Werbung

Nachricht vom 13.11.2011    

Kreissynode traf wichtige Entscheidungen für die Zukunft

Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises votierte einstimming dafür, dass das Diakonische Werk eine Einrichtung des Kirchenkreises bleibt. Ebenfalls einstimmig wurde die neue Satzung verabschiedet. Auf der Tagesordnung standen wichtige Zukunftsthemen, wie die Entwicklung der Kindertagesstätten. Auch der Haushalt 2012 wurde verabschiedet, eine Erhöhung der kreiskirchlichen Umlage genehmigt.

Zum letzten Mal in dieser Zusammensetzung tagte die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen in Hamm. Vor allem zukunftsweisende Entscheidungen hatte die Synode, die sich nach den Presbyteriumswahlen im Februar 2012 neu zusammensetzen wird, zu treffen. Bei den vielen Abstimmungen votierten die Abgesandten aus den 16 evangelischen Kirchengemeinden und dem Kirchenkreis zumeist einmütig. Foto: Petra Stroh

Kreis Altenkirchen. "Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig." Das Wort aus dem Korintherbrief des Apostels Paulus zog sich nicht nur als "roter Faden" durch den Bericht von Superintendentin Andrea Aufderheide bei der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen, die am Wochenende in Hamm tagte, sondern wurde auch in den vielfältigen Diskussionen zu verschiedensten Zukunftsfragen verortet.
"Natürlich lässt sich auch hier die sich auf allen Organisationsebenen verändernde Bedingungslage unserer Gemeinden, der sich anpassenden kreiskirchlichen Strukturen und der um gesamtverträgliche Lösungsansätze ringenden Landeskirche weder verdrängen noch schönreden", unterstrich die Superintendentin, doch wollte sie das abgelaufene Jahr mit dem paulinischen Bewusstsein bedenken "dass ein ‚Tiefgang der Gnade Gottes’ nur dort zum Ereignis werden kann, wo wir Ohnmacht und Schwäche wahrnehmen und annehmen, bei uns selbst und bei anderen. Nur dann wird Gottes Kraft wirksam."
"Gottes Kraft spürbar machen" wolle der Kirchenkreis - so die Superintendentin in ihrem Bericht – auch mit dem Ausbau kreiskirchlicher Stellen (Krankenhaus, Berufsbildende Schulen und Arbeit mit behinderten Menschen), die in 2011 gestemmt wurden.

"Das sind Zukunftsinvestitionen in Aufgabengebiete, die die Menschen dort stärken, wo ihre Gemeinschaft mit uns alltäglich in Frage steht", hob die Theologin hervor.
Zukunftsweisend – so die Entscheidung der Synode – soll auch die diakonische Arbeit in der Region werden. Einstimmig votierte sie dafür, dass das Diakonische Werk auch künftig eine Einrichtung des Kirchenkreises bleibt – und nicht wie andernorts als eigenständiger Verein agiert.
"Wir verstehen Diakonie als Wesenäußerung von Kirche", unterstrich die Superintendentin. Allerdings – so das Ansinnen des Kirchenkreises die über 30 Jahre alte Satzung des Diakonischen Werkes zu reformieren – soll eine neue Leitungsstruktur dafür sorgen, dass deutlicher wie bisher die die Ebene der Aufsicht von der Ebene des operativen Geschäfts getrennt wird.

Einstimmig wurde die neue Satzung von den rund 70 Delegierten aus den 16 Kirchengemeinden und den kreiskirchlichen Arbeitsbereichen verabschiedet. Danach wird künftig ein dreiköpfiger geschäftsführender Ausschuss die laufenden Geschäfte des Diakonischen Werkes verantwortlich führen. Ihm gehören – so ein ebenfalls einstimmiges Votum der Kreissynode – als Vorsitzender Pfarrer Marcus Tesch (Wissen) sowie Wolfgang Bay (Weyerbusch) und Jörg Federrath (Betzdorf) an.

Ein „Arbeitskreis für Gemeindediakonie“ löst den bisherigen Diakonie-Ausschuss des Kirchenkreises ab und sorgt – personell ausgestattet von den Kirchengemeinden – dafür, dass die diakonische Vor-Ort-Arbeit der Gemeinden auch weiterhin unterstützt und gefördert wird.

Ihren Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung wollen die evangelischen Gemeinden und der Kirchenkreis künftig "klarer" leisten. Schon seit vielen Jahren beziehen sie alle gemeinsam – neben der Eigen-Produktion von Solar-Strom auf Kirchendächern und Verwaltungsgebäuden – Öko-Strom. Da es bei den Anbietern von Ökostrom unterschiedliche Qualitäten gibt, hat der Umweltausschuss des Kirchenkreises herausgearbeitet und empfahl der Synode, sich beim Stromkauf künftig an solchen Anbietern zu orientieren, die den Strom selbst erzeugen/direkt vermarkten und den Bau neuer Ökostromanlagen selber fördern. Umdeklarierten ‚Egalstrom’ will man – so der einstimmige Synodenbeschluss - künftig meiden.

