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Nachricht vom 01.11.2023    

Borod war im Halloween-Taumel

Von Wolfgang Rabsch

Was in Borod an Halloween abgeht, ist kaum in Worte zu fassen. Etwa 3.000 Grusel-Fans aus der ganzen Republik pilgern in den kleinen Ort mit etwas mehr als 500 Einwohnern. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass eine friedliche Invasion stattgefunden hat, wenn ein Ort mit dem sechsfachen Anteil seiner Bewohner "heimgesucht" wird.

"Dukes Trio" begeisterte die Massen. (Fotos: Wolfgang Rabsch)

Borod. M-Eventservice aus Borod organisiert und veranstaltet seit mehr als einem Jahrzehnt die berühmte Halloween-Party "Halloween rockt". Swen Metzler ist es mit seinem Team gelungen, innerhalb weniger Jahre dieses Event zur größten Halloween-Party in Rheinland-Pfalz und eine der Größten in der Republik zu etablieren. Zu erkennen daran, dass auf den Parkplätzen Autokennzeichen aus nah und fern, ja sogar aus dem benachbarten Ausland zu erkennen sind.

Kein Wunder also, dass DJs, auch mit internationalem Ruf, gerne ihre Visitenkarte in Borod abgeben, um zu feiern und gefeiert zu werden. CUEBRICK ist international erfolgreich unterwegs, hat unter anderem bereits bei der "Natur One" auf der Pytna vor 60.000 Techno-Fans aufgelegt. "Jaxx & Vega", "Peter van de Muziek" und "Markus Deluxe" brauchten sich nicht hinter CUEBRICK zu verstecken, auch sie feiern bereits internationale Auftritte bei angesagten Techno-Festivals.

Alle DJs performen in der EDM (Electronic Dance Musik). Als Basis bei Techno dient insbesondere der minimalistische, bassdrum-betonte Grundrhythmus der House-Musik. Entsprechend war das Festival-Zelt von wummernden Beats, die mit Drums und Bass erzeugt wurden, erfüllt. Im flackernden Dancelight der Scheinwerfer ergoss sich eine regelrechte Orgie aus Licht und harter Musik über die feiernde Meute, die das begierig aufsaugte.
Hinzu kamen die originellen Kostüme, mit denen sich die meisten Besucher verwandelt hatten. Über Hexenkostüme, Skelette, Totenköpfe und Vampirzähne waren alle Möglichkeiten vorhanden, um Angsthasen Schauer über den Rücken zu jagen. Aber alles blieb friedlich, obwohl ausschweifend gefeiert wurde, in Borod waren alle auf Party und Spaß programmiert.

Techno und Hard Rock begeisterten
Nun ist es so, dass Techno nicht jedermanns Geschmack ist. Auch daran hatte Swen Metzler gedacht, denn in dem riesigen Zelt war eine Rock-Arena abgetrennt, in der die Freunde des gepflegten, harten Gitarren-Rocks auf ihre Kosten kamen. Mit dem Auftritt des "Dukes Trio" aus Hachenburg war es Metzler gelungen, eine der gefragtesten Cover-Bands der Region zu verpflichten. Und die Jungs, die mit Gruselmasken versehen, ihren Auftritt hinlegten enttäuschten die vielen Rockfans nicht. Knallharter Rock mit krachenden Beats an den Drums und harten Gitarren-Riffs begeisterten ihr Fans. Mit Hardrock-Hits wie "Toxicity", "Numb", "Break Stuff", "Sex on Fire" und "Tick Tick Boom" verwandelten sie die Rock-Arena in eine Tanz- und Headbange-Arena.




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Somit ging der Wunsch von Swen Metzler zu 100 Prozent in Erfüllung, eine Party zu veranstalten, bei der jeder der Besucher auf seine Kosten kam und jeder musikalische Geschmack befriedigt werden konnte.

Burger- und Imbissstände vervollständigten das Gesamtkonzept, das von sämtlichen Besuchern gerne angenommen wurde. Nach dem überwältigenden Erfolg in diesem Jahr ist es so sicher wie das Amen in der Kirche, dass die Freunde des gepflegten Gruselns auch 2024 Borod wieder in einen Ausnahmezustand versetzen werden. Das ist jedoch in Borod kein Problem, denn das kleine Dorf ist stolz auf das Geschehen und unterstützt zum Beispiel mit der Feuerwehr nach besten Kräften die Halloween-Party.

Eine Randnotiz, die vielleicht für andere Veranstalter interessant sein könnte: Bei über 3.000 Besuchern müssen natürlich auch umfangreiche sanitäre Anlagen zur Verfügung stehen, dazu standen drei große Toilettenwägen auf dem Gelände. Ein Toilettengang kostete 50 Cent, hingegen eine sogenannte "Pipi-Flat" für den ganzen Abend zur unbegrenzten Benutzung lediglich zwei Euro. Fast alle nahmen die "Pipi-Flat" und bekamen dafür einen Stempel auf den Arm oder die Hand. Die "Pipi-Flat" hatte den unschlagbaren Vorteil, dass sich beim Toilettengang nicht wie üblich lange Warteschlangen bildeten, um die 50 Cent zu zahlen. Die Einnahmen aus dem Verkauf der "Pipi-Flat" kamen den beiden Toilettenfrauen zugute, die regelmäßig mit Putztüchern, Wischmobs und Reinigungsmittel die Toiletten reinigten. Für dieses Konzept wurde viel Lob ausgesprochen und alle zahlten gerne den geringen Obolus, fand man doch dafür saubere Toiletten vor. (Wolfgang Rabsch)


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