Werbung

Nachricht vom 04.01.2024    

Land- und Forstwirte rufen zu massiven Protesten auf - starke Verkehrsbehinderungen drohen

Von Wolfgang Tischler

Die Sparvorschläge der Regierung zur Abschaffung der Agrardieselbeihilfe und der Kfz-Steuerbefreiung für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge würden die Landwirtschaft, auch im Westerwald, äußerst hart treffen. Deswegen hat sich bundesweit massiver Widerstand formiert, der mit der Großkundgebung in Berlin am 18. Dezember 2023 seinen Auftakt gefunden hatte.

Von links: Kreisvorsitzende Ulrich Schreiber (Kreisbauern- und Winzerverband NR), Matthias Müller (Kreisbauernverband WW), Josef Schwan (Kreisbauernverband AK) und Markus Mille (Bauernverband Rhein-Nassau). Foto: Wolfgang Tischler

Region. Die Land- und Forstwirte sind durch die Beschlüsse des Bundeskabinetts vom 13. Dezember äußerst verärgert. Diese Beschlüsse, so heißt es von Seiten des Bauernverbandes, haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Die höheren Mautgebühren und die stark gestiegenen Energiekosten belasten die Betriebe bereits stark. Zuvor gab es weitere Auflagen und Einschränkungen, wie Düngeauflagen, Mindestlohn, Flächenfraß für Bau- und Gewerbegebiete und PV-Anlagen, Bauvorgaben für die Betriebe, Tierwohlauflagen, um nur die wichtigsten Regelungen zu nennen. Es wird massiv beklagt, dass die ständigen Auflagen und bürokratischen Hindernisse eine langfristige Unternehmensplanung für die Bauern unmöglich machten.

Am heutigen Donnerstag, dem 4. Januar kam während der Pressekonferenz mit dem Bauernverband die Nachricht aus Berlin, dass die Bundesregierung auf die Einführung einer Kfz-Steuer für land- und forstwirtschaftliche Maschinen nun doch verzichten will. Nicht verzichten will die Koalition jedoch auf die Abschaffung der Steuerbegünstigung beim Agrardiesel. Der Abbau soll lediglich nicht in einem Schritt vollzogen werden. Stattdessen plant die Bundesregierung eine schrittweise Reduzierung, um den Landwirten Zeit zur Anpassung zu geben.

Es wird massive Verkehrseinschränkungen geben

Dieses erste Zugeständnis reicht den Landwirten nicht aus, um die geplanten Demonstrationen zwischen dem 8. und 15. Januar abzusagen. Sie wollen, dass die Beschlüsse vom Dezember komplett zurückgenommen werden. Es findet unverändert die konzertierte Protest- und Aktionswoche unter dem Motto "Es reicht! Zu viel ist zu viel!" statt, in der die Landwirte ihrem Protest und ihrer Forderung nach Rücknahme der genannten Sparbeschlüsse mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen Nachdruck verleihen werden.



Die Bauern sehen sich als Teil der Gesellschaft, die sich verschiedentlich engagieren. Sie helfen bei Bränden, Traditionsveranstaltungen, fungieren als Pannenhelfer, sind bei Festen mit Traktor und Anhänger da, helfen im Winterdienst und sehr stark bei Naturkatastrophen. "Ohne uns und unsere Traktoren würde vieles nicht funktionieren. Wir sind da! Wir erwarten keinen Dank, sondern, dass man uns in Ruhe, aber auch mit verlässlichen wirtschaftlichen Grundlagen arbeiten lässt", sagte Bauernpräsident Michael Horper und sprach den Bauern aus der Seele.

Folgende Proteste sind für den 8. Januar geplant:
LSV Westerwald-Taunus plant Blockade aller Autobahnauffahrten in Rheinland-Pfalz ab 6 Uhr morgens. Auf der A3 geht ein Konvoi von Montabaur aus bis Neustadt/Wied, zurück bis zur A48, hier zunächst bis Bendorf, dann weiter über die komplette A61 polizeigeführt bis Bingen und dann auf der A60 bis Mainz. Unterwegs schließen sich immer mehr Teilnehmer an. Finale Abstimmungen laufen hier noch.

