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Pressemitteilung vom 20.11.2023    

Kassenärztliche Vereinigung: Gesundheitsministerium verkennt Praxisalltag

Mit Unverständnis hat die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) die ihrer Meinung nach in Inhalt und Tonalität unangemessenen Aussagen von Gesundheitsminister Clemens Hoch zur Rolle und zur Leistung der Ärzte- und Psychotherapeutenschaft im Land zur Kenntnis genommen und weist sie in aller Deutlichkeit zurück.

Symbolbild (Foto: Pixabay)

Mainz. "Die Äußerungen stellen nicht nur eine befremdliche Missachtung der ärztlichen Selbstverwaltung dar, sie verkennen auch die tatsächlichen Bedingungen in der Niederlassung", sagt Dr. Peter Heinz, Vorsitzender des Vorstands der KV RLP. "Wir würden uns sehr wünschen, dass sich die Politik ernsthaft mit den Problemen in der ambulanten Versorgung befasst und konstruktiv nach Lösungen für Praxen und Patienten beziehungsweise Patientinnen sucht, statt mit dem Finger ausgerechnet auf diejenigen zu zeigen, die das System trotz immer schwierigerer Rahmenbedingungen am Laufen halten."

Hoch hatte die Anpassungen im Ärztlichen Bereitschaftsdienst kritisiert, die als direkte Konsequenz aus dem Urteil zur Sozialversicherungspflicht von Poolärzten notwendig werden. Um die bereits seit Langem am Limit arbeitenden Praxen zu entlasten und die ambulante Versorgung der Menschen auch weiterhin sicherstellen zu können, werden Einschränkungen bei Standorten und Öffnungszeiten unausweichlich. "Die Ärzte mit ihrem Praxispersonal engagieren sich tagtäglich, um politische Fehlentwicklungen und ausbleibenden Reformwillen abzufedern. Wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass sie längst an ihre Grenzen stoßen und Entlastung dringend notwendig ist", sagt Dr. Heinz. Und Dr. Andreas Bartels, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende, ergänzt: "Es braucht den politischen Willen und einen respektvollen Umgang mit der Ärzte- und Psychotherapeutenschaft, um die systematisch geschwächten Strukturen nachhaltig zu stärken."



Mit Blick auf die immer weiterwachsenden Herausforderungen für die Praxen sowie eine sichere Versorgung der Patienten wünscht sich die KV RLP einen lösungsorientierten Umgang. Dr. Heinz: "Politik muss praxisnah sein. Das heißt, sie muss bei den Ursachen ansetzen und sorgsam mit den begrenzten personellen Ressourcen in der ambulanten Versorgung umgehen." Dr. Bartels fügt hinzu: "Wir wünschen uns ein politisches Handeln, das sich an der Sache orientiert, die Praxen sowie die Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt stellt und der ambulanten Versorgung eine Perspektive gibt. Die KV RLP steht immer bereit, um gemeinsam Lösungen zu finden." (PM)


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