"Klartext" gab es auch bei einer Synodenentscheidung rund um den Sonntagsbeschluss, den die Synode im Vorjahr getroffen hat. Weiterhin will man sich – möglichst im ökumenischen Miteinander – für einen segensreichen Sonntagsschutz einsetzen. Um aber auch dem Selbstanspruch als "Kirche vor Ort - nahe bei den Menschen" gerecht zu werden, sollen kirchliche Aktionen, etwa beim Kreisheimattag und anderen besonderen Gelegenheiten, auch dann möglich sein, wenn diese mit einem verkaufsoffenen Sonntag verknüpft sind.


Anzeige

"Die jetzige in ökonomischer Hinsicht zumindest in Deutschland immer noch herrschende ‚Schönwetterlage’ kann rasch von einem üblen Sturmtief hinweggeweht werden", mahnte der Vorsitzende des kreiskirchlichen Finanzausschusses, Pfarrer Jürgen Volk (Hilgenroth) die Synodalen, weiter auf ihre soliden Wegen zu bleiben "Unsere Einnahmen sind von vielen Faktoren abhängig, die wir als kirchliche Haushalter nicht beeinflussen können". Der Ausschuss-Vorsitzende sieht angesichts der Geschehnisse auf den internationalen Finanzmärkten auch Gefahren für langfristig angelegten Gelder, die Gemeinden über magere Jahre hinweghelfen sollen. "Wir täten als Kirche jedoch gut daran, weniger auf die zukunftsichernde Wirkung zurückgelegten Kapitals zu vertrauen, sondern vielmehr auf die Menschen, die gemeinsam Kirche sind", mahnte der Theologe.
Unsicherheiten auf der Einnahmen-Seite, gleichzeitig aber langfristige Verpflichtungen – etwa im Personalbereich oder im Gebäudeunterhalt – hatte auch Superintendentin Andrea Aufderheide in ihrem Bericht an die Synode als permanente Herausforderungen für die Kirchengemeinden benannt. Bemerkenswert war für die Superintendentin in diesem Zusammenhang, dass immer stärker Gemeindemitglieder bereit seien in Eigenleistung für ihre Kirchengemeinde aktiv zu werden.

Einstimmig verabschiedete die Synode den Haushalt 2012 in Höhe von rund 6,415 Millionen Euro, billigte dessen Ausgleich durch Rücklagen-Entnahme und genehmigte eine notwendige Erhöhung der kreiskirchlichen Umlage.

Herausfordert werden sieben der 16 Evangelischen Kirchengemeinden im Kreis durch die stetige Weiterentwicklung im Bereich der von ihnen getragenen Kindertagesstätten. Ob man sich diesen Herausforderungen künftig weiterhin einzeln oder im Verbund stellen wird, soll bei der Frühjahrssynode im Juni 2012 in Daaden geklärt werden. Die Synodalen erbaten bis dahin von ihrem Kindergarten-Fachausschuss entsprechende Entscheidungshilfen und Finanzpläne.

Um langfristige Zukunftsperspektiven für den Kirchenkreis und seine Gemeinden zu entwickeln und die handelnden Akteure auf allen Ebenen zu vernetzen, wurde 2008 von der Kreissynode ein „Säulenmodell“ entwickelt. Seither bedient sich die Synode bei Entscheidungsprozessen an Arbeitsergebnissen der „Säulen“ und des daraus entstandenen Strukturausschusses. Nun soll es nach einstimmigem Votum der Kreissynode nach drei Jahren eine Evaluation dieses Modells geben. Kürzlich zusammengetragene Umfragenergebnisse sollen in diese Arbeit einfließen.

Weitere Zukunfts-Themen der zweitägigen Kreissynode im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Hamm waren neben landeskirchliche Vorgaben im Bereich der Personalplanung, die Partnerschaften mit dem ehemaligen Kirchenkreis Gransee in Brandenburg, der nach zwei Fusionen innerhalb der vergangenen Jahre nun im Kirchenkreis "Oberes Havelland" aufgegangen ist und die Lebenssituation der Partner im afrikanischen Muku (Kongo) angesichts der dort bevorstehenden Wahlen.

Begonnen hatte die Synode mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Evangelischen Kirche in Hamm. Synodenprediger war diesmal Pfarrer Bernd Melchert (Mehren/Schöneberg), der angesichts der vielen Herausforderungen synodaler Entscheidungen appellierte: "Nur wenn wir uns bewusst machen, dass wir angenommen sind von Jesus, dass er unser ‚Fundament’ ist, nur dann können wir Veränderungen im Leben unserer Gemeinden dankbar annehmen und auch segensreich gestalten". Musikalisch wurde der Gottesdienst von Kantor Achim Runge (Hamm) ausgestaltet. PES.


Jetzt Fan der AK-Kurier.de Lokalausgabe Hamm auf Facebook werden!


