Werbung

Nachricht vom 09.08.2023    

Insolvenz DRK-Trägergesellschaft: Statement Landtagsfraktion Freie Wähler

Die Landtagsfraktion der Freien Wähler kritisiert nach der Insolvenz der DRK-Krankenhausgesellschaft den Kurs von Land und Bund. "Wieder einmal haben sich unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigt." So kommentiert Helge Schwab die Insolvenz in Eigenverwaltung der "DRK gemeinnützige Krankenhausgesellschaft mbH Rheinland-Pfalz".

(Foto: Archiv Wolfgang Tischler)

Wiederholt hatte der gesundheitspolitische Sprecher der FREIE WÄHLER-Landtagsfraktion das Land aufgefordert, die Kliniken dabei zu unterstützen, ihre laufenden Kosten für 2023 zu bewältigen. "Die Klinikbetreiber trifft an der Entwicklung doch keine Schuld. Sie leiden jetzt darunter, dass die Ampel-Koalition in Berlin falsche Entscheidungen getroffen und so die Inflation befeuert hat", so Schwab weiter. Der Landtagsabgeordnete kritisiert aber auch das Gesundheitsministerium. "Es reicht doch nicht, immer darauf hinzuweisen, dass das Land nicht zuständig ist. Von Minister Clemens Hoch sollte man eigentlich kreative Lösungsvorschläge erwarten können. Welchen Sinn hat es eigentlich, immer wieder auf die vom Land grundsätzlich geförderten Bauprojekte zu verweisen? Sie sind in der Summe so teuer sind, dass es derzeit fraglich ist, ob sie überhaupt wie geplant umgesetzt werden können", kritisiert der Landtagsabgeordnete.

Er befürchtet nun, dass der Insolvenz der DRK-Krankenhausgesellschaft weitere folgen werden. "Ich glaube nicht, dass es sich künftig ,nur' um Insolvenzen in Eigenverwaltung handeln wird. Man muss sich nicht nur aus aktuellem Anlass fragen, welches Spiel die Landesregierung spielt", erklärt Schwab auch mit Blick auf eine Ende Juli veröffentlichte Pressemitteilung des Gesundheitsministers. "Damit wird der Eindruck erweckt, es sei alles bestens, weil infolge der für 2024 geplanten Krankenhausreform auch die Zukunft kleinerer und grundsätzlich gut aufgestellter Häuser gesichert sei. Schneller als erwartet hat sich nun herausgestellt, dass gar nichts bestens ist", so Schwab weiter.



Wie regionale Medien berichten, sind von der Insolvenz der DRK-Krankenhausgesellschaft vier Krankenhäuser mit insgesamt rund 1500 Betten in Altenkirchen, Alzey, Hachenburg, Kirchen (Sieg) und Altenkirchen betroffen. Auch wenn der Geschäfts- und Versorgungsbetrieb wie gewohnt läuft und die Agentur für Arbeit in den kommenden drei Monaten die Gehälter sichert, schrillen aus Sicht der FREIE WÄHLER-Landtagsfraktion alle Alarmglocken.

"Es kann doch nicht sein, dass man sehenden Auges in eine Katastrophe schlittert, nur weil irgendwelche Experten bundesweit den Abbau von weiteren 100.000 Krankenhausbetten vorschlagen", ärgert sich Schwab. Die Probleme in die ambulante Versorgung zu verlagern, ist aus seiner Sicht kein Ausweg. Er verweist auf die auch in diesem Bereich gravierenden personellen und finanziellen Schwierigkeiten - und einen entsprechenden alarmierenden Bericht im Ärzteblatt. Für Schwab steht schon jetzt fest, dass die Krankenhausreform, die ab 1. Januar 2024 gelten soll, ein Rohrkrepierer ist.

"Finanzielle Entlastungen für die Kliniken sind erst ab 2026 zu erwarten, oder - besser gesagt - für die Einrichtungen, die es dann noch gibt", warnt Schwab. Er hat kein Verständnis für die ablehnende Haltung des Bundes, der weitere Überbrückungshilfen verweigert. "Die Sicherung der Daseinsvorsorge ist eine Kernaufgabe der öffentlichen Hand. Ungeachtet dessen ist die Schieflage der Krankenhäuser offenbar gewollt. An die Konsequenzen denken dabei offensichtlich nur die wenigsten", so der Landtagsabgeordnete abschließend. (PM)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

.: Neu bei Instagram :. => @kuriere_news



Aktuelle Artikel aus Region


Zeugenaufruf nach Vandalismus an Fahrzeug in Betzdorf

In der Nacht zum 29. August 2025 kam es in Betzdorf zu einer Sachbeschädigung an einem geparkten Pkw. ...

Erneuter Unfall auf der B62 in Hövels: Alkohol am Steuer

Am späten Abend des 28. August kam es auf der B62 bei Hövels zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein Autofahrer ...

Falsche Bankmitarbeiter in Koblenz auf Betrugstour

In Koblenz sind derzeit Betrüger aktiv, die sich als Bankmitarbeiter ausgeben und versuchen, an Bankkarten ...

Wie bestellt: Neue Kita bereichert die Stadt Herdorf mit zusätzlichen Plätzen

Eine hohe Kinderanzahl erfordert viele Kitaplätze. Mit der neuen Kita "Am Bähnchen" zerreißt die Stadt ...

Wundertüten-Poetin Tina Hüsch begeisterte auf ganzer Linie im Stöffel-Park

Chapeau, was sich am 28. August in der "Alten Schmiede" im Stöffel-Park zu Enspel ereignete, wird noch ...

Einblicke in die buddhistische Lehre: Klostergespräche im Kloster Hassel

Im beschaulichen Pracht öffnet das buddhistische Kloster Hassel seine Türen für Interessierte. Die monatlichen ...

Weitere Artikel


Dauerhafter Regen beeinträchtigt Ernte im Westerwald: Schäden kaum noch einzudämmen

Die anhaltenden und intensiven Regenfälle dieses Sommers stellen eine zunehmende Herausforderung für ...

Daadener Schüler sammelten bewegende Eindrücke während Projektarbeit in Griechenland

"Wir kennen nun eure Geschichte. Wir werden sie nicht vergessen. Wir werden sie weitergeben", so der ...

Schuldner- und Insolvenzberatung der Betzdorfer Caritas hat ein offenes Ohr

Inflation und gestiegene Energiekosten sind zwei Hauptursachen dafür, dass viele Menschen nicht mehr ...

Insolvenz DRK-Trägergesellschaft: Statement der SPD-Kreistagsfraktion Altenkirchen

"Dass es um die Krankenhäuser in Deutschland nicht gut bestellt ist, dürfte durch die regelmäßigen Berichterstattungen ...

Insolvenz DRK-Trägergesellschaft: Statements AfD-Fraktion im Neuwieder Stadtrat und MdL Jan Bollinger

"In Anbetracht der jüngsten Nachrichten über den Insolvenzantrag des DRK-Krankenhauses Neuwied möchten ...

Insolvenz DRK-Trägergesellschaft: Statement MdLs Torsten Welling und Ellen Demuth

Torsten Welling Sprechers der CDU-Landtagsfraktion für Krankenhäuser, kommentierte zum Insolvenzverfahren: ...

Werbung