuordnung. Wie die Umlaufphasen der Lichtzeichenanlage geschaltet sind, vermochte Bieler noch nicht exakt mitzuteilen. Dass „Schleichwege“ vielleicht neu erfunden werden, liege auf der Hand. Gegebenenfalls sei eine „Reaktion“ erforderlich. Ohne den Propheten raushängen zu lassen: Das Nadelöhr, das die Ortsmitte von Weyerbusch von Hause aus bildet, wird für den Bau des rund 30 Meter im Durchmesser ausmachenden Rondells noch enger werden. Auf welche Länge sich die Staus zur Rushhour in beiden Richtungen erstrecken, werden die kommenden Wochen zeigen. Die Ortslagen Leingen und Werkhausen sind aus Richtung Hasselbach über die K 24 erreichbar, da der Kreisstraßen-Ast in Weyerbusch komplett gesperrt wird.


Okay vor über drei Jahren
Der Weyerbuscher Ortsgemeinderat hatte vor über drei Jahren sein grundsätzliches Okay zum Planungsentwurf für einen Kreisverkehrsplatz gegeben. Rund 11.000 Autos passieren pro Tag den Bereich. Die Fahrer derjenigen, die von der L 276 (aus Richtung Flammersfeld) und von der K 24 (aus Richtung Werkhausen), egal ob nach rechts oder nach links, auf die Bundesstraße auffahren möchten und auch die, die von der B 8 jeweils nach links abbiegen wollen, benötigen oft eine gehörige Portion Disziplin, um ihr Ansinnen Realität werden zu lassen. Sie werden zu den Nutznießern des neuen Kreisels gehören. Denn ein Einklinken in den kaum versiegenden Strom des Querverkehrs wird wohl ein wenig einfacher. Gleiches gilt womöglich für eine jeweilige Fortsetzung der Fahrt auf der gegenüberliegenden Straße. (vh)


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