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Nachricht vom 28.11.2023    

Kita-Planung: Helmenzer Kinder sollen sich mittelfristig gen Neitersen orientieren

Ihr Kinderlein kommet: Mit diesem Umstand muss sich auch die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld auseinandersetzen. Es gibt in beinahe allen ihrer 16 Kindertagesstätten zu wenig Plätze. Eine Containerlösung wie in Birnbach hilft, die Engpässe vorübergehend zu überbrücken. In Neitersen soll eine ganz neue Kita mit geändertem Einzugsbereich gebaut werden.

Alle kleinen Garderoben dieser Gruppe in der „Villa Kunterbunt“ in Birnbach sind belegt und beweisen, dass freie Plätze derzeit nicht vorhanden sind. (Foto: vh)

Birnbach. Der Zuzug in die Verbandsgemeinde (VG) Altenkirchen-Flammersfeld ist immens: Nicht nur Menschen mit Kindern, die vor dem Krieg in der Ukraine geflohen sind, schrauben die Einwohnerzahl nach oben, auch „normale Verstärkung“ trägt zum Anstieg der Kopfzahl bei. Plätze in Kindertagesstätten (Kita) sind als Folge dessen knapp geworden, mit einer Containerlösung wie in Birnbachs „Villa Kunterbunt“ sollen Engpässe überbrückt werden, auch um Wartelisten abzubauen. Die Kita „Pusteblume“ in Neitersen (Einzugsbereich Neitersen und Schöneberg) platzt seit Jahren aus allen Nähten. Eine Erweiterung auf dem Gelände der alten Schule ist nicht möglich, so dass ein Neubau bereits beschlossene Sache ist. Die Ortsgemeinde hat inzwischen ein rund 7000 Quadratmeter großes Grundstück gekauft (Schulstraße Richtung Ortsteil Niederölfen), auf dem das neue Gebäude entstehen soll. Sie stellt das Areal der VG kostenfrei zur Verfügung, wie die Mitglieder des Kinder- und Jugendausschusses in ihrer Zusammenkunft am späten Dienstagnachmittag (28. November) nach der Besichtigung und in der Kita in Birnbach erfuhren. Die Runde sprach sich zudem einstimmig für eine Änderung des Einzugsgebietes der „Pusteblume“ aus.

Helmenzens Kinder nach Neitersen
So sollen künftig die Kinder aus Helmenzen (aktuell rund 60/bislang zur Stadt Altenkirchen gerechnet) zum Einzugsgebiet der Kita Neitersen hinzugezählt werden. Eine damit einhergehende Umorganisation der Busbeförderung wird als möglich erachtet. So ergäben sich aktuell rechnerisch freie Kapazitäten im Altenkirchener Stadtgebiet, in Neitersen würden ca. 130 Plätze (entspricht sechs Gruppen) benötigt. Nach Auffassung des Jugendamtes der Kreisverwaltung als Planungsbehörde sollen am Standort Neitersen künftig auch Plätze für den U2-Bereich (Einjährige) angeboten werden. Bevorzugt für das neue Haus wird eine eingeschossige Bauweise, um die Einrichtung möglichst kindgerecht und barrierefrei zu gestalten. Die Betriebserlaubnis des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung erlaubt in Neitersen derzeit die Betreuung von 50 Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren (Ü2-Plätze). Im aktuellen Einzugsgebiet besteht ein rechnerischer Bedarf von rund 70 Plätzen. Die Verwaltung geht davon aus, dass das Verfahren für die Schaffung des Bauplanungsrechts zur Aufstellung des Bebauungsplans rund ein Jahr dauert. Parallel soll die öffentliche Ausschreibung der Architekten- und Planungsleistungen für den Neubau der Kita erfolgen (geschätzte Dauer: drei Monate). Eine Antrag zur Gewährung einer Landesförderung ist unter Vorlage aller notwendigen bautechnischen Planungen und Unterlagen jeweils bis zum 15. April oder 15. Oktober eines Jahres beim Landesamt über das Jugendamt der Kreisverwaltung (Vorlaufzeit sechs Wochen) möglich.