Kommentare zu: Kreissynode traf wichtige Entscheidungen für die Zukunft

Es sind bisher keine Kommentare vorhanden

Anmeldung zum AK-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Kreis Altenkirchen.

Beliebte Artikel beim AK-Kurier


Öffentliche Versteigerung am 31. Juli 2021 in Moschheim

Bereits zum 5. Mal muss die öffentliche Versteigerung der Firma Philippi-Auktionen aus Moschheim unter freiem Himmel und mit einem Hygienekonzept stattfinden. Die Auktion beginnt am Samstag, 31. Juli 2021 gegen 11.15 Uhr.


Altenkirchener Traditionsgaststätte Hirz wird abgerissen

Es wird bald aus dem Stadtbild verschwunden sein: Das Haus in der Altenkirchener Rathausstraße mit der Gaststätte Hirz in Parterre fällt in den kommenden Tagen der Baggerschaufel zum Opfer. Die Erinnerungen an die traditionsreiche Schankwirtschaft aber werden weiterleben.


Nach der Katastrophe: Ein Rückblick aus Altenkirchen

Vor gut zwei Wochen wurden der Landkreis Ahrweiler und andere Regionen von einem der schlimmsten Unwetter in der Vergangenheit mit Starkregen heimgesucht und im wahrsten Sinne des Wortes „überrollt“. Nun sind die Helfer heim gekehrt.


Artikel vom 29.07.2021

Wäller helfen Flutopfern persönlich

Wäller helfen Flutopfern persönlich

Mehr als 140.000 Euro sind von dem Verein Wäller Helfen zugunsten der Flutopfer bislang gesammelt worden. Die ersten Finanzhilfen, aber auch helfende Hände aus dem Westerwald, kamen in Kooperation mit Spotted Westerwald am vergangenen Wochenende persönlich in der Krisenregion an.


Grube Bindweide: Besucherbergwerk und einziger Heilstollen im Westerwald

Besucherbergwerke gibt es einige, aber die Grube Bindweide in Steinebach hat ein bisschen mehr zu bieten, als so manch anderes Bergwerk. Neben der Möglichkeit, unter Tage zu heiraten, ist die Grube Bindweide einer von elf zertifizierten Heilstollen in Deutschland und der einzige in Rheinland-Pfalz.




Aktuelle Artikel aus Region


Angebote der Kreisjugendpflege laufen wieder

Altenkirchen. Erste Schritte in die Welt der Computer machten 13 Kinder und Jugendliche: Unter fachkundiger Anleitung von ...

Grube Bindweide: Besucherbergwerk und einziger Heilstollen im Westerwald

Steinebach. Es ist kein Geheimnis, dass der Westerwald eine Region ist, die seit jeher reich an Bodenschätzen war und ist. ...

Wäller helfen Flutopfern persönlich

Region. Mehr als 100 Menschen waren am Wochenende am ersten Großeinsatztag der beiden Facebook Initiativen „Spotted Westerwald" ...

Zoo Neuwied: Vom Findelkind zur Auswilderung

Neuwied. Verletzte Individuen oder verwaiste Jungtiere einheimischer Vögel und Kleinsäuger können von den Findern nach Anmeldung ...

Feuerwehr auf dem aktuellen Stand der Technik

Horhausen/Region. Hauptaufgabe des GW-Mess ist im Einsatzfall das Detektieren von Gefahrstoffen. Hierfür werden verschiedene ...

Nach der Katastrophe: Ein Rückblick aus Altenkirchen

Altenkirchen. Ein Rückblick: Bereits im Laufe des Mittwochs wurde die Überörtliche Einsatzbereitschaft des Leitstellenbereichs ...

Weitere Artikel


Meinungsaustausch zu den Wanderwegen im AK-Land

Almersbach. Auf Einladung von Landrat Michael Lieber trafen sich die Vorstände der sechs Zweigvereine des Westerwaldvereins ...

Schulen im Niemandsland?

Altenkirchen. Der demografische Wandel und ein Höchstmaß an Mobilität, insbesondere der jungen Generation, stellt die Bildungslandschaft ...

Freusburger Kriegsgräberstätte in Ordnung gebracht

Freusburg/Wissen. Mit Gartengerät bewaffnet rückten am Vortag des diesjährigen Volkstrauertages Mitglieder der Reservistenkameradschaft ...

Neuer Krimi: Eiskalte Leiche, heiße Spannung

Wissen/Köln. Eine tiefgekühlte Leiche ohne Identität, eingemauert im Keller eines Wohnhauses. Der vermeintliche Unfalltod ...

Prinz Heiko I. regiert die Narren in Altenkirchen

Altenkirchen. Die KG Altenkirchen hatte am Freitag, 11.11. zur Prinzenproklamation in die Stadthalle eingeladen, und es kamen ...

Westerwald Bank ehrte verdiente Mitarbeiter

Hachenburg/Region. Mitarbeiterjubiläen bei der Westerwald Bank: Auf insgesamt 515 Jahre in Diensten der Bank blickten 19 ...

Werbung