Der Bauern- und Winzerverband plant am 8. Januar in unserer Region eine Sternfahrt mit Schleppern in die drei Kreisstädte Altenkirchen am Schloßplatz, Neuwied, Moltkeplatz und Montabaur, Konrad-Adenauer-Platz. Die entsprechenden Warnmeldungen der Verwaltungen Altenkirchen (10 bis 15 Uhr) und Neuwied (11 bis 16.30 Uhr)
liegen vor und wurden von uns veröffentlicht. Nach den Kundgebungen in den Kreisstädten fahren die Landwirte nach Koblenz und in der Nähe des Schlosses findet eine Abschlusskundgebung statt.

In der Pressekonferenz war außerdem zu hören, dass es weitere Aktionen in der Woche bis zum 15. Januar geben wird, wie zum Beispiel Mahnfeuer in allen Kreisen des Westerwalds oder lokale Protestaktionen. (woti)


Feedback: Hinweise an die Redaktion

AK-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.



Aktuelle Artikel aus Region


Pollenbelastung im Auto: So bleiben Allergiker sicher unterwegs

Mit dem Frühling beginnt die Pollensaison, die für viele Autofahrer zur Herausforderung wird. Pollen ...

Halbes Jahrhundert im Einsatz: Alfons Hofs unermüdliches Engagement für den Tierpark Niederfischbach

Im Tierpark Niederfischbach wurde Alfons Hof für seine beeindruckende 50-jährige Mitgliedschaft im Tierparkverein ...

Ein Jahr für Umweltbildung und Artenschutz im Zoo Neuwied

In Rheinland-Pfalz stehen viele Schülerinnen und Schüler vor der Frage, wie es nach den Prüfungen weitergeht. ...

Schmetterlingsreigen im Westerwald: Die Zitronenfalter sind zurück

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwachen im Westerwald die Zitronenfalter aus ihrer Winterstarre. ...

Jeder Lidschlag eine Qual: Die bewegende Rettung des Streuners Sir Henry

Lange Zeit waren der raue Asphalt und das feuchte Laub unter den Büschen das einzige Zuhause, das Sir ...

Basteln, Gewinnen und Genießen: Ein Ostererlebnis für Kinder in Brachbach

Die Ortsgemeinde Brachbach lädt am Samstag, 4. April, zu einer besonderen Kinder-Osteraktion ein. Neben ...

Weitere Artikel


Rathaus Altenkirchen: Ahnengalerie der ehemaligen Chefs fast komplett seit 1817

Seit über 200 Jahren gibt es Gebietskörperschaften mit der Stadt Altenkirchen im Zentrum. War es zunächst ...

Protest der Landwirte im Raum Altenkirchen: Ein Konvoi fuhr von Altenkirchen nach Hennef

Am Donnerstag (4. Januar) trafen sich zahlreiche Landwirte und Unterstützer in Altenkirchen. Zunächst ...

Ehrenamtsinitiative "Ich bin dabei" lädt zum Spielenachmittag in Betzdorf ein

Die Projektgruppe Spielenachmittag der Ehrenamtsinitiative "Ich bin dabei" lädt zu einem Nachmittag mit ...

"Elternhaltestelle" in Wissen: Neue Parkregelung für mehr Sicherheit und geordneten Verkehr

In der Bergstraße von Wissen bringt der Schulbeginn nach den Weihnachtsferien am Montag, 8. Januar, eine ...

CDU-Kreistagsfraktion: Förderschulen sind wichtig für die Region

Der Erhalt der Förderschulen in ihrer bisherigen Ausprägung sei für Kinder, Jugendliche und Eltern äußerst ...

Frühlingserfolge in Katzwinkel: Frisch sanierte K 74 als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk

In Katzwinkel traf sich kurz vor Heiligabend eine Delegation von Vertretern der Kreisverwaltung Altenkirchen, ...

Werbung