Zuschüsse nur für zusätzlich geschaffene Plätze
Regelkonform erfolgt ein finanzielles Zubrot lediglich für zusätzlich geschaffene Plätze, die das bisher vorhandene Platzangebot der Kita Neitersen übersteigen. So fließen aus Mainz grundsätzlich und einmalig 8500 Euro für einen Platz, den ein Zwei- bis Sechsjähriger beansprucht, für den eines Einjährigen überweist das Land 12.000 Euro in die VG-Kasse. Darüber hinaus beteiligt sich der Kreis mit maximal 40 Prozent an neu geschaffenen Plätzen, so dass, je nach Auslegung der neuen Kita, 80 bis 90 Plätze bezuschusst werden könnten. Durch die „Abwanderung“ der Helmenzer Kinder wird parallel der Druck auf die vier Altenkirchener Kitas verringert, denn deren Aufnahmekapazitäten sind nahezu ausgeschöpft. Für die Anmeldungen werden an allen Standorten Wartelisten geführt. Zudem hat die evangelische Kirchengemeinde Altenkirchen als Träger der „Arche“ mitgeteilt, dass zur Aufrechterhaltung der Gesamtaufnahmekapazität von derzeit 97 Plätzen unter Berücksichtigung der Anforderungen des neuen Kindertagesstättengesetzes (KiTaG) und den Vorgaben des Landesamtes, weitere Schlaf- und Ruheräume sowie eine Verbesserung der Küchen- und Essenssituation erforderlich seien. Ein unmittelbarer Anbau an das bestehende Gebäude ist aufgrund der baulichen Gegebenheiten sowie der finanziellen Situation der Kirchengemeinde nicht darstellbar, so dass bis zum Jahr 2028 nicht alle durch das KiTaG geforderten Maßnahmen umgesetzt werden können. In der Konsequenz ergibt sich daher die Notwendigkeit für eine sukzessive Reduzierung auf künftig 75 Plätze. Die wegfallenden muss die Verbandsgemeinde kompensieren. Als nächste Instanz wird sich der Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss mit dem Thema „Neitersen und Änderung der Einzugsgebiete“ in seiner Sitzung am Donnerstag, 30. November, 17.30 Uhr, befassen.



Sechs Container auf Parkplatz vor der Kita
Auf dem Parkplatz vor der Birnbacher „Villa Kunterbunt“ werden Mitarbeiter des VG-Bauhofes umgehend beginnen, die erforderlichen Anschlüsse für das Aufstellen von sechs Containern zu installieren. Die Module werden zurzeit gebaut und sollen im Januar/Februar montiert werden. Die Angestellten können ihre fahrbaren Untersätze vorübergehend auf den Parkflächen an der evangelischen Kirche in unmittelbarer Nachbarschaft abstellen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde mit der evangelischen Kirchengemeinde Birnbach geschlossen. Wann die „Ersatzunterkünfte“ nach Abnahme durch verschiedene Institutionen genutzt werden können, ist offen. Erst wenn die Betriebserlaubnis des Landesamtes vorliegt, können alle Kinder, die nach den Sommerferien 2024 eingeschult werden, umziehen. „Hinsichtlich dieser Finanzierung sind wir Alleinunterhalter, da wir dauerhaft keine neuen Plätze schaffen“, erläuterte Fred Jüngerich als Bürgermeister der VG Altenkirchen-Flammersfeld. Zunächst einmal sollen die Container zwei Jahre ihren Dienst tun. Derzeit bietet die „Villa Kunterbunt“ (ehemals Schulgebäude) 52 Plätze (30 für ganze Tage und 22 für „Teilzeitbesucher“). Sascha Koch als Leiter des Fachbereichs Soziales und Generationen in der VG-Verwaltung verdeutlichte die „Explosion“ der Begehrlichkeiten: „In einem Jahr sind 30 Kinder durch Zuzüge hinzugekommen.“ Die „Villa Kunterbunt“ war vor wenigen Jahren noch aufwendig saniert und 2015 nach Abschluss der Arbeiten eingeweiht worden. (vh)



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