Werbung

Kultur |


Nachricht vom 03.11.2007    

Pankok-Ausstellung eröffnet

Als ein "herausragendes Moment der Geschichte der Stadt" im Reigen der Ausstellungen nannte Bürgermeister Michael Wagener die Otto-Pankok-Ausstellung im Alten Zollhaus in Wissen anlässlich der Vernissage am Freitagabend. Zur Ausstellungs-Eröffnung war auch Pankoks 82-jährige Tochter Eva angereist, die mit teils unter die Haut gehenden, teils augenzwinkernden Anmerkungen die Geschichte einiger der in Wissen ausgestellten Zeichnungen den vielen erschienenen Kunstfreunden näher brachte.

pankok-vernissage

Wissen. Nicht nur Bürgermeister Michael Wagener war überwältigt. Zum einen von den großformatigen Zeichnungen des Malers Otto Pankok, zum anderen aber auch vom überwältigenden Interesse, auf das die Pankok-Ausstellung in Wissen stößt. Das Alte Zollhaus, in dem Werke des bekannten deutschen Malers, Graphikers und Bildhauers (1893 - 1966) gezeigt werden - bis zum 30. November - war in den Ausstellungsräumen im Obergeschoss dicht gefüllt mit Kunstliebhabern. Dass diese außergewöhnliche Ausstellung zustande kam, daran haben viele mitgewirkt, besonders aber der Künstler Arnold Morkramer, der die Verbindungen zu Eva Pankok hergestellt hatte, aber auch die helfenden Hände des Arbeitskreises Kunst der Wissener eigenART der Zukunfstschmiede, besonders Susanne Rosenbaum, Georg Mombour und Berno Neuhoff. Umrahmt wurde die Vernissage von der Gruppe Manzamar mit spanischen Liedern.
Der Mentor der Ausstellung, der Bildhauer Arnold Morkramer (Bruchertseifen), hat Otto Pankok noch persönlich gekannt und zitierte einige Worte des großen deutschen Künstlers aus Düsseldorfer Akademiejahrbüchern. Pankok sei ein hervorragender Zeichner gewesen, wie es ihn heute leider nicht mehr gebe, sagte Morkramer. Hervorzuheben sei besonders das Menschliche in Pankoks Werken. "Leider ist dieses Menschliche heute fast ganz aus der Kunst verschwunden", beklagte Morkramer.
Eva Pankok, die sich auch ins Gästebuch der Stadt eintrug, erzählte einige wichtige Episoden aus dem Leben ihres Vaters wie die Traumatisierung nach der Rückkehr aus dem 1. Weltkrieg, als er keine Menschen mehr darstellen wollte und konnte, von seinen Auslandaufenthalten, seiner besonderer Beziehung zu den verfolgten Sinti und Roma, die heute noch von einer Tochter aufrecht erhalten wird, von der Unterdrückung seiner Arbeit als entartete Kunst unter der Nazidiktatur. Vor allem seine Begegnung mit den Zigeunern war prägend für das künstlerische Schaffen Pankoks. "Er wurde ihr Maler", weiß seine Tochter Eva, und er ist es bis heute geblieben. Heute noch kommen Sinti und Roma zu Eva, "dem Kind von Otto Pankok", berichten von ihren Problemen. Eva Pankok: "Es ist, als ob er noch da wäre." Nach wie vor bestünden, so Eva Pankok, gegenüber den Zigeunern tiefsitzende Vorurteile. Und diese Ethnie hat auch in Deutschland wieder einmal schreckliche Probleme. Die aus dem Kosovo geflüchteten Menschen sollten nun wieder zurück dorthin, wo sie niemand wolle, wo ihr Leben gefährdet sei. Eva Pankoks Appell an die deutschen Behörden: "Schickt die, die noch hier sind, bitte nicht ins Kosovo zurück." (Reinhard Schmidt)
Ausstellungszeiten: donnerstags und freitags von 16 bis 20 Uhr, an den Samstagen von 14 bis 19 Uhr und an den Sonntagen von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt drei Euro, ermäßigt zwei Euro.
xxx
Treibende Kräfte beim Zustandekommen der Pankok-Ausstellung in Wissen: (hinten, von links) Georg Mombour, Arnold Morkramer, Bürgermeister Michael Wagener, Winfried Möller-Rosenbaum; vorne: Eva Pankok und Susanne Rosenbaum. Fotos: Reinhard Schmidt



Weitere Bilder (für eine größere Ansicht klicken Sie bitte auf eines der Bilder):
       
   


Kommentare zu: Pankok-Ausstellung eröffnet

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


14-Jähriger schlägt mit Baseballschläger auf Kontrahenten ein

Für die Polizei Betzdorf war es wieder ein ereignisreiches Wochenende, wie aus einer Mitteilung vom Sonntagmorgen, 12. Juli, hervorgeht. Unter anderem mussten sich die Beamten mit einem Fall von Körperverletzung befassen, an dem ein betrunkener 14 Jahre alte Junge beteiligt war.


