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Pressemitteilung vom 13.11.2023    

Brustkrebs-Früherkennung: Mammographie-Screening erhöht Heilungschancen

Beim jüngsten Siegener Forum Gesundheit im Diakonie Klinikum Jung-Stilling machte Dr. Michael Blazek deutlich, dass die Chance auf gute Heilungs-Aussichten jene Frauen haben, die sich für eine Brustkrebsfrüherkennung im Mammographie-Screening-Programm untersuchen lassen.

Beim jüngsten Siegener Forum Gesundheit ging es um Früherkennung von Brustkrebs. Dr. Michael Blazek klärte auf, was genau Frauen tun können. (Foto: Diakonie in Südwestfalen)

Siegen. Die Chance auf eine günstige Prognose, schonende Therapie und gute Heilungs-Aussichten haben Frauen, die sich für eine Brustkrebsfrüherkennung im Mammographie-Screening-Programm untersuchen lassen. "Das Screening ist die einzig wissenschaftlich belegte Methode, um schon sehr kleine Tumoren früh zu entdecken, in der Folge rechtzeitig zu therapieren und so vor dem Tod durch Brustkrebs zu bewahren", informierte Dr. Michael Blazek seine Gäste im Diakonie Klinikum Jung-Stilling. Der dortige Facharzt für Radiologie und programmverantwortliche Arzt der Mammographie-Screening-Einheit Siegen-Olpe-Hochsauerland wies beim Siegener Forum Gesundheit auch darauf hin, dass die Altersgrenze im bundesweiten Screening angehoben wird - von bisher 69 auf 75 Jahre. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie in Südwestfalen im Brustkrebsmonat Oktober, in dem jedes Jahr international zu Prävention und Früherkennung aufgeklärt wird.

Die Diagnose Mammakarzinom, also Brustkrebs, ist in Deutschland mit 70 000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebsart der Frau. Dr. Michael Blazek machte deutlich, dass das Risiko zu erkranken mit zunehmendem Alter steigt: "Ab dem 50. Lebensjahr besteht die höchste Gefahr. In den Jahren davor erkranken etwa 18 Prozent der Frauen." Neben dem Alter als Hauptursache kann die Genetik das Brustkrebs-Risiko erhöhen. Treten Brust- oder Eierstockkrebs besonders häufig bei engen Verwandten auf, steigt die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken. Dabei haben laut Dr. Blazek weniger als zehn Prozent aller Mammakarzinome eine genetische Ursache. Zu einem weiteren, eher selten vorkommenden Risikofaktor zählt dichtes Drüsengewebe der Brust. Ist das bei einer Frau der Fall, kann laut Blazek neben der Mammographie eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) von Vorteil sein. Von dichtem Drüsengewebe sprechen Fachleute, wenn die Brust einen hohen Anteil an Drüsen- und Bindegewebe hat und der Fettanteil gering ist. "Bei viel Drüsengewebe sind mehr Zellen vorhanden, die im Laufe des Lebens entarten und zu Brustkrebs werden können."

Alle zwei Jahre für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren
Was genau ist nun das Mammographie-Screening-Programm? Die Antwort hatte Dr. Blazek parat. Gemeint ist ein gesetzliches Brustkrebs-Früherkennungsprogramm, an dem Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre teilnehmen können und dazu entsprechend eingeladen werden. Dafür erhalten sie Post mit einem Terminvorschlag von der für die Region jeweils zuständigen Zentralen Stelle. Diese erhält notwendige Adressdaten von den Meldebehörden. Wer zur Untersuchung kommt, wird von speziell geschulten Mitarbeiterinnen geröntgt. Die Aufnahmen der Brust beurteilen zwei erfahrene Fachärzte unabhängig voneinander. Unauffällige Befunde erhalten die Teilnehmerinnen auf postalischem Wege und sie werden innerhalb der nächsten zwei Jahre erneut zum Screening gebeten. Bei auffälligen Befunden hingegen bekommen die Frauen zeitnah einen Termin zur Abklärung. Dr. Blazek nannte Zahlen. So erhalten von 1000 untersuchten Frauen etwa 30 einen auffälligen Befund - und in der Folge eine Einladung für Zusatzuntersuchungen per beispielsweise Ultraschall, MRT, Biopsie oder weiterer Mammographie. Blazek: "Bei 24 der 30 Frauen stellt sich der Verdacht als falsch heraus. Etwa 6 von 1000 Frauen erhalten die Diagnose Brustkrebs." Den meisten Frauen wird dann eine Therapie in einem Brustzentrum empfohlen. An erster Stelle steht oft eine Operation. Je nach Art der Erkrankung zählen Bestrahlung, Hormon- und selten auch Chemotherapie zu weiteren Therapiemöglichkeiten.




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Im Hinblick auf die Altersgrenze im Screening-Programm brachte Dr. Blazek gute Nachrichten mit: Alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammographie haben bundesweit nun zusätzlich auch Frauen zwischen 70 und 75 Jahren. Bis bei dieser Altersgruppe ebenso wie bei den 50- bis 69-Jährigen eine Einladung im Briefkasten landet, werden jedoch noch einige Monate vergehen. Was laut Blazek aber möglich sein wird: "Frauen zwischen 70 und 75 Jahren können ab Juni 2024 einfach selbst zum Hörer greifen und einen Termin über die jeweilige Zentrale Stelle vereinbaren." Für die Region Westfalen-Lippe ist Münster der entsprechende Standort, der unter Telefon 0251/929 5000 erreichbar ist.

Die Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm ist freiwillig. Die Untersuchungskosten tragen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen. Dr. Michael Blazek appellierte an teilnehmende Frauen, drei Dinge vor der Untersuchung zu beachten: Am Termintag kein Deodorant auftragen, die Versichertenkarte mitführen und das Einladungsschreiben inklusive Einverständniserklärung mitbringen. (PM)


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