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Nachricht vom 31.12.2023    

Leserbrief zum Interview mit Landrat Enders zur Klinikreform: "Despektierlich!"

LESERMEINUNG | Wie steht der Altenkirchener Landrat Dr. Peter Enders zum Dilemma um die DRK-Krankenhäuser nach der Insolvenz der Trägergesellschaft? Die Kuriere hatten den Kreischef zum Interview getroffen. In einem Leserbrief nimmt Alexandra Müller, Oberärztin der Unfallchirurgie am Standort Altenkirchen, zu einigen Punkten Stellung.

Die Kuriere hatten mit dem Altenkirchener Landrat Dr. Peter Enders über die Klinikreform und weitere Themen in einem Interview gesprochen.

LESERBRIEF. Sehr geehrter Herr Kollege und Landrat Dr. Enders,
mit großem Interesse habe ich Ihr Interview im AK-Kurier gelesen. Sicherlich lag es nicht in Ihrer Absicht, die Arbeit meiner Kollegen und mir im Rahmen der Versorgung eines Schwerverletzten so darzustellen, als ob wir die Patienten zu größeren Häusern "durchwinken".

Möglicherweise sind Sie aber auch bedauerlicherweise unzureichend informiert.
Wie ich bereits bei der Kundgebung am 21. Dezember (die Kuriere hatten berichtet, Anmerkung der Redaktion) ausführlich erklärt habe, sind wir sicherlich kein Haus der Maximalversorgung und können natürlich nicht alle Verletzungen endgültig versorgen.
Was regelhaft unerwähnt bleibt, und was ich aus Datenschutzgründen nicht mit Daten oder Zahlen belegen kann, sind zum einen schwer- oder schwerstverletzte Patienten, die bei Eintreffen in unser Haus von einem mehrköpfigen, sehr gut aus- und weitergebildeten Team an Fachärzten und Pflegepersonal aus mehreren Fach- und Funktionsabteilungen sehr zeitnah untersucht, kreislaufstabilisiert und mit den notwendigen Zugängen versorgt der weiteren Diagnostik zugeführt werden, um dann nach Telefonaten mit großen Häusern in eine den Verletzungen entsprechende Klink verlegt werden.




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Wir sind angeschlossen an das Traumanetzwerk Mittelrhein. Der Verunfallte geht stabilisiert, mit Schmerzmitteln, in einem adäquaten Transportmittel auf die Reise in ein Krankenhaus, in dem er erwartet wird, in dem wir ihm ein Bett organisiert haben.
Zum anderen gibt es einen sehr großen Anteil an polytraumatisierten Patienten, die im Anschluss an die Diagnostik durch uns in unserem OP sowohl unfall-, hand- oder/und allgemeinchirurgisch versorgt werden. Beispielsweise Mehrfachverletzungen von Extremitäten, Verletzungen von inneren Organen, Fremd- oder Eigenverletzungen. Diese Patienten werden kurz- und langfristig auf unserer Intensivstation betreut, wo wir immer ein Bett für Traumapatienten reserviert haben.

Direkt nach der erwähnten Kundgebung sind meine Kollegen und ich zu einem solchen Polytrauma gerufen worden und haben diesen Patienten noch in der Nacht operiert. Am Vormittag des Folgetages ereignete sich ebenfalls ein tragischer Unfall, der durch uns erstversorgt wurde.

Ich empfinde es als despektierlich allen meinen Kollegen und mir gegenüber, diese Versorgung, die den Bürgern des Kreises Altenkirchen nun schon seit vielen Jahren 24/7, jeden Tag des Jahres, auch an Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern zur Verfügung steht und ihnen nach Versorgungsauftrag zusteht, in der Form darzustellen, dass ein Haus 1i mit oder ohne Sternchen dieses auch leisten könne."

Alexandra Müller
Oberärztin Unfallchirurgie Altenkirchen


Mehr dazu:   Lesermeinung  
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