Wehmut bleibt: Auch ohne Schützenfest feiert der SV Wissen

Eigentlich hätte es eines der größten Feste in Wissen werden sollen, aber das Schützenfest musste in diesem Jahr abgesagt werden. Dies ist besonders in Anbetracht des Jubiläums traurig, sind sich alle Beteiligten einig. „Wir haben für das 150+1-Jubiläumsjahr 2021 bereits die Programmpunkte festmachen können. Es wird dann ein rauschendes Fest“, verspricht Geschäftsführer Jürgen Thielmann.


Region, Artikel vom 10.07.2020

Motorradfahrer stirbt bei Frontalzusammenstoß

Motorradfahrer stirbt bei Frontalzusammenstoß

AKTUALISIERT. Am Freitag, 10. Juli, gegen 19.55 Uhr, ereignete sich auf der Bundesstraße 256, zwischen den Ortslagen Altenkirchen und Neitersen, ein schwerer Verkehrsunfall. Hierbei wurde ein Motorradfahrer tödlich verletzt.


Domstürmer am Kloster Marienthal garantierten gute Laune

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „KulturGenussSommer“ der Verbandsgemeinde Hamm gastierte die Kölner Band „Domstürmer“ am Kloster Marienthal. Am Freitag, 10. Juli, war die lange Suche nach einer Parkmöglichkeit bereits Hinweis auf den Besucherandrang. Lange vor Beginn des Konzertes waren der Biergarten der Klostergastronomie und die angrenzenden Bereiche gut gefüllt.


Es wird gebaut und gebaut in Wissen und alles liegt im Plan

Aus der gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses und des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung gab es auch viele weitere Informationen um das bauliche Geschehen in Wissen. So ist auch die Baustelle der Altstadtbrücke einen näheren Blick wert – vielleicht bei einem Kaltgetränk bei der ortsansässigen Gastronomie.




Aktuelle Artikel aus Kultur


Klara trotzt Corona, XXXVI. Folge

Kölbingen. 36. Folge
„Klara, Sie machen mich ja ganz verrückt!“ Van Kerkhof sah von der Zeitung auf und blickte kopfschüttelnd ...

„Street Life“-Sommerkonzert: sicher vor Ort oder im Livestream

Wissen. Die Gäste können in kleinen Gruppen am Bistrotisch, in Reihenbestuhlung mit Abstand oder per Livestream zuhause ein ...

Tag des offenen Denkmals 2020 geht auch bei uns digital

Altenkirchen. „Denkmale digital entdecken“ – so lautet der Aufruf der Deutschen Stiftung Denkmalschutz als Konsequenz auf ...

Tag der offenen Tür im Raiffeisenmuseum: Entdecke, was in ihm steckt

Hamm. Entdecke, was in ihm steckt! So könnte das Motto lauten, wenn am Sonntag, 12. Juli, das Raiffeisenmuseum in Hamm für ...

Peter Lindlein zeigt, wie es „Auf dem Westerwald“ ist

Wissen. „Auf dem Westerwald“ mussten sich mit der Modernisierung der Landwirtschaft und dem Ausklingen des Bergbaus die Lebensgrundlagen ...

Klostergelände in Marienthal wurde zur Open-Air-Bühne

Selbach/Marienthal. Die Reihe der Konzerte, die im Rahmen des „KulturGenussSommer“ der Verbandsgemeinde Hamm stattfinden, ...

Weitere Artikel


Bogenschützen kürten ihre Meister

Hamm. Sportliche Vielfältigkeit, gute Leistungen und Gemeinschaftssinn zeichneten die Vereinsmeisterschaften der Hammer Bogenschützen ...

Sammeln für Erhalt der Gräber

Wissen. Die diesjährige Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge findet in der Verbandsgemeinde Wissen im ...

November: Monat zum Gedenken

Region. Viele Gesichter hat der November. Die Symbolik des Monats zu durchleben bedeutet, sich mit einem zumeist tristen ...

Schlachtfest in Weitefeld

Weitefeld. Schon zum 13. Male veranstaltet der Förderverein der Freiwilligen Feuerrwehr Weitefeld sein traditionelle Schlachtfest ...

Kirchener Stadtfest und Martinsmarkt

Kirchen. Im gesamten Kirchener Stadtkern vom Rathausplatz, der Lindenstraße über die Brückenstraße bis hin in die Bahnhofstraße ...

Afrikanische Rhythmen pur

Region/Siegen. Spätestens seit André Hellers erfolgreichem Afrika! Afrika! -Zirkusspektakel und der Tournee des Soweto Gospel ...

